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Alle Artikel und Hintergründe

Energiewende: Gabriel rückt von Planung für Südost-Stromtrasse ab

Energiewende: Gabriel rückt von Planung für Südost-Stromtrasse ab

SPIEGEL ONLINE - 30.07.2014

"Natürlich wird der jetzige Korridor nicht kommen": Sigmar Gabriel hält die bisherige Planung für die Südost-Gleichstromtrasse für nicht durchsetzbar. Die Leitung soll nun länger werden und teilweise unterirdisch verlegt werden. mehr... Forum ]

Energiewende: Anteil von Ökostrom steigt auf Rekordhoch

Energiewende: Anteil von Ökostrom steigt auf Rekordhoch

SPIEGEL ONLINE - 29.07.2014

28,5 Prozent des deutschen Stromverbrauchs wird aus Wind, Sonne, Wasser und Biomasse gewonnen - so viel wie noch nie. Das Rekordhoch kommt jedoch nicht nur durch den Bau neuer Anlagen zustande. mehr... Forum ]

Künftiger EU-Kommissionschef Juncker: Klimaretter wider Willen

Künftiger EU-Kommissionschef Juncker: Klimaretter wider Willen

SPIEGEL ONLINE - 23.07.2014

Die EU soll bis 2030 gut 30 Prozent Energie sparen, mehr als zuletzt erwartet. Das ist auch einem Vorstoß von Jean-Claude Juncker zu verdanken. Nun spannen Grüne und Ökoverbände den konservativen baldigen EU-Kommissionschef für ihre Zwecke ein. Von Stefan Schultz mehr... Forum ]

Klimapolitik: Brüssel beschließt Energiesparziel von 30 Prozent

Klimapolitik: Brüssel beschließt Energiesparziel von 30 Prozent

SPIEGEL ONLINE - 23.07.2014

Die EU-Kommission wird nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen ein Energieeffizienzziel von 30 Prozent für 2030 vorschlagen. Dies ist höher als erwartet - und entspricht der Forderung des künftigen Kommissionschefs Jean-Claude Juncker. Von Stefan Schultz mehr... Forum ]

Gläubigerversammlung: Showdown der Prokon-Rivalen

Gläubigerversammlung: Showdown der Prokon-Rivalen

SPIEGEL ONLINE - 22.07.2014

Die Gläubiger von Prokon sollten über die Zukunft der insolventen Windkraftfirma entscheiden. Doch die Versammlung wurde zum öffentlichen Schlagabtausch zweier Männer. Einer gewann. Von Florian Diekmann mehr... Forum ]

Insolvente Windparkfirma: 15.000 Prokon-Gläubigern werden Stimmrechte entzogen

Insolvente Windparkfirma: 15.000 Prokon-Gläubigern werden Stimmrechte entzogen

SPIEGEL ONLINE - 22.07.2014

Die Gläubigerversammlung von Prokon startet mit einem Eklat. Die Stimmrechte von 15.000 Genussrechteinhabern sind für nichtig erklärt worden. Befangenheitsanträge gegen eine Rechtspflegerin waren zuvor abgelehnt worden. mehr... Forum ]

Streit um neue Stromtrassen: Aber bitte nicht hier!

Streit um neue Stromtrassen: Aber bitte nicht hier!

SPIEGEL ONLINE - 20.07.2014

Bundesweit wehren sich Gemeinden gegen die geplanten Energietrassen, auch das niedersächsische Kirchlinteln. Ein Besuch dort zeigt, was bei der Planung der Energiewende schiefgegangen ist. Ein Beitrag aus dem Wirtschaftsmagazin "enorm" von Katja Scherer mehr... Forum ]

Gutachten für Regierung: Experten warnen Gabriel vor Kapazitätsmarkt

Gutachten für Regierung: Experten warnen Gabriel vor Kapazitätsmarkt

SPIEGEL ONLINE - 17.07.2014

Durch die Energiewende werden Kohle- und Gaskraftwerke unrentabel. Die Stromkonzerne wollen sie als Reserve für wind- und sonnenarme Stunden einsetzen - und dafür Milliarden kassieren. Doch Gutachter warnen die Bundesregierung nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen davor. Von Stefan Schultz mehr... Forum ]

EU-Klimapolitik: Oettinger stutzt Ziele für Energieeffizienz

EU-Klimapolitik: Oettinger stutzt Ziele für Energieeffizienz

SPIEGEL ONLINE - 16.07.2014

Mehr Energieeffizienz würde Milliarden sparen und das Klima schützen. Doch die EU-Kommission schreckt vor ehrgeizigen Zielen zurück. In einem Entwurf, der SPIEGEL ONLINE vorliegt, wurden die Vorgaben für das Jahr 2030 stark aufgeweicht. Von Stefan Schultz mehr... Forum ]

Mögliche Insolvenzverschleppung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Prokon-Gründer

Mögliche Insolvenzverschleppung: Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Prokon-Gründer

SPIEGEL ONLINE - 15.07.2014

Es wird eng für Carsten Rodbertus: Die Staatsanwaltschaft sieht Anzeichen, dass der Gründer des Windpark-Betreibers Prokon dessen Insolvenz verschleppt hat. mehr... Forum ]

Deutscher Energiemix: Erneuerbare lösen Braunkohle als wichtigste Stromquelle ab

SPIEGEL ONLINE - 02.07.2014

Zeitenwende in der deutschen Energiewirtschaft: Im ersten Halbjahr sind die erneuerbaren Energien erstmals zur wichtigsten Quelle im Strommix aufgestiegen und haben damit die Braunkohle verdrängt. Dennoch soll die Ökostrom-Umlage nicht weiter steigen. mehr...

EEG-Gesetz: Koalition unterläuft Fehler bei Ökostromreform

SPIEGEL ONLINE - 01.07.2014

Panne für Schwarz-Rot: Das Erneuerbare-Energien-Gesetz ist gerade erst beschlossen - und muss schon nachgebessert werden. Die Grünen sehen sich bestätigt: "Das Gesetz war handwerklicher Pfusch." mehr...

Energie: Planungschaos bei Offshore-Windparks

DER SPIEGEL - 30.06.2014

Planungschaos bei Offshore-Windparks. Für die deutschen Offshore-Windparks wird schon in wenigen Jahren zu viel teure Netzkapazität zur Verfügung stehen. Das geht aus Berechnungen des Bremerhavener Marktforschungsinstituts Windresearch hervor, das ... mehr...

Ökostrom: Schwelbrand zum Start

DER SPIEGEL - 23.06.2014

Wiederinbetriebnahme des Offshore-Windparks Brad 1 nach Pannenserie verschoben. Erst eine Pannenserie, dann ein Brand: Seit Monaten liefert Deutschlands erster großer Offshore-Windpark Bard 1 keinen Strom mehr. Nun musste die einst für Anfang Juni ... mehr...

Energie: Solarausbau verlangsamt sich

DER SPIEGEL - 16.06.2014

Einbau von Solaranlagen bricht ein. Deutschland wird seine Ziele für den Einbau von Fotovoltaikanlagen in diesem Jahr nicht erreichen. Das legen die noch unveröffentlichten Zahlen der Bundesnetzagentur nahe. Demnach wurden auf deutschen Dächern bis... mehr...

Ökostrom: Hausbesitzer mit Solaranlage sollen EEG-Umlage zahlen

SPIEGEL ONLINE - 12.06.2014

Die Selbstversorgung mit Ökostrom wird für Hausbesitzer und Unternehmen offenbar unattraktiver: Die Bundesregierung will Medienberichten zufolge auch selbst erzeugten Ökostrom mit einer EEG-Umlage von 40 Prozent belegen. mehr...

Patagonien: Chiles Regierung stoppt Mega-Staudammprojekt

SPIEGEL ONLINE - 11.06.2014

Chile hat ein Staudammprojekt in Patagonien gestoppt. Die Regierung verweigerte dem Bau die Genehmigung, weil mögliche Umweltschäden und die Folgen für die Menschen in der Region bei der Planung nicht ausreichend berücksichtigt wurden. mehr...

Preisdumping: Solarkrieg zwischen Europa und China eskaliert

SPIEGEL ONLINE - 04.06.2014

Im Solarsektor droht nach SPIEGEL-ONLINE-Informationen großer Ärger. Europäische Hersteller werfen den Chinesen vor, die mit der EU vereinbarten Mindestpreise systematisch zu unterbieten. Stimmen die Vorwürfe, ist das komplette Abkommen zwischen Peking und Brüssel bedroht. mehr...

Erfolg für Solarworld: US-Regierung erhebt neue Zölle für Solartechnik aus China

SPIEGEL ONLINE - 04.06.2014

Im Kampf gegen wettbewerbsverzerrende Subventionen hat Solarworld einen wichtigen Etappensieg errungen. Über seine US-Tochter erreichte der Solarkonzern, dass Washington zusätzliche Zölle für Sonnenkollektoren aus China erhebt. mehr...

Solarworld-Chef Frank Asbeck: Jetzt seien Sie mal nicht so spießig!

SPIEGEL ONLINE - 03.06.2014

Die Rettung von Solarworld hat Anleger viel Geld gekostet, Konzernchef Frank Asbeck selbst kaufte sich ein Schloss. Ein Gespräch über deutsche Neidkultur, dreiste Chinesen und höhere Steuern für Reiche. mehr...



EEG-Umlage
Was ist die EEG-Umlage?
Die EEG-Umlage ist das zentrale Förderinstrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Wind-, Solar- und Biogasanlagen können am Markt noch nicht mit Kohle- und Atomkraftwerken konkurrieren. Damit sie trotzdem rentabel sind, wird solchen Kraftwerken der Strom zu einem fixen Preis abgenommen. Dieser liegt deutlich über dem Preis an der Strombörse EEX. Die Differenz von Börsenpreis und fixem Abnahmepreis zahlen die Verbraucher über ihre Stromrechnung.
Warum steigt die EEG-Umlage?
Das hat zwei Gründe. Erstens, weil die absolute Menge des Ökostroms steigt. Durch die Energiewende gehen eine große Menge neuer Ökostromanlagen ans Netz. Zweitens steigt die EEG-Umlage auch relativ. Das hat paradoxerweise mit sinkenden Strompreisen zu tun. Die erneuerbaren Energien erhöhen das Stromangebot in Zeiten großer Nachfrage und senken dadurch den Strompreis an der Börse. Wenn aber der Strompreis sinkt, dann steigt die Differenz zwischen dem tatsächlichen Strompreis und dem fixen Abnahmepreis, den Betreiber von Ökostromanlagen garantiert bekommen - und die Verbraucher per EEG-Umlage ausgleichen müssen.
Zahlen alle Verbraucher die EEG-Umlage?
Im Prinzip ja. Allerdings werden ausgerechnet die größten Stromfresser der Nation entlastet. Sie genießen den Schutz der sogenannten besonderen Ausgleichsregel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes. Laut dieser zahlen Firmen die volle EEG-Umlage nur für die ersten eine Million Kilowattstunden Strom, die sie verbrauchen. Für jede weitere Kilowattstunde zahlen sie nur noch zehn Prozent der EEG-Umlage, ab einem Verbrauch von zehn Millionen Kilowattstunden ist es nur noch ein Prozent, ab einem Verbrauch von 100 Millionen Kilowattstunden sind es noch 0,05 Cent. Beispiel: Die Trimet Aluminium AG verbraucht bei voller Auslastung 4,6 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr*. Die Aluminiumhütte muss also nur für rund 0,02 Prozent ihres Gesamtverbrauchs die volle EEG-Umlage zahlen.
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Grafiken: Wo kommt 2030 unsere Energie her?


Vor-/Nachteile der Energieträger
Die Energiewirtschaft befindet sich im Umbruch - SPIEGEL ONLINE zeigt die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Energieträger.
Erdöl
Plus: Erdöl ist der Schmierstoff industrieller Volkswirtschaften. In Deutschland deckt Öl rund 35 Prozent des Energiebedarfs - so viel wie kein anderer Rohstoff. Im Verkehrssektor gibt es momentan kaum Alternativen zu Öl: Das bestehende Tankstellennetz ist auf Benzin und Diesel ausgerichtet, die heute gängigen Motoren fahren fast nur mit diesen beiden Treibstoffen.

Minus: Der Ölpreis ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen - und mit ihm der Spritpreis. Autofahrer mussten zeitweise mehr als 1,50 Euro für Benzin zahlen. Die deutsche Volkswirtschaft verliert dadurch Milliardenbeträge, denn das Land ist fast völlig von Importen abhängig. Weltweit liegen die meisten Ölvorkommen in politisch heiklen Regionen wie dem Nahen Osten, Russland, Venezuela oder Nigeria. Versorgungskrisen kann man daher nicht ausschließen. Darüber hinaus ist Erdöl ein endlicher Rohstoff: Die bekannten Vorkommen gehen langsam zur Neige. Große neue Felder wurden in den vergangenen Jahren kaum entdeckt - und wenn, dann nur in schwierig zu erschließenden Gebieten wie der Arktis. Hinzu kommt die CO2-Problematik: Wenn Öl verbrannt wird, entsteht das Klimagas Kohlendioxid .
Erdgas
Plus: Erdgas ist der klimafreundlichste fossile Energieträger - bei der Verbrennung entsteht weniger CO2 als bei Kohle oder Öl. Außerdem halten die Vorräte noch eine Weile: Die Reichweite der Gasvorkommen wird auf rund 60 Jahre geschätzt, bei Öl sind es nur 40 Jahre. machen zudem den Zugriff auf große neue Gas-Reservoirs möglich. Ein weiterer Vorteil: Gas kann einen wichtigen Beitrag zur Stromerzeugung leisten. Denn Gaskraftwerke lassen sich schnell hoch- und runterfahren - diese Flexibilität hilft, die Schwankungen beim Windstrom auszugleichen.

Minus: Weltweit verfügen nur wenige Länder über Gasvorkommen. Entsprechend groß sind die Abhängigkeiten - Deutschland bezieht rund 40 Prozent seines Erdgases aus Russland. Problematisch ist außerdem die noch immer weit verbreitete Bindung an den Ölpreis: Je teurer Erdöl wird, desto teurer wird auch Gas. Stromkonzerne klagen bereits, dass sich Gaskraftwerke kaum mehr rentieren. Private Haushalte kennen dasselbe Problem beim Heizen - Gas ist kaum günstiger als Öl. Auch beim Autofahren stellt Erdgas keine Alternative dar: Der aktuelle Preisvorteil gegenüber Benzin und Diesel liegt nur an der steuerlichen Begünstigung.
Kohle
Plus: Kohle gibt es fast überall auf der Welt - einseitige Importabhängigkeiten wie beim Gas sind deshalb nicht zu befürchten. Auch Deutschland verfügt über nennenswerte Ressourcen: Braunkohle lässt sich ohne Subventionen fördern, für Steinkohle ist dies bei weiter steigenden Preisen zumindest denkbar. Außerdem reichen die Vorräte so lange wie bei keinem anderen fossilen Energieträger: Schätzungen gehen von rund 200 Jahren aus. Kohle eignet sich vor allem zur Stromerzeugung in der Grundlast - rund 50 Prozent des deutschen Stroms stammen aus Kohlekraftwerken .

Minus: Kein Energieträger ist so klimaschädlich wie Kohle. Bei der Verbrennung entsteht rund doppelt so viel CO2 wie bei Gas. Problematisch könnte dies vor allem dann werden, wenn man bestehende Atomkraftwerke durch neue Kohlekraftwerke ersetzt - oder wenn Elektroautos künftig in großem Stil Kohlestrom tanken. Bedenklich sind außerdem die Arbeitsbedingungen, unter denen Kohle gefördert wird : Zu den größten Produzenten zählen China, Russland und Südafrika - Länder, in denen immer wieder Bergleute ums Leben kommen.
Atomenergie
Plus: Kernkraftwerke produzieren - wenn sie einmal gebaut sind - günstigen Strom. Der Rohstoff Uran wird nur in geringen Mengen verbraucht, so dass die laufenden Betriebskosten gering sind. Atomstrom kann in der Grundlast eingesetzt werden, also unabhängig von kurzfristigen Wetterschwankungen. In Frankreich wird Atomstrom auch zum Heizen verwendet, langfristig könnten so auch Elektroautos betrieben werden. Bei der Kernenergie wird kaum CO2 freigesetzt. Sie ist damit klimafreundlicher als Kohle oder Gas.

Minus: Der größte Nachteil der Atomenergie ist das Risiko eines GAUs. Selbst wenn man dafür eine geringe Wahrscheinlichkeit unterstellt - der Schaden wäre enorm. Die Katastrophe in Tschernobyl war nur ein Vorgeschmack dessen, was im dicht besiedelten Mitteleuropa passieren würde: Tausende Opfer, auf ewig verseuchte Landstriche, Vermögensverluste in zigfacher Milliardenhöhe. Hinzu kommt die ungelöste Frage der Endlagerung : Obwohl die Kernenergie seit rund 50 Jahren genutzt wird, gibt es bis heute keine dauerhafte Deponie für die verstrahlten Abfälle. Ob es überhaupt ein sicheres Endlager geben kann, ist umstritten: Der Atommüll strahlt zum Teil mehr als 100.000 Jahre lang - was in dieser Zeit alles passiert, kann niemand vorhersagen. In jüngster Zeit wird ein weiteres Problem immer häufiger diskutiert: Was geschieht, wenn Terroristen einen Anschlag auf ein Kernkraftwerk verüben? Oder wenn sie in den Besitz von spaltbarem Material gelangen? Sicherheitsexperten haben auf diese Fragen keine abschließende Antwort.
Wasser
Plus: Die Wasserkraft ist sehr umweltfreundlich - mit geringem Eingriff in die Natur lässt sich günstig Energie gewinnen. Rund fünf Prozent des deutschen Stroms stammen aus Wasserkraftwerken. Außerdem lässt sich in Stauseen sehr gut Energie speichern: Bei einem Überangebot an Strom wird Wasser nach oben gepumpt. Bei Bedarf wird es dann abgelassen, um die Turbinen anzutreiben.

Minus: In Deutschland ist das Potential der Wasserkraft so gut wie ausgeschöpft. Fast jeder Fluss hat ein Kraftwerk, ebenso fast jeder See. Im Ausland wiederum ist die Wasserkraft zum Teil in Verruf geraten: Riesenprojekte wie der Jangtse-Staudamm in China zerstören die Natur in großem Stil.
Wind
Plus: Von allen erneuerbaren Energien ist die Windkraft in den vergangenen Jahren am stärksten gewachsen. Mittlerweile beziehen die Deutschen deutlich mehr Strom aus Windrädern als aus Wasserkraftwerken. Auch in Zukunft hat die Branche großes Wachstumspotential - vor allem offshore, also in Windparks auf dem Meer . Ein weiterer Vorteil: Die Windkraft ist verhältnismäßig günstig. Die Betreiber der Anlagen bekommen über das Erneuerbare-Energien-Gesetz nur wenig mehr Förderung als der Preis für konventionellen Strom an der Energiebörse hoch ist. Zum Vergleich: Solarstrom wird weit höher vergütet.

Minus: Kritiker halten Windräder für eine Verschandelung der Landschaft. Außerdem weht der Wind sehr unzuverlässig: Bei einer starken Brise wird das deutsche Stromnetz überlastet, bei Flaute muss Strom aus dem Ausland hinzugekauft werden. Praktikable Speicher für Windenergie gibt es bisher nicht. Ein weiterer Nachteil: Starker Wind bläst vor allem in Norddeutschland, die großen Verbrauchszentren liegen aber im Süden und Westen. Um den Strom abzutransportieren, sind zahlreiche neue Leitungen nötig .
Sonne
Plus: Die Sonne ist nach menschlichen Maßstäben eine ewige Energiequelle , und sie scheint für jeden umsonst. Hätten alle Dächer Deutschlands eine Solaranlage, könnte so ein großer Teil des hiesigen Strombedarfs gedeckt werden - klimaschonend und unabhängig von Importen. Darüber hinaus lässt sich das Sonnenlicht auch zur Warmwasserbereitung nutzen: Mit Solarkollektoren kann man herkömmliche Heizungen ergänzen und so die Energiekosten drücken.

Minus: Die Sonne hat den gleichen Nachteil wie der Wind - ihre Energie lässt sich nicht zu jeder Uhrzeit nutzen. Das größte Problem ist jedoch der Preis: Solarstrom kostet viel mehr als konventioneller Strom. Und trotz milliardenschwerer Subventionen leistet Sonnenenergie bislang nur einen geringen Beitrag zur deutschen Stromversorgung: Schätzungen schwanken zwischen einem um zwei Prozent. Damit die Photovoltaik in Mitteleuropa wettbewerbsfähig wird, müsste es eine technische Revolution geben - oder die Preise für konventionelle Energie müssten dramatisch steigen.
Biomasse
Plus: Holz, Stroh, Mais - beim Verbrennen dieser Stoffe wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie die Pflanzen vorher der Atmosphäre entzogen haben. Biomasse lässt sich in vielen Bereichen einsetzen: zum Heizen (beispielsweise mit Holzpellets), zum Autofahren (mit Biodiesel oder Bioethanol ) oder zur Stromerzeugung (mit Biogas). Der große Vorteil: Biomasse ist gespeicherte Energie. Man kann also frei entscheiden, wann man sie nutzen möchte - anders als bei Wind- oder Solarkraft. Ein weiterer Pluspunkt: Energiepflanzen, die in Deutschland wachsen, reduzieren die Abhängigkeit von Importen.

Minus: In jüngster Zeit gerät die Bioenergie massiv in die Kritik. Denn die Pflanzen benötigen enorme Anbauflächen - und treten damit in direkte Konkurrenz zur Nahrungsmittelproduktion. Gerade bei Biotreibstoffen wird das zum Problem: Lässt es sich moralisch rechtfertigen, dass die Reichen Mais tanken - während die Armen hungern? Hinzu kommt ein gigantisches Mengenproblem: Wollte Deutschland seinen gesamten Benzin- und Dieselbedarf mit Biokraftstoffen decken, wäre dafür eine Fläche nötig, die größer ist als die gesamte Bundesrepublik. Das Gleiche gilt fürs Heizen: Sollten alle Bundesbürger auf Holzpellets umsteigen, würde der deutsche Wald dafür nicht reichen - erneut wären Energie-Importe nötig.
Erdwärme
Plus: Die Wärme im Erdinneren steht rund um die Uhr zur Verfügung. Sie lässt sich sowohl zum Heizen als auch zur Stromerzeugung nutzen. Gäbe es keine Probleme mit der Bohrtechnik, könnte die Geothermie den gesamten deutschen Energiebedarf decken.

Minus: In Deutschland muss man Hunderte oder gar Tausende Meter tief bohren, um ein ausreichendes Temperaturniveau zu erreichen. Die Kosten der Geothermie sind deshalb sehr hoch. Mancherorts gibt es außerdem Probleme mit dem Grundwasser. Andere Länder sind hier aus geologischen Gründen in einer besseren Position: Island zum Beispiel deckt seinen Energiebedarf zum Großteil mit der Wärme aus dem Erdinneren.



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