Es geschah bei der WM 1998 in Frankreich: Nach dem Vorrundenspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen Jugoslawien (2:2) überfielen deutsche Hooligans am 21. Juni 1998 den damals 43-Jährigen Gendarmen Daniel Nivel in einer Seitenstraße. Der zweifache Vater wurde bei dem feigen Angriff schwer am Kopf verletzt und lag sechs Wochen im Koma. Bis heute leidet Nivel an den Folgen, ist auf einem Auge blind und kann kaum noch sprechen.
Nach mehr als einem Jahr Ermittlungen wurden vier der sechs Beteiligten Hooligans der Prozess gemacht. Einer der Gewaltäter stand in Frankreich vor Gericht und wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. In Deutschland werden die Hooligans vor dem Landgericht Essen zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und zehn Jahren verurteilt. Einer der Angreifer konnte bis heute nich identifiziert werden.
Burkhard Mathiak ist der wichtigste Zeuge im Prozess. Der damalige Mitarbeiter des Schalker Fanprojekts identifiziert auf einem Foto einen seiner Klienten als den Haupttäter. Mathiak sagt zunächst als anonymer Zeuge aus, wird aber später vom vorsitenden Richter ausfindig gemacht und öffentlich befragt. Nach seiner Aussage fürchtet Mathiak Rache und verlässt auf Anraten der Polizei mit seiner Frau und seinen beiden Kindern für mehrere Wochen das Land. Der Sozialarbeiter wird zwar bedroht, es kommt aber nicht zu den befürchteten körperlichen Übergriffen. Mathiak muss seine Job als Fanbetreuer aufgeben und wechselt zunächst in die Presseabteilung des FC Schalke. Nach einigen Stationen im Marketingbereich arbeitet der 43-Jährige derzeit bei www.deinfussballclub.de und ist Vorsitzender des ehemaligen Zweitligisten SC Fortuna Köln.