Themaedition unseld

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Mensch, Technik, Forschung

Hat Gott ausgedient? Kommt die Wissensgesellschaft vom Weg ab? Wie findet das Individuum seinen Platz in einer immer schnelleren und komplexeren Welt? In der "edition unseld" des Suhrkamp-Verlags definieren Forscher und Schriftsteller das Verhältnis zwischen Mensch und Forschung. Exklusiv für SPIEGEL ONLINE haben die Autoren ihre Bände, die im Buchhandel erhältlich sind, zu Essays verdichtet.


Urmensch-Denken Das verfluchte Erbe der Steinzeit

SPIEGEL ONLINE - 27.04.2009

Der Mensch hat im Laufe der Evolution viel gelernt - nicht alles erweist sich heutzutage als nützlich. Freund-Feind-Schemata und Pauschalisieren, das Suchen nach Mustern und monokausalen Zusammenhängen - der Literaturwissenschaftler Karl Eibl warnt vor den Gefahren dieses Steinzeit-Erbes. mehr...

Suchmaschinen Wie aus Robert Lembke Google wurde

SPIEGEL ONLINE - 09.04.2009

Die Welt als Datenbank: Einst ließ Robert Lembke nach Berufen suchen, heute fahndet ein Algorithmus nach Web-Seiten. Für den Zürcher Technikexperten David Gugerli sind Suchmaschinen keine Erfindung der Internet-Ära, sondern ein Produkt der Nachkriegszeit. mehr...

Sprache und Wahrheit Wenn Wissenschaftler lügen

SPIEGEL ONLINE - 20.03.2009

Wissenschaft will genau sein - doch die Sprache ist oft unscharf. Wann werden Aussagen unexakt? Wo beginnt die Unwahrheit? Chemie-Nobelpreisträger Roald Hoffmann diskutiert mit Geisteswissenschaftlern, ob das Einfache oder das Komplexe lügt. mehr...

Philosophie Wie Mensch und Tier denken

SPIEGEL ONLINE - 15.03.2009

Der Mensch hält sich für das am höchsten entwickelte Lebewesen. Zurecht? In einem edition-unseld-Essay lotet der Philosoph Reinhardt Brandt aus, was Denken, Kommunikation und Urteilen auszeichnet. Auf die Frage, ob Tiere denken können, findet er eine klare Antwort. mehr...

Wirklichkeit und Fiktion Das Wesen des Unvorstellbaren

SPIEGEL ONLINE - 28.02.2009

Kann man sich von unmöglichen Dingen eine Vorstellung machen? Auf der Suche nach einer Antwort streift Oswald Egger in einem Essay Poesie, semantische Paradoxa und die Philosophie. mehr... Forum ]

Theorie der Willensfreiheit Weshalb der Mensch tut, was er möchte

SPIEGEL ONLINE - 03.11.2008

Existiert freier Wille? Ist der Mensch Herr seiner selbst? Philosophen und Hirnforscher diskutieren diese Frage intensiv und reden dabei teils aneinander vorbei, meinen die Forscher Michael Pauen und Gerhard Roth. Beide plädieren für eine naturalistische Theorie der Willensfreiheit. mehr...

Geist und Materie Warum Schrödinger bis heute aktuell ist

SPIEGEL ONLINE - 24.10.2008

Erwin Schrödinger war ein Ausnahmeforscher: Er entwickelte nicht nur die mathematische Beschreibung der Quantenmechanik, sondern schaute stets über den Tellerrand der Physik hinaus. So lieferte Schrödinger entscheidende Anstöße für neu entstehende Gebiete wie die Biogenetik. Von Robert B. Laughlin, Michael Hendrickson, Robert Harrison und Hans Ulrich Gumbrecht mehr...

Hirnforschung Wie wir die Emotionen unser Mitmenschen verstehen

SPIEGEL ONLINE - 06.10.2008

Warum können wir ihre Absichten und Gefühle anderer Menschen verstehen? Was befähigt uns zur Empathie? Die italienischen Forscher Giacomo Rizzolatti und Corrado Sinigaglia berichten, wie die moderne Hirnforschung die Quelle des Mitgefühls aufklären konnte. mehr...

Evolution der Information Wie kulturelles Wissen entsteht

SPIEGEL ONLINE - 01.10.2008

Wissen ist schwer zu fassen, es ist weit mehr als die Addition von Fakten, Berichten und Erfahrungen. In einem Edition-Unseld-Essay beschreibt Olaf Breidbach, wie aus Informationen und Nachrichten neue Wissensordnungen entstehen. mehr...

René Descartes Verteidigung des Erzverräters an der Natur

SPIEGEL ONLINE - 12.07.2008

Sein "Cogito ergo sum" war der Schlüssel zur Befreiung des Individuums, er setzte den Geist über die Materie: Mit seinen radikalen Ansätzen wurde René Descartes zu einem der umstrittensten Philosophen. Der Dichter Durs Grünbein setzt auf SPIEGEL ONLINE zu Descartes' Verteidigung an. mehr... Forum ]


Zur Serie

Was Natur- und Geisteswissenschaften voneinander lernen können

DPA
Von Ulla Unseld-Berkéwicz

In den letzten Jahrzehnten haben die Naturwissenschaften immer mehr die Deutungshoheit über das Wesen des Menschen und der Welt gewonnen. Das ist zu einer Herausforderung für die Geisteswissenschaften geworden, die sich an diesem Diskurs zu beteiligen haben. Die edition unseld will die Frage nach dem Für und Wider einer naturalistischen Weltsicht diskutieren, der durch Naturwissenschaft und Technologie bewirkte Wandel unseres Weltgefühls soll beschrieben, erklärt und vorausgedacht werden. Dies kann nur gelingen, wenn die Geistes- und Naturwissenschaften miteinander in Dialog treten.

Die edition unseld soll deshalb den Austausch zwischen den verschiedenen Wissensbereichen, von der Physik, der Mathematik und der Neurowissenschaft bis zur Philosophie, der Wissenssoziologie, der Technik- und Medienkritik, anregen, vertiefen und einem breiten Leserkreis zugänglich machen. In der großen essayistischen Tradition von Schrödinger, Heisenberg, Eddington, Bohr, Pauli und Dirac will die edition unseld Berührungspunkte zwischen den Disziplinen aufgreifen und zur genauen Wahrnehmung ermutigen.

Dass Natur-, Kultur- und Geisteswissenschaften einander bedürfen, um sinnvoll betrieben werden zu können, war für Universalgelehrte wie Goethe, Humboldt oder Helmholtz selbstverständlich. Die rasanten Fortschritte der Naturwissenschaften im letzten Jahrhundert brachten jedoch eine Entfremdung zwischen den Disziplinen mit sich, die es nun dringend zu überwinden gilt. In einer Zeit, in der die jahrhundertealte naturwissenschaftliche Erkenntnis, dass die Wahrheit die Übereinstimmung mit der Natur ist, zur Disposition stehen könnte, müssen die Naturwissenschaften den Blick über ihren Forschungshorizont hinauslenken, müssen die Geisteswissenschaften diesen Blick erwidern.

Zuspitzende Essays, Interview- und Gesprächsbände und interpretierend kommentierte kanonische Texte sollen eine neue Auseinandersetzung zwischen den Disziplinen provozieren. Unterstützt wird das Vorhaben durch einen Beirat aus Wissenschaftlern und Medienvertretern und eine Partnerschaft mit dem Nachrichtenportal SPIEGEL ONLINE. Der Start der neuen Reihe wird begleitet von den unseld lectures an der Universität Tübingen, zu denen Autoren der edition unseld eingeladen werden.

Ulla Unseld-Berkéwicz ist seit 2003 Vorsitzende der Geschäftsführung der Suhrkamp Verlagsgruppe. Sie ist Autorin zahlreicher Erzählungen, Romane und Dramen. In den siebziger Jahren war sie als Schauspielerin an Bühnen in München, Stuttgart, Köln, Hamburg, Bochum und West-Berlin tätig.


Wikipedia

Suhrkamp Verlag

Die Suhrkamp Verlag GmbH & Co. KG ist ein 1950 von Peter Suhrkamp gegründeter deutscher Verlag mit Sitz in Berlin. Seine Wurzeln gehen auf den Teil des S. Fischer Verlags zurück, der in den 30er Jahren arisiert wurde. Heute umfasst das Unternehmen e...mehr...






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