Dieter Althaus: Der Weg ins Abseits
Der 51 Jahre alte Dieter Althaus gilt als Ziehsohn seines Vorgängers Bernhard Vogel. Dessen Stuhl übernahm er 2003 und konnte ein Jahr später knapp die absolute Mehrheit der Sitze verteidigen. 1985 trat er der DDR-CDU bei. Vogel machte ihn 1992 zum Kultusminister. Nach der Landtagswahl 1999 wurde er Fraktionschef, ein Jahr später CDU-Landesvorsitzender.
Der bekennende Katholik Althaus stammt aus dem Thüringer Norden und arbeitete vor der Wiedervereinigung als Mathematik- und Physiklehrer. Althaus ist verheiratet und hat zwei Töchter.
Der CDU-Politiker verursacht am Neujahrstag 2009 einen schweren Skiunfall, bei dem eine 41-jährige Frau ums Leben kommt. Er selbst zieht sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu. Überraschend früh kehrt Althaus im April wieder auf die politische Bühne zurück. Mit seinen Konkurrenten von SPD und Linke, Christoph Matschie und Bodo Ramelow, vereinbart Althaus, den Unfall aus dem Wahlkampf herauszuhalten. Die beiden Kontrahenten halten sich daran - Althaus selbst nicht.
Bei der Thüringer Landtagswahl am 30. August stürzt die CDU um Ministerpräsident Althaus um mehr als zehn Prozent ab. Die Christdemokraten hatten bei der vorigen Landtagswahl 2004 noch 43 Prozent der Wählerstimmen bekommen - 2009 waren es nur noch 31,2 Prozent.
Nach der Wahlschlappe werden die Stimmen lauter, die einen Rückzug Althaus' fordern - vom potentiellen Koalitionspartner SPD, aber auch aus den eigenen Reihen. Am 3. September, wenige Tage nach der verpatzten Landtagswahl, tritt Dieter Althaus von seinem Amt als Ministerpräsident Thüringens und CDU-Landeschef zurück.