Die deutsche Hilfsorganisation
Cap Anamur/Deutsche Not-Ärzte e.V.
heißt nach dem
ersten Flüchtlingsboot
, mit dem das Hilfskomitee "Ein Schiff für Vietnam" 1979 tausende vietnamesische
boat people
rettete. Durch die Rettungsaktion wurde die Organisation weltweit bekannt und nahm 1982 den Namen des berühmten Schiffes an.
Die Organisation um ihren Gründer
Rupert Neudeck
weitete ihren Aktionsradius aus und etablierte sich als dauerhafte und international tätige Hilfsorganisation, die in mehreren Regionen der Welt gleichzeitig tätig ist. Sie beschäftigt inzwischen mehr als 1000 Mitarbeiter, darunter Ärzte, Krankenschwestern und -pfleger, Techniker sowie Logistiker in unterschiedlichen Hilfsprojekten in mehr als 50 Ländern.
Alle Hilfsmaßnahmen, wie die Errichtung von Unterkünften, Schulen und Krankenhäusern, werden durch Spenden finanziert.
1979 gründeten der deutsche Journalist
Rupert Neudeck
und seine Frau Christel mit Freunden - darunter auch der Schriftsteller
Heinrich Böll
- das Komitee "Ein Schiff für Vietnam". Mit der Aktion wollten sie vietnamesische Flüchtlinge retten, die nach dem Ende des
Vietnam-Kriegs
auf oft altersschwachen und überfüllten Booten ihr Land verließen. Die Helfer um Neudeck charterten den deutschen Frachter
Cap Anamur
, bauten ihn in ein Hospitalschiff um und brachten die
boat people
nach Deutschland. Zur Finanzierung der Rettungsaktion sammelten sie Spenden.
Mit der Cap Anamur und den Nachfolgeschiffen rettete die Hilfsorganisation rund 10.000 Menschen aus dem Meer und versorgte sie an Bord.
Im Jahr 2002 gab der
Cap-Anamur
-Initiator und Mitbegründer
Rupert Neudeck
den Vereinsvorsitz an den Journalisten
Elias Bierdel
ab. Er wurde aber wegen eines umstrittenen Transfers afrikanischer Bootsflüchtlinge nach Italien 2004 nicht wiedergewählt. Seit Oktober 2004 ist die Bonner Ärztin Edith Fischnaller Vorsitzende des Komitees.