Die Wehrpflicht ist ausgesetzt - der Zivildienst damit obsolet. Deswegen gibt es nun den sogenannten
Bundesfreiwilligendienst, den mancher schon mit "Bufdi" abkürzt. Er dauert sechs bis 24 Monate, in der Regel ein Jahr. Männer und Frauen ab 16 Jahren sollen in Krankenhäusern oder Behindertenheimen eingesetzt werden, aber auch in Bildung, Kultur, Sport und anderen Bereichen.
Freiwillige erhalten neben Unterkunft, Dienstkleidung und Verpflegung ein Taschengeld von monatlich maximal 330 Euro. Zum Dienstbeginn am 1. Juli wurden laut Bundesfamilienministerium gut 3000 Verträge geschlossen. Zusammen mit 14.300 Zivildienstleistenden, die ihre Zeit verlängert haben, umfasst der neue Dienst zu seiner Einführung somit rund 17.300 Freiwillige.
Der Jugendverband des Deutscher Gewerkschaftsbundes (DGB) kritisiert, der Bundesfreiwilligendienst und der freiwillige Wehrdienst eröffneten "keinerlei Perspektiven" für junge Menschen. Sie verdrängten reguläre Arbeitsplätze, weiteten den Niedriglohnsektor noch mehr aus und könnten zu "Lohndumping vor allem bei sozialen Berufen" führen.