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Alle Artikel und Hintergründe

Energie: Geld für die Heimbatterie

DER SPIEGEL - 06.02.2016

Bundeswirtschaftsministerium verlängert Förderprogramm für Heimbatterien; Das Bundeswirtschaftsministerium verlängert das Förderprogramm für Batterien, mit denen Hausbesitzer den Strom ihrer Fotovoltaikanlagen speichern und verbrauchen können, statt… mehr...

Größte Anlage der Welt: Marokko eröffnet riesigen Solarpark in Sahara-Nähe

SPIEGEL ONLINE - 05.02.2016

Der Noor-Solarkomplex in Marokko soll der größte der Welt werden und Strom für 1,3 Millionen Menschen erzeugen. Nun hat König Mohammed VI. die erste Anlage eingeweiht. Deutschland ist maßgeblich beteiligt. mehr...

Energie: Bruch bei Batterieförderung

DER SPIEGEL - 02.01.2016

Lückenhafte Solarförderung; Die Förderung von Solarstromspeichern wird nicht nahtlos zum 1. Januar 2016 fortgesetzt. Ein neues Programm, das die seit 2013 laufende Bezuschussung von Batterien für Photovoltaikanlagen ablösen soll, werde derzeit noch… mehr...

Energiewende: Billigere Solarzellen

DER SPIEGEL - 05.09.2015

DIHK will Mindestimportpreise für Solarzellen aus China abschaffen; Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) fordert die EU-Kommission auf, die Mindestimportpreise für chinesische Solarzellen abzuschaffen. „Diese vermeintliche… mehr...

Energie: Daumen runter

DER SPIEGEL - 04.07.2015

Strafmaßnahmen gegen chinesische Solarzellen sollten die deutsche Fotovoltaikindustrie retten. Bewirkt haben sie das Gegenteil. mehr...

Verstoß gegen Mindestpreise: Fahnder ermitteln gegen chinesische Solarfirmen

SPIEGEL ONLINE - 15.05.2015

Sie sollen Produkte über Umwege und mit falschen Papieren nach Europa verschifft haben, um Importzölle zu umgehen: Mehrere chinesische Solarfirmen sind laut einem Pressebericht ins Visier von europäischen Fahndern geraten. mehr...

Extrembelastung durch Sonnenfinsternis: Stresstest für die Energiewende

SPIEGEL ONLINE - 16.03.2015

Eine Sonnenfinsternis könnte Deutschlands Stromversorgung am 20. März an ihre Grenzen bringen. Solche Extrembelastungen werden wegen der Energiewende stark zunehmen. Das zeigt eine Studie, die SPIEGEL ONLINE vorliegt. mehr...

Anstehende Sonnenfinsternis: Es wird dunkel über Europa

SPIEGEL ONLINE - 13.03.2015

Die Teil-Sonnenfinsternis der kommenden Woche stellt Stromnetzbetreiber vor Herausforderungen. Bei klarem Himmel müssen sie große Schwankungen im Stromnetz ausgleichen. Nach SPIEGEL-Informationen könnte das teuer werden. mehr...

Energiewende: Niederlage für Gabriel bei Solarauktionen

SPIEGEL ONLINE - 16.01.2015

Energieminister Sigmar Gabriel muss die erste Niederlage des Jahres einstecken. Er will die Förderung neuer Solaranlagen künftig per Auktion regeln. Doch seine Verordnung wurde nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen deutlich zusammengestutzt. mehr...

Pilotprojekt: Niederlande bauen ersten Solarradweg der Welt

SPIEGEL ONLINE - 20.10.2014

Bei Amsterdam wird gerade eine erste Straße aus Solarzellen gebaut: ein Fahrradweg. Das Pilotprojekt soll Strom für drei Haushalte liefern. mehr...


Fotostrecke
Desertec: Strom aus der Wüste

Strom aus der Wüste
Sonnenkraft
Die Energie der Sonne bietet ein riesiges Potential: Pro Jahr gehen 630.000 Terawattstunden an ungenutzter Sonnenstrahlen-Energie auf die Wüsten in Nahost und Nordafrika nieder. Zum Vergleich: Ganz Europa verbraucht pro Jahr etwa 4000 Terawattstunden.
Desertec-Konzept
Würde man auf etwa 20.000 Quadratkilometern der nordafrikanischen Wüste Solarthermie-Kraftwerke aufstellen, ließe sich daraus theoretisch so viel Strom gewinnen, um den Bedarf Europas zu decken. Der gewonnene saubere Strom würde mit Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen nach Europa transportiert werden.
Solarthermie
Das Prinzip kennt jeder, der einmal mit einem Brennglas Löcher in Papier gebrannt hat: Gebündelte Sonnenstrahlen, von Parabolrinnen-Spiegeln konzentriert, erhitzen Wasser, Dampf treibt Turbinen an, und die erzeugen Strom. So funktioniert ein Solarthermie-Kraftwerk. Auch bei Nacht: In Salzspeichern kann die am Tag erzeugte Wärme für einige Stunden festgehalten werden. So können die Turbinen auch laufen und Strom erzeugen, wenn die Sonne nicht scheint. Die Technologie ist alt und bewährt: In Kalifornien erzeugen Solarthermie-Kraftwerke seit den achtziger Jahren Strom. In Südspanien wurden kürzlich drei neue Kraftwerke gebaut.

Solarthermie hat Vorteile gegenüber Photovoltaik: Sie ist günstiger und nicht so wartungsintensiv. Außerdem benötigen Solarzellen teure Speicher für den Strom, um eine Versorgung bei Nacht zu gewährleisten. Dafür produzieren Solarzellen direkt Strom, wohingegen mit Solarthermie der Umweg über Wärme und Turbinen gegangen werden muss.
Versorgungssicherheit
Nachts scheint keine Sonne, in Flüssigsalz-Speichern kann man einen Teil der tagsüber solarthermisch erzeugten Wärme aber chemisch speichern - derzeit bis zu acht Stunden lang. So können die Turbinen auch nachts laufen, die Stromversorgung ist durchgehend gesichert.
Leitungsnetz
Um den Strom über eine Distanz von 3000 Kilometern nach Europa zu transportieren, braucht man Hochspannungs-Gleichstrom-Leitungen (HVDC). Normale Wechselstrom-Leitungen sind zu verlustreich. HVDC-Leitungen haben einen Verlust von etwa drei Prozent auf 1000 Kilometern. Auch diese HVDC-Technologie ist vorhanden und erprobt.
Kosten
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt hat in einer Machbarkeitsstudie errechnet, dass bis zum Jahr 2050 etwa 400 Milliarden Euro nötig wären, um so viel Solarthermie-Kraftwerke zu bauen, dass Europa 15 Prozent seines Strombedarfs damit decken könnte. 350 Milliarden Euro würden die Kraftwerke kosten und etwa 50 Milliarden Euro das Leitungsnetz, um den Strom von Nordafrika nach Europa zu transportieren.
Vorteile
Solarthermie ist Low-Tech - zuverlässig und risikofrei. Die Kraftwerke können nicht explodieren, es entsteht kein radioaktiver Abfall oder klimaschädliches CO2 und man braucht keine Kohle, kein Öl und kein Uran, um sie zu betreiben. Geht ein Spiegel-Modul kaputt, wird es einfach ausgetauscht - der Betrieb des Kraftwerks ist nicht gestört. Ein weiterer großer Vorteil: Baut man die Kraftwerke in Küstennähe, könnten mit dem Strom auch Meerwasser-Entsalzungsanlagen betrieben werden und dringend benötigtes Wasser für die nordafrikanischen Länder produziert werden. Politisch und wirtschaftlich gesehen könnten die Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas auf dem Exportgut sauberer Strom eine solide Wirtschaft und Wohlstand aufbauen.
Nachteile
Kritiker sehen die Gefahr von Abhängigkeit von den politisch eher instabilen Staaten Nordafrikas und des Nahen Ostens. Zudem könnte das Leitungsnetz Ziel von Terroristen sein - die Stromversorgung Europas wäre im Falle eines Anschlags gefährdet. Politische Hürden bestehen vor allem darin, dass für eine Umsetzung des Desertec-Konzepts die Zusammenarbeit sowohl vieler europäischer Staaten untereinander erforderlich ist als auch mit Nordafrika und dem Nahen Osten. Diese Beziehungen sind allerdings historisch belastet.

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