Die Anfänge des
Archivs
reichen in das frühe 12. Jahrhundert zurück. Die für die Stadt wichtigen Schriftstücke hatten 1322 noch Platz in einer Kiste im Hause eines
Patriziers
, wuchsen aber zeitgleich mit Kölns Entwicklung zur
freien Reichsstadt
rasch an. Als der Rat 1406 den Bau des Rathausturms beschloss, gehörte zum Bauprogramm auch ein Archivgewölbe. Damals wurde das erste, noch heute erhaltene Archivinventar angelegt.
Den
Zweiten Weltkrieg
hatten die ausgelagerten Archivbestände ohne Verluste überstanden. Dagegen sind die damals noch in den städtischen Dienstgebäuden lagernden Akten aus der Zeit der
Weimarer Republik
seit etwa 1927 und der
NS-Zeit
während des Krieges weitgehend vernichtet worden.
Das Haus beherbergt zahlreiche Schätze der Kultur-, Kirchen- und Verwaltungsgeschichte. Zum Bestand gehören Herrscherurkunden und zahlreiche kostbare
Handschriften
. Köln ist nach Angaben von Historikern auch eines der wichtigsten Archive der
deutschen Hanse
, weil 1593/94 auf Beschluss des Hansetages die Urkunden und Akten des seinerzeit größten
Kontors
, das in
Antwerpen
lag, in die sicheren Mauern Kölns gebracht wurden.
dpa
Das
Archiv
umfasst Dokumente aus über tausend Jahren Kölner, rheinischer und
preußischer Geschichte
. Mit der Ernennung
Leonard Ennens
zum ersten Kölner Stadtarchivar 1857 wurde der Ausbau des
Archivs
wesentlich auf den Weg gebracht. Mehr als 65.000 Urkunden aus dem Raum Köln ab dem Jahr 922, 104.000 Karten und Pläne, 50.000 Plakate und rund eine halbe Million Fotos. Zudem sind dort 780 Nachlässe und Sammlungen, unter anderem von
Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll
gelagert worden.
dpa