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Alle Artikel und Hintergründe

Afghanistan: Erneut sterben Nato-Soldaten bei Angriffen

Afghanistan: Erneut sterben Nato-Soldaten bei Angriffen

SPIEGEL ONLINE - 07.08.2011

Einen Tag nachdem 31 US-Soldaten von den Taliban bei einem Angriff getötet wurden, gibt es neue Gewalt in Afghanistan: Vier Nato-Soldaten kamen bei Kämpfen ums Leben, darunter offenbar zwei Franzosen. mehr... Forum ]

Taliban-Attacke: Hubschrauber-Abschuss erschüttert US-Militär

Taliban-Attacke: Hubschrauber-Abschuss erschüttert US-Militär

SPIEGEL ONLINE - 06.08.2011

Im Osten Afghanistans ist ein Nato-Hubschrauber abgeschossen worden - durch eine Panzerfaust der Taliban. Der Tod von 31 US-Soldaten ist der schwerste Einzelverlust der ausländischen Truppen seit 2001. Für die Propaganda der radikalen Aufständischen ist es ein enormer Schub. Von Matthias Gebauer und Shoib Najafizada, Berlin und Kabul mehr... Forum ]

Krieg in Afghanistan: Taliban schießen US-Hubschrauber ab - viele Tote

Krieg in Afghanistan: Taliban schießen US-Hubschrauber ab - viele Tote

SPIEGEL ONLINE - 06.08.2011

Im Osten Afghanistans ist ein Nato-Hubschrauber über der Provinz Wardak zerschellt. Ersten Angaben zufolge kamen dabei 31 US-Soldaten ums Leben, auch sieben Afghanen starben. Offenbar gelang es Taliban erstmals, einen Hubschrauber der Truppen abzuschießen.  mehr...

Afghanistan: Soldatin soll hochschwanger Frontdienst geleistet haben

SPIEGEL ONLINE - 16.02.2011

Hochschwanger soll eine britische Soldatin in der afghanischen Unruheprovinz Helmand ihren Dienst versehen haben. Ihr Zustand wurde von Kameraden und Vorgesetzen nicht bemerkt - von ihr selbst offenbar auch nicht. mehr...

Einsatz am Hindukusch: Warum die Nato aus Afghanistan abziehen muss

Einsatz am Hindukusch: Warum die Nato aus Afghanistan abziehen muss

SPIEGEL ONLINE - 27.07.2010

Der Einsatz der westlichen Allianz am Hindukusch ist ein Fiasko, das belegen die Afghanistan-Protokolle ein weiteres Mal. Die ausländischen Truppen sind nicht die Lösung, sondern Teil des Problems. Die Chance auf militärischen Erfolg ist verstrichen - es ist höchste Zeit zu gehen. Ein Kommentar von Christoph Schwennicke mehr... Forum ]

Bundeswehr: Die Qual der alten Krieger
AP

Bundeswehr: Die Qual der alten Krieger

SPIEGEL ONLINE - 14.06.2010

Der Glaube an ein gutes Ende der Operation am Hindukusch schwindet. Immer mehr Experten empfehlen den geordneten Rückzug. Eine Rundreise zu den Vätern der deutschen Auslandseinsätze und der Beteiligung Deutschlands am Afghanistan-Krieg. Von Christoph Schwennicke mehr...

US-Einsatz: Amerikas fatale Fehler in Afghanistan
REUTERS

US-Einsatz: Amerikas fatale Fehler in Afghanistan

SPIEGEL ONLINE - 22.05.2010

Seit Jahren verhalten sich die USA in Afghanistan naiv und unstet, nun hat Obama das Spiel aus der Hand gegeben. Die Macht mit den Taliban zu teilen ist nicht die beste aller Lösungen, am allerwenigsten für die Afghanen. Aber sie ist die einzige wirklichkeitsnahe Option. Ein Kommentar von Ahmed Rashid mehr...

Debatte: Großes Spiel, Teil zwei

Debatte: Großes Spiel, Teil zwei

SPIEGEL ONLINE - 17.05.2010

Mädchenschulen bauen? Al-Qaida jagen? Menschenrechte verteidigen? Diese Gründe nennen Politiker gern, wenn sie den Einsatz am Hindukusch erklären. Nicht so gern sagen sie, dass es um Geostrategie geht - um die Macht in der Region, um die Bodenschätze Afghanistans. Aber so lässt sich heute ein Krieg nicht rechtfertigen. Von Erich Follath mehr... Forum ]

Essay: Der tückische David

Essay: Der tückische David

SPIEGEL ONLINE - 10.05.2010

Fachleute nennen den Afghanistan-Krieg gerne "asymmetrisch". In der Weltöffentlichkeit sieht es aus wie der Kampf von Goliath gegen David. Wenn die Bundeswehr erfolgreich sein will, muss sie aus dieser Rolle herauskommen. Das heißt: Schwere Waffen helfen nicht weiter, sondern nur der Kontakt zur Bevölkerung, flexible Reaktionen. Wer sich das aus Furcht vor Verlusten nicht zutraut, sollte besser abziehen. Von Herfried Münkler mehr... Forum ]

Afghanistan-Kriegsdebatte: Entwicklungshilfe mit der Waffe in der Hand

Afghanistan-Kriegsdebatte: Entwicklungshilfe mit der Waffe in der Hand

SPIEGEL ONLINE - 05.05.2010

Jahrelang hat die Nato in Afghanistan mehr Schaden als Nutzen gebracht, jetzt endlich hat sie eine erfolgversprechende Strategie - und soll abziehen? Nein, findet Hasnain Kazim - für ihn gibt es eine moralische Verpflichtung, die Sache zu einem guten Ende zu bringen. mehr... Forum ]


Seit 2001 führt der Westen Krieg in Afghanistan. Doch das Land ist weder politisch stabil, noch wird es ordentlich regiert. Bei Politikern und in der Bevölkerung in Deutschland wachsen die Zweifel an der Mission. Es gibt gute Gründe für die Fortführung des Krieges, es gibt aber auch gute Gründe für den Rückzug der Bundeswehr.

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Der Bundeswehreinsatz in Kunduz
Die Mission der Bundeswehr
AP
Die Bundeswehr engagiert sich seit 2003 in der nordafghanischen Provinz Kunduz. Im Rahmen der internationalen Sicherheits- und Aufbautruppe Isaf soll sie für ein stabiles Umfeld sorgen.

Kunduz war der erste Einsatzort der Bundeswehr in Nordafghanistan, wo inzwischen der deutsche Einsatzschwerpunkt liegt. Im Vergleich zum umkämpften Süden des Landes galt die Region lange als eher ruhig. Mittlerweile kommt es aber auch dort immer wieder zu schweren Anschlägen der radikal-islamischen Taliban.
Die Provinz Kunduz
REUTERS
Die Provinz ist mit rund 8000 Quadratkilometern halb so groß wie Schleswig-Holstein. Über die Einwohnerzahl gibt es keine genauen Angaben. Nach Schätzungen liegt sie etwa bei 850.000. Wegen seiner fruchtbaren Böden wird die Region Brotkorb Afghanistans genannt. In Kunduz werden unter anderem Baumwolle, Reis und Weizen geerntet. Der Anbau von Schlafmohn, der Basis von Heroin, ist zurückgegangen.
Die Unruhe-Region Chahar Darreh
REUTERS
Als gefährlichster der sechs Distrikte, die einen Ring um die Provinzhauptstadt Kundus bilden, gilt Chahar Darreh. Die Taliban haben Teile des Gebietes unter Kontrolle. Immer wieder greifen sie Patrouillen der Bundeswehr an, mehrere deutsche Soldaten haben bereits ihr Leben in dem Distrikt verloren. Von Chahar Darreh aus wurden in der Vergangenheit auch mehrfach Raketen auf das Bundeswehrfeldlager in Kunduz abgefeuert.
Die Kunduz-Affäre
AP
Seit 2009 wird der Name Kunduz auch mit einem von der Bundeswehr befohlenen Luftangriff in Verbindung gebracht. Dabei wurden am 4. September bis zu 142 Menschen verletzt oder getötet. Der Vorfall ist bis heute nicht aufgeklärt. Der Bundestag hat einen Untersuchungsausschuss eingerichtet, die Bundesanwaltschaft ermittelte gegen den Bundeswehroberst Georg Klein und seinen Flugleitoffizier wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Völkerstrafgesetzbuch.
Tod afghanischer Zivilisten
AFP
Für den Tod afghanischer Zivilisten war die Bundeswehr nach offiziellen Angaben erstmals am 28. August 2008 verantwortlich. Damals erschoss ein Soldat an einem Checkpoint der afghanischen Polizei und deutscher Isaf-Soldaten eine Frau und zwei Kinder. Vier weitere Menschen wurden verletzt. Dem damaligen Unglück ging ein Angriff voraus: Am 27. August 2008 war eine Patrouille der Bundeswehr nahe Kunduz in eine Sprengfalle geraten, ein Soldat starb.

Ausrüstung der Bundeswehr
Mit welcher Ausrüstung arbeitet die Bundeswehr in Afghanistan? Panzer, Mörser, Hubschrauber - klicken Sie auf die Überschriften, um mehr zu erfahren
Panzer
DDP
Zehn der vor mehr als 30 Jahren eingeführten Schützenpanzer "Marder" stehen der Bundeswehr in Afghanistan zur Verfügung. Für die deutsch-afghanische Militäroffensive im Juli 2009 wurden vier der Panzer von Masar-i-Scharif in die Krisenregion Kunduz verlegt und während der neuntägigen Offensive erstmals in einem Gefecht eingesetzt. Die 20-Millimeter-Bordkanone hat eine Reichweite bis höchstens 2000 Meter - Offiziere sehen hier Probleme beim Kampf gegen Taliban über größere Distanz. Der einst für norddeutsche Bedingungen konstruierte Panzer hat keine Klimaanlage.

dpa
Auch zwei Bergepanzer hat die Bundeswehr nach Afghanistan verlegt. Diese Fahrzeuge werden zum Bergen und Abschub von Material eingesetzt. Sie sind mit einem Kran und Winden ausgerüstet und dienen auch als Hebemittel bei der Instandsetzung. Zur weiteren Ausstattung dieser Panzer gehört zudem eine Schneid- und Schweißanlage.

REUTERS
Nicht in Afghanistan stationiert sind bisher schwere Kampfpanzer vom Typ "Leopard 2", dem Standard-Kampfpanzer der Bundeswehr. Derzeit verfügt das Heer über 350 dieser Geräte. Gedacht ist der Panzer eigentlich, um in einem Krieg an vorderster Front feindliche Panzer zu vernichten. Die Kanone des "Leopard 2" hat eine Reichweite von mehr als vier Kilometern. Die Geschosse durchschlagen mehrere Dezimeter dicken Stahl und bringen beim Aufprall Metall zum Schmelzen. Das Fahrzeug hat einen 1500 PS starken Dieselmotor, fährt bis zu 70 km/h schnell und kann bis zu vier Meter tiefe Gewässer durchqueren.
Panzerhaubitzen
DPA
Angesichts der angespannten Sicherheitslage wurden insgesamt drei Panzerhaubitzen 2000 in Afghanistan stationiert. Eine davon wurde ins deutsche Feldlager im nordafghanischen Kunduz verlegt.

Es ist das schwerste Geschütz, das die Bundeswehr je in einen Einsatz geschickt hat. Die Panzerhaubitze 2000 ist elf Meter lang und hat ein Gefechtsgewicht von 56 Tonnen. Die 155-Millimeter-Kanone kann 40 Kilometer weit schießen und selbst auf diese Entfernung auf 30 Meter genau treffen.

Mörser
Erstmals setzte die Bundeswehr im Jahr 2009 Mörser mit scharfer Munition ein. Der 120-Millimeter-Mörser "Tampella" stand schon länger zur Verfügung. Doch Deutschland wollte die dazugehörigen Granaten nicht verwenden, um den Tod von Zivilisten und eigenen Soldaten von vornherein auszuschließen. Bislang setzte die Bundeswehr auf Abschreckung durch Leuchtmunition.
Gewehre
Die Bundeswehr verwendet das Sturmgewehr G36, die Standard-Infanteriewaffe der Bundeswehr.
Transportfahrzeuge
DPA
Die Bundeswehr hat 970 zum Teil stark geschützte Fahrzeuge in Afghanistan, darunter 210 vom Typ "Dingo". Ferner fahren die Soldaten mit dem "Fuchs"-Transportpanzer (100) und dem leicht gepanzerten Militärfahrzeug "Eagle". Auch Geländewagen vom Typ "Wolf" (400) sind dort sowie das Mehrzweckfahrzeug "Mungo". Beide Fahrzeuge bieten bei Anschlägen kaum Schutz. Der "Mungo" wurde aus dem Kleinlaster "Multicar" entwickelt, der in vielen deutschen Kommunen zur Reinigung von Gehwegen verwendet wird.
Hubschrauber
Getty Images
Die Bundeswehr hat in Afghanistan keine eigenen Kampfhubschrauber, die Patrouillen schützen oder in Kämpfe am Boden aus der Luft eingreifen könnten. Die sogenannte Luftnahunterstützung im Gefechtsfall kommt von Isaf-Verbündeten. Die bereits an Deutschland ausgelieferten Modelle des europäischen Kampfhubschraubers "Tiger" sind wegen technischer Probleme noch nicht einsatzbereit. Für Lufttransporte stehen acht Hubschrauber "Sikorsky CH-53" zur Verfügung.
Transportflugzeuge
AP
Am Hindukusch sind acht "Transall" stationiert, die in den sechziger Jahren eingeführt wurden und eigentlich 2010 vom A400M abgelöst werden sollten. Wegen Entwicklungsproblemen des Herstellers wird der A400M nun aber erst Jahre später bereitstehen.
Aufklärungsflugzeuge
ddp
Recce-Tornados waren von April 2007 bis Ende November 2010 im Einsatz. Die sechs Flugzeuge waren in Masar-i-Scharif stationiert. Sie haben zwei Bordkanonen, die während des Einsatzes in Afghanistan ausschließlich dem Selbstschutz dienten. Einziger Auftrag der Tornados war wie bei den Nato-Awacs-Maschinen die Aufklärung. Die Awacs-Flugzeuge sind unbewaffnet und können nach Bundeswehrangaben im Gegensatz zu den Tornados keine Ziele am Boden ausmachen. Die Awacs-Besatzungen sollen durch Koordinierung für Sicherheit in der Luft sorgen, weil der zivile Flugverkehr massiv angestiegen ist und Kollisionen mit den Militärmaschinen der internationalen Truppen verhindert werden sollen. Die Taliban haben keine Flugzeuge oder Hubschrauber.

Fläche: 652.225 km²

Bevölkerung: 31,412 Mio.

Hauptstadt: Kabul

Staatsoberhaupt:
Ashraf Ghani Ahmadsai

Regierungschef: Abdullah Abdullah

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