Chronologie: Frauenfußball in Deutschland
1930: Charlotte "Lotte" Specht gründet den ersten Frauen-Fußballverein in Deutschland, den 1. Damen-Fußball-Club Frankfurt. Der Verein löst sich aufgrund großer Widerstände und mangelnder Unterstützung durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) nach einem Jahr wieder auf.
Die ersten Frauenmannschaften organisieren sich einige Jahre nach dem Krieg, fristen aber noch ein Schattendasein.
1955: Auf dem DFB-Bundestag am 30. Juli in Berlin untersagt der Verband seinen Vereinen, Damenfußball-Abteilungen zu gründen oder aufzunehmen.
1956: Am 13. September bestreitet eine deutsche Damenfußball-Auswahl das erste (inoffizielle) Länderspiel in Essen. Vor 18.000 Zuschauern besiegt Deutschland die Niederlande 2:1.
Der DFB weicht sein Verbot des Damenfußballs auf.
1970: Der DFB gibt seinen Widerstand auf. Beim Bundestag am 30. Oktober in Travemünde fasst er den Beschluss, Frauen das Fußballspielen zu erlauben. Längst gibt es zahlreiche Vereine und Auswahlmannschaften, die inoffizielle Länderspiele bestreiten.
1973: Ohne Zustimmung des DFB wird der "Goldpokal" - Vorläufer der deutschen Meisterschaft - zwischen den Meistern einiger Landesverbände ausgespielt. Sieger wird der TuS Wörrstadt mit einem 3:1-Finalsieg gegen Bayern München am 29. September.
1974: Wörrstadt wird erster offizieller deutscher Frauenfußball-Meister. Bärbel Wohlleben geht als erste Torschützin des Monats bei der Wahl in der ARD-"Sportschau" in die Geschichte ein.
1980/81: Der DFB-Pokal der Frauen wird eingeführt: Erster Titelträger ist die SSG Bergisch-Gladbach.
1982: Die von Gero Bisanz betreute Nationalelf bestreitet am 10. November in Koblenz ihr erstes offizielles Länderspiel gegen die Schweiz. Die heutige Bundestrainerin Silvia Neid steuert zwei Tore zum 5:1-Sieg bei.
1984:Die erste (noch inoffizielle) Europameisterschaft findet statt. Es gibt allerdings noch keine Endrunde in Turnierform. Den Titel sichert sich Schweden in den Finalspielen gegen England. Beide Teams gewinnen zu Hause jeweils 1:0. Im Elfmeterschießen setzt sich Schweden 4:3 durch.
1989: Deutschland wird durch ein 3:1 nach Verlängerung gegen Norwegen zum ersten Mal Europameister - es folgen bis 2009 sechs weitere Titel: 1991, 1995, 1997, 2001, 2005 und 2009.
1990: Erstes und einziges Frauen-Länderspiel der DDR. Die Auswahl verliert am 9. Mai in Potsdam 0:3 gegen die CSFR.
1991: In China findet die erste Frauen-Weltmeisterschaft statt: Das DFB-Team wird nach einem 0:4 gegen Schweden im Spiel um den dritten Platz Vierter. Die USA holen den Titel durch ein 2:1 gegen Norwegen.
1995: Deutschland wird in Schweden Vizeweltmeister. Den Titel gewinnt Norwegen.
1996: Frauenfußball ist erstmals olympisch. Deutschland scheidet in Atlanta in der Vorrunde aus. Danach übernimmt Tina Theune-Meyer das Traineramt.
1997: Die eingleisige Bundesliga startet. Erster Meister wird der FSV Frankfurt.
2000: Die deutsche Elf belegt bei den Olympischen Spielen in Sydney den dritten Platz. Gold geht mit einem 3:2-Sieg nach Verlängerung an Norwegen, Silber an die USA.
2002: Der 1. FFC Frankfurt gewinnt als erster Verein den neu eingeführten Uefa-Pokal für Frauen.
2003: Nia Künzer sichert der DFB-Elf in den USA mit ihrem Golden Goal zum 2:1 nach Verlängerung im Finale gegen Schweden den ersten WM-Titel.
2007: Deutschland wird in China zum zweiten Mal Weltmeister: Im Finale gegen Brasilien gewinnt die DFB-Elf 2:0.
2011: Die WM findet vom 26. Juni bis 17. Juli erstmals in Deutschland statt.
Quelle: dpa