ThemaFolter

Alle Artikel und Hintergründe

Amnesty-Bericht über Syrien: Mit 31 Foltermethoden gegen die Menschenwürde

SPIEGEL ONLINE - 14.03.2012

Die Opfer werden in Autoreifen aufgehängt und verprügelt, mit Gewehrkolben oder Kabeln misshandelt: Amnesty International hat einen detaillierten Bericht über die systematische Folter in Syrien vorgelegt. Vor allem Vergewaltigungen und Elektroschocks werden immer häufiger eingesetzt. mehr...

Gesetz gegen Regimekritiker: Willkür-Vollmacht für Chinas Polizei

SPIEGEL ONLINE - 14.03.2012

Es ist ein schwerer Schlag für die Menschenrechte in China: Regimekritiker dürfen künftig schon bei vagen Verdächtigungen inhaftiert werden - bis zu sechs Monate an einem geheimen Ort. Beobachter sehen in dem neuen Gesetz einen Freibrief für Folter und Misshandlung. mehr...

Assads Gefängnisse: In der Hölle wächst der Widerstand

SPIEGEL ONLINE - 06.03.2012

Zehntausende Menschen sind seit Beginn des Aufstands in Syrien in die unterirdischen Gefängnisse des Regimes verschleppt worden. Zwei von ihnen erzählen von ihren Folterqualen in der Welt des staatlichen Terrors - und wie diese Erfahrungen den Widerstand gegen Baschar al-Assad stärken. mehr...

MENSCHENRECHTE: Fast jeder kann foltern

DER SPIEGEL - 18.02.2012

Manfred Nowak: "Folter. Die Alltäglichkeit des Unfassbaren": Buch über den Alltag der Folter. Der österreichische Jurist Manfred Nowak, 61, über HaftbedingungenSPIEGEL: Als Uno-Sonderberichterstatter für Folter haben Sie die Haftbedingungen in 18 L... mehr...

Menschenrechtsbericht: Amnesty wirft libyschen Milizen tödliche Folter vor

SPIEGEL ONLINE - 16.02.2012

Für ihren Kampf gegen den langjährigen Diktator Gaddafi wurden sie gefeiert, dabei sind die bewaffneten Milizen selbst eine Gefahr für Libyen: Laut Amnesty International foltern die Kämpfer vermeintliche Anhänger des früheren Machthabers - und destabilisieren so das Land. mehr...

Menschenrechtsbericht: Libyscher Ex-Diplomat wurde zu Tode gefoltert

SPIEGEL ONLINE - 03.02.2012

Schwere Vorwürfe gegen die neuen Machthaber in Libyen: Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch wirft ihnen vor, den ehemaligen libyschen Botschafter in Frankreich in der Haft gefoltert und getötet zu haben. Die Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf. mehr...

Gewalt in Syrien: Assads Schlächter foltern auch Kinder

SPIEGEL ONLINE - 03.02.2012

Haft, Folter, Missbrauch: Menschenrechtlern zufolge machen die syrischen Sicherheitskräfte bei ihren Repressalien keinen großen Unterschied zwischen Erwachsenen und Minderjährigen. "Die Kinder sind vom Horror nicht verschont geblieben", heißt es bei Human Rights Watch. mehr...

LIBYEN: Knochenbrüche und Elektroschocks

DER SPIEGEL - 30.01.2012

Christopher Stokes, 45, Geschäftsführer der Hilfsorganisation "Ärzte ohne Grenzen", über Folter unter den neuen Machthabern. SPIEGEL: Ihre Organisation hat die Arbeit in Misurata eingestellt, warum?Stokes: Weil wir missbraucht wurden. Unsere Aufgab... mehr...

Misshandlungen in Libyen: Menschenrechtler beklagen Folter in Misurata

SPIEGEL ONLINE - 26.01.2012

Amnesty International erhebt schwere Vorwürfe gegen die neuen Machthaber in Libyen. In Gefängnissen werden demnach Häftlinge misshandelt, einige gar zu Tode gequält. Laut dem Bericht unternimmt der Übergangsrat nichts, um die Folter zu stoppen. mehr...

Syrien: Menschenrechtler werfen Assad Kinderfolter vor

SPIEGEL ONLINE - 06.01.2012

In Syrien seien seit Beginn des Aufstands gegen Präsident Assad mehr als 600 Oppositionelle zu Tode gefoltert worden, klagen Menschenrechtsaktivisten an. Im ganzen Land hat das Regime demnach provisorische Lager errichtet, in denen Aufständische misshandelt werden. mehr...


Wikipedia

Folter

Folter (auch Marter oder Tortur) ist das gezielte Zufügen von psychischem oder physischem Leid (Gewalt, Qualen, Schmerz, Angst, massive Erniedrigung) an Menschen durch andere Menschen, meist als Mittel für einen bestimmten Zweck, beispielsweise um e...mehr...

Warum tun Menschen so etwas?
Normale Menschen können unter extremen Umständen zu Bestien werden, fand der US-amerikanische Psychologe Stanley Milgram bereits in den sechziger Jahren heraus. In seinen mittlerweile berühmt gewordenen Experimenten schaffte er es, Freiwillige dazu zu bringen, dass sie anderen Menschen tödliche Elektroschocks gegeben hätten. Man musste ihnen nur sagen, dass dies zur Durchführung des Versuchs notwendig sei. Bei der anschließenden Besprechung hätten Milgrams Studenten geschworen, dass sie sich niemals so verhalten hätten. In ähnlichen Experimenten taten sie es dann aber doch.

"An den Rand des Todes und zurück" - Folterberichte
AP
Abu Subeida, ein mutmaßlich enger Vertrauer von Osama Bin Laden, wurde im März 2002 in Pakistan gefasst und dabei schwer verletzt. Die CIA sorgte dem Bericht zufolge ausdrücklich dafür, dass er gesundgepflegt wurde - nur um ihn dann foltern zu können. Dazu sei er zwischen mehreren CIA-Lagern hin- und hertransportiert worden.

"Ich erwachte, nackt, an ein Bett gefesselt, in einem sehr weißen Raum. Der Raum maß ungefähr vier mal vier Meter. (...) Nach einiger Zeit, ich glaube, dass es mehrere Tage waren, wurde ich zu einem Stuhl gebracht, an den ich an Händen und Füßen gekettet wurde, für die nächsten zwei bis drei Wochen, glaube ich. In der Zeit bekam ich durch das dauerhafte Sitzen Blasen an der Unterseite meiner Beine. (...) In den ersten zwei oder drei Wochen bekam ich, während ich auf dem Stuhl saß, keine feste Nahrung. Mir wurde nur Ensure (ein Proteingetränk, Anm.d.Red.) und Wasser zu trinken gegeben. Anfangs musste ich mich von dem Ensure übergeben, aber das wurde mit der Zeit besser. (...) Die Zelle und der Raum waren klimatisiert und sehr kalt. Die ganze Zeit spielte sehr laute Brüllmusik. Sie wiederholte sich alle 15 Minuten, 24 Stunden am Tag. Manchmal stoppte die Musik und wurde von lautem Zischen oder Knattern abgelöst. (...) Zwei schwarze Holzkisten wurden in den Raum außerhalb meiner Zelle gebracht. Eine war hoch, etwas größer als ich und schmal. (...) Die andere war kleiner. (...) Ich wurde aus meiner Zelle geholt, und einer der Vernehmenden wickelte ein Handtuch um meinen Hals, und dann benutzten sie das, um mich herumzuschleudern und mich wiederholt gegen die harte Wand des Raums zu schmettern. Auch wurde ich wiederholt ins Gesicht geschlagen. (...) Dann wurde ich in die große Kiste gesteckt, ich glaube für rund eine bis eineinhalb Stunden. Die Kiste war innen und außen total schwarz. (...) Sie bedeckten die Außenseite der Kiste mit einem schwarzen Tuch, um das Licht zu verdunkeln und meine Luftzufuhr zu drosseln. Es war schwer zu atmen. (...) Nach dem Verprügeln wurde ich in die kleine Kiste gesteckt. (...) Da sie nicht hoch genug war, um aufrecht zu sitzen, musste ich mich zusammenkrümmen. Wegen meiner Wunden war das sehr schwer. (...) Die Wunde an meinem Bein öffnete sich und begann zu bluten. Ich weiß nicht, wie lange ich in der kleinen Kiste blieb, ich bin vielleicht eingeschlafen oder ohnmächtig geworden. (...) Dann wurde ich aus der kleinen Kiste gezerrt, ohne dass ich ordentlich laufen konnte, und auf etwas geschnallt, was wie ein Krankenhausbett aussah, und mit engen Gurten sehr eng daran gefesselt. Ein schwarzes Tuch wurde über mein Gesicht gepresst, und die Vernehmer nahmen eine Mineralwasserflasche, um Wasser auf das Tuch zu kippen, so dass ich nicht atmen konnte. Nach ein paar Minuten wurde das Tuch weggenommen und das Bett in eine aufrechte Position gedreht. Der Druck der Gurte auf meine Wunden tat sehr weh. Ich erbrach mich. Dann wurde das Bett wieder in eine horizontale Position gedreht und die gleiche Folter wiederholt, mit dem schwarzen Tuch über meinem Gesicht und dem Wasser aus der Flasche. Diesmal hing mein Kopf mehr in einer rückwärtigen, nach unten gerichteten Position, und das Wasser wurde länger ausgeschüttet. Ich kämpfte mit den Gurten, versuchte zu atmen, doch es war hoffnungslos. Ich dachte, ich würde sterben. Ich verlor die Kontrolle über mein Urin. Seitdem verliere ich auch heute noch die Kontrolle über mein Urin, wenn ich unter Stress stehe. (...) Das dauerte etwa eine Woche. In der Zeit wurde die ganze Prozedur fünfmal wiederholt. (...) Einmal wurde das Ersticken dreimal hintereinander wiederholt. (...) Mehrmals brach ich dabei zusammen und verlor das Bewusstsein. Dann wurde die Folter durch die Intervention eines Arztes gestoppt."

Quelle: ICRC/Mark Danner/"New York Review of Books"
Themen von A-Z





 
TOP



TOP