28.08.2013
| Von Hasnain Kazim, Istanbul
Die Pakistaner lieben die Türken, eigentlich sollte Pakistan mal so etwas wie die zweite Türkei werden: ein säkularer, moderner Staat mit einer überwiegend muslimischen Bevölkerung. Staatsgründer Mohammed Ali Jinnah war ein großer Bewunderer von Kemal Atatürk. Sein Plan, ihm nachzueifern, ging gründlich schief. Heute weiß Pakistan selbst nicht so recht, was es sein will: Gottesstaat, Militärdiktatur, Anarchie, Demokratie oder von allem etwas.
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07.08.2013
| Von Hasnain Kazim
Eine der häufigsten Fragen, die mir Leser stellen, ist, wie gefährlich es eigentlich ist, in Pakistan zu leben. So mitten unter Terroristen, täglich unter Beschuss. Manche wollen auch wissen, ob sie selbst gefahrlos hinreisen können, nach Lahore oder Karatschi oder wenigstens in die Berge, in die sagenhafte Welt der Achttausender.
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26.05.2013
| Von Hasnain Kazim, Islamabad
Steueroasen sind dieser Tage in aller Munde. Reiche horten ihr Geld auf den Kaimaninseln oder auf den britischen Jungferninseln, auf den Bermudas oder, der Klassiker, in der Schweiz. Nur über das größte Steuerparadies der Welt liest man nichts: Pakistan.
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14.05.2013
| Von Hasnain Kazim, Islamabad
Kürzlich bekam ich Besuch von zwei Männern auf einem Motorrad. Sie trugen schwarze Hosen und helle Hemden, beide Anfang oder Mitte dreißig, einer mit Dreitagebart. Sie stellten sich vor als Mitarbeiter des "Military Intelligence", einem von mehreren Geheimdiensten in Pakistan. Sie sagten, sie müssten dringend mit mir sprechen. Jetzt sofort.
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29.04.2013
| Von Hasnain Kazim, Islamabad
Ich war nicht bei dem Fabrikgebäude, das am Mittwoch nahe Dhaka einstürzte. Ich wäre hingereist, wenn Bangladesch mich gelassen hätte. Aber seit im November bei einem Brand in einer Kleiderfabrik mehr als hundert Menschen umkamen, bekommen ausländische Journalisten kaum noch eine Einreiseerlaubnis. Schon gar nicht, wenn man über die Textilindustrie berichten will, die wichtigste Branche des Landes. Die Botschaften fragen im Antragsformular fürs Visum nach dem Thema der Recherche.
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24.04.2013
| Von Hasnain Kazim, Islamabad
Als die Bauarbeiter das riesige Schild mit der Aufschrift "Melody Resturant" anbringen, versuche ich, sie zu stoppen.
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10.04.2013
| Von Hasnain Kazim, Islamabad
Die Legende von der dunklen Liebesnacht ist unsterblich. Damals, im November 1965, brach in Nordamerika für mehrere Stunden das Stromnetz zusammen. Genau neun Monate später stieg die Geburtenrate stark an, notierte damals die "New York Times". Seither wird diese Geschichte bei jedem Bericht über einen Energiekollaps wieder ausgekramt.
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16.07.2012
| Von Hasnain Kazim, Islamabad
Als wir kürzlich mit unserem Sohn bei der Kinderärztin in Islamabad waren, fragte sie: "Und? Wollen Sie ihn nicht beschneiden lassen?" Ich fragte zurück: "Ist das denn medizinisch notwendig?" Die Ärztin blickte mich irritiert an und antwortete: "Nein, aber man macht das hier aus religiösen Gründen. Und ich dachte, Sie..."
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24.03.2012
| Von Hasnain Kazim, Islamabad
Nach einem anstrengenden Tag, man war vielleicht nicht nett zu allen Mitmenschen, ist man froh über Männer wie Mazar. Der läuft mit zwei Käfigen voller Vögel durch Islamabad, ich sehe ihn jeden Tag an einer Kreuzung. Die armen Stare hat er mit Netzen irgendwo am Fuße des Himalaya gefangen. Man stoppt, hält einen Plausch, was machen die Kinder, wann stürzt endlich die Regierung, reicht ihm ein paar Scheine, pro Tier genau hundert Rupien, also 80 Cent. Mazar greift in einen Käfig, holt entsprechend viele Vögel heraus - und lässt sie fliegen.
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22.10.2011
Kürzlich, vor einem Besuch von, sagen wir mal, etwas konservativeren Herren im Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan, ließ ich mir einen Bart wachsen. Alte Regel: Äußerliche Anpassung hilft beim Überwinden kultureller Hürden. Dank dieser Erkenntnis sieht man gelegentlich sogar blässliche Journalisten mit rotblondem Flaum auf den Wangen durch den Hindukusch schnaufen. Was das nützen soll? Keine Ahnung.
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