Epilepsie
Im Deutschen wird Epilepsie auch als Fallsucht oder Krampfleiden bezeichnet. Typische Symptome von Epilepsie sind wiederkehrende Krampfanfälle oder "Aussetzer" des Gehirns. Während eines Anfalls entladen sich bestimmte Neuronengruppen gleichzeitig - sie spielen verrückt. Oft kommt es dann zu plötzlichen Verhaltensstörungen wie Zuckungen oder Muskelstarre. Auch Störungen des Bewussstseins können die Folge sein. Diese führen zu plötzlichen Verhaltens- oder Befindungsstörungen.
Man unterscheidet verschiedene Arten von Epilepsie - je nachdem, ob möglicherweise eine Schädigung im Gehirn vorliegt, oder stoffwechselbedingte Ursachen dafür in Frage kommen, spricht man von einer symptomatischen Epilepsie. Kann man solche Ursachen nicht feststellen, handelt es sich um eine sogenannte genuine Epilepsie. Auch nicht an Epilepsie erkrankte Mensch können Krampfanfälle bekommen. Diese werden als Gelegenheitskrämpfe bezeichnet.
Epilepsie hat viele Ursachen und verläuft unterschiedlich. Es gibt aber genetische Veranlagungen, die ein Anfallsleiden begünstigen. So haben Forscher beispielsweise festgestellt, dass bestimmte Mutationen im Gen eines Rezeptors für Botenstoffe im Hirn, die Krankheit verursachen können. Neben Hirn- oder Stoffwechselstörungen gibt es jedoch eine Reihe weiterer Faktoren. Fieber, Schlafenzug, starke körperliche Anstrengung oder der Konsum bestimmter Drogen, wie Alkohol, Ecstasy oder Kokain, können auch Gelegenheitskrämpfe auslösen.
Bei einem akuten Krampfanfall sollte man vor allem dafür sorgen, dass sich der Krampfende keinen zusätzlichen Schaden zuzieht: Alle umgebenden Objekte von denen eine Gefahr auszugehen droht, aollten außer Reichweite gebracht oder abgeschirmt werden. Festhalten sollte man Krampfende, ausgenommen badende, nicht. Ansonsten ist Epilepsie heute eigentlich gut behandelbar. Das Ziel der Dauerbehandlung ist es, den Patienten von Krampfanfällen vollständig zu befreien. Zwei Drittel der Patienten bekommen ihre Krankheit mit den verfügbaren Medikamenten in Griff. Bleiben sie mindestens zwei Jahre anfallsfrei, können die Medikamente nach und nach abgesetzt werden. Ein Drittel aller Patienten sind jedoch nicht therapierbar. Daher suchen Forscher weiterhin nach neuen Ansätzen für eine Behandlung.