Die Cholera ist eine schwere Infektionskrankheit des Menschen. Sie verursacht starke Durchfälle und Erbrechen, was zu einer schnellen Austrocknung und Elektrolytverlusten führt. Übertragen wird die Cholera durch das Bakterium Vibrio cholerae, das vor allem in Fäkalien sowie in verschmutztem Wasser und rohem Fisch vorkommt.
Die Zeit von der Infektion bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt wenige Stunden bis fünf Tage. Durch starken Durchfall und Erbrechen verlieren die Patienten große Mengen Wasser und Elektrolyte. Dadurch kollabieren sie, bekommen Krämpfe, Fieber, fallen ins Koma. Wird die Cholera nicht behandelt, führt sie zum Tod. Menschen mit geschwächtem Immunsystem wie unterernährte Kinder oder HIV-Infizierte haben auch bei dieser Erkrankung ein höheres Sterberisiko als der Durchschnitt der Bevölkerung.
Wird die Cholera rechtzeitig erkannt, sind die Heilungschancen gut. Die wichtigste Maßnahme ist die Zufuhr von Flüssigkeit, Zucker und Salzen. In besonders schlimmen Fällen sollte diese intravenös erfolgen, um den entzündeten Magen-Darm-Trakt zu umgehen. Am besten schützen Reisende sich durch Vorsorge: Sie sollten auf einwandfreies Trinkwasser und unbedenkliche Nahrungsmittel achten und im Falle einer beginnenden Durchfallerkrankung sofort medizinische Hilfe in Anspruch nehmen. Darüber hinaus untersucht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ergänzende Maßnahmen zur Cholera-Prävention. Impfungen empfiehlt sie bisher nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei Hilfseinsätzen in aktuellen Epidemiegebieten unter eingeschränkten hygienischen Bedingungen. Die Impfungen gegen Cholera sind bisher nicht sehr effektiv und haben hohe Nebenwirkungen.
Die Cholera ist weltweit verbreitet. Besonders häufig kommt sie auf dem indischen Subkontinent sowie in Zentral- und Südafrika vor. Epidemien treten vor allem dann auf, wenn die hygienischen Bedingungen schlecht sind und es keine geregelte Abwasserversorgung gibt, wie etwa in den Slums in Haiti. Dort steigt die Zahl der Erkrankungen schneller als in den Lagern, die die Hilfsorganisationen nach dem jüngsten Erdbeben eingerichtet haben. Je besser die Abwasserversorgung, desto geringer die Chance zur Verbreitung.
Ob die Seuche von Uno-Truppen nach Haiti eingeschleppt wurde, ist nicht endgültig geklärt. Nepal wies Gerüchte zurück, wonach Blauhelmsoldaten aus dem Himalaya-Staat Cholera-Erreger nach Haiti gebracht haben sollen. Entsprechende Tests hätten das Gegenteil bewiesen, sagte ein Armeesprecher. Auch die Vereinten Nationen weisen dies zurück. Schwedische Diplomaten allerdings haben jetzt erstmals bestätigt, dass die Erreger von infizierten Uno-Soldaten aus Nepal stammten. Die Spur sei zweifelsfrei zurückzuverfolgen. Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes bestätigten, dass es sich bei dem Erreger um einen "asiatischen Stamm" handele, warnten jedoch vor voreiligen Schlussfolgerungen.