Der Diabetes mellitus (wörtlich aus dem Griechischen: "Honigsüßer Durchfluss"), auch Zuckerkrankheit genannt, ist eine chronische Stoffwechselerkrankung. Der Name bezieht sich auf die Ausscheidung von Zucker im Urin, an der die Krankheit in der Antike erkannt wurde. Heute gilt Diabetes als Überbegriff für verschiedene Stoffwechselstörungen, die jeweils durch eine Überzuckerung des Blutes, die sogenannte Hyperglykämie, gekennzeichnet sind. Der Grund dafür ist, dass Traubenzucker (Glukose) nicht mehr vom Körper verwertet werden kann. Er fehlt den Zellen als Energielieferant und reichert sich im Blut an. Seit 1998 ist der Diabetes in zwei Typen eingeteilt.
Beim Typ-1-Diabetes, von dem 5 bis 10 Prozent aller Zuckerkranken betroffen sind, kommt es zu einer Entzündungsreaktion: Das körpereigene Immunsystem zerstört die Insulin produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Die Symptome des fortschreitenden Insulinmangels beginnen meist in der Kindheit oder der Jugend: Die Blutzuckerkonzentration steigt extrem an, es kommt zu starkem Wasser- und Nährstoffverlust, was ständigen Durst und häufiges Erbrechen zur Folge hat. Auch eine schnelle Gewichtsabnahme gehört zu den Symptomen. Als Therapie wird die Zuführung von Insulin in Form von Medikamenten eingesetzt. Als Ursache von Typ-1-Diabetes gelten vor allem genetische Veränderungen.
Der Typ-2-Diabetes war früher auch als Altersdiabetes bekannt. Im Zuge der Fettsucht-Epidemie insbesondere in den Industrieländern erkranken aber immer öfter auch junge Menschen und inzwischen sogar Kinder am Typ-2-Diabetes. Falsche Ernährung und daraus folgendes Übergewicht gelten als Hauptursache der Krankheit: Die großen Mengen von Zucker, die dem Körper zugeführt werden, kann die Bauchspeicheldrüse in jungen Jahren noch durch eine verstärkte Insulinproduktion wettmachen. Im Laufe der Zeit werden die Zellen aber immer unempfindlicher für das Insulin, so dass die Glukose immer schlechter abgebaut wird und sich im Blut anreichert.
Im Unterschied zum Typ I gibt es beim Typ-2-Diabetes lange keine eindeutigen Symptome wie etwa verstärktes Wasserlassen oder Durstgefühl, sondern eher unspezifische Anzeichen wie ein ständiges Hungergefühl, Gewichtszunahme, Niedergeschlagenheit und Müdigkeit. Typ-2-Diabetes kann anfangs durch gesündere Ernährung, mehr Bewegung und Abnehmen bekämpft werden. Gelingt das nicht, sind später Medikamente zur Regulierung des Blutzuckers und auch eine Insulintherapie notwendig.
Diabetes gehört schon heute zu den größten Volkskrankheiten und wird sich in den kommenden Jahren voraussichtlich dramatisch ausbreiten. Schätzungen zufolge gibt es weltweit mehr als 150 Millionen Zuckerkranke, Tendenz stark steigend.
In Deutschland lebten nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Jahr 2006 rund acht Millionen Diabetiker. Ihr Anteil an der Bevölkerung ist demnach von 0,6 Prozent im Jahr 1960 auf rund 10 Prozent gestiegen. Experten gehen allerdings von einer hohen Dunkelziffer aus, weshalb es sich hier nur um grobe Schätzungen handelt.