Humane Papillomaviren (HPV) lösen unterschiedliche Erkrankungen der Haut und Schleimhäute aus. Mittlerweile sind mehr als 100 verschiedene Subtypen der DNA-Viren bekannt, die durch sexuelle Übertragung häufig zu gutartigen Tumoren und Feigwarzen im Genitalbereich führen. Mindestens 13 Subtypen von HPV können allerdings Gebärmutterhalskrebs auslösen. Das hat der deutsche Forscher Harald zur Hausen entdeckt, der 2008 dafür
mit dem Nobelpreis geehrt wurde.
Seit 2006 und 2007 sind die Impfstoffe Gardasil (Sanofi Aventis) und Cervarix (GlaxoSmithKline) gegen Gebärmutterhalskrebs in Deutschland zugelassen. Im März 2007 hat die Ständige Impfkommission der Bundesregierung empfohlen, alle Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren zu immunisieren. Die Dreifachimpfung soll vor einer Infektion mit HPV schützen, wie lang die Immunisierung allerdings anhält, ist noch nicht bekannt.
Seit der Zulassung der Impfstoffe steigt die Zahl der Kritiker. In einem
Manifest haben 13 Wissenschaftler die Ständige Impfkommission aufgefordert, ihre Impfempfehlung zu überprüfen. Vor allem die aggressiven Werbekampagnen der Pharmafirmen stoßen übel auf: Bis zu sechsmal täglich flimmern teure Werbespots für die Immunisierung über deutsche TV-Bildschirme. Ärzte, Politiker und Prominente wurden eingespannt, um die Impfung bekannt zu machen. Modedesignerin Jette Joop etwa sagt in einem der Spots: "Als Mutter erlebe ich, wie schnell meine Tochter groß wird. Ich will nicht, dass Gebärmutterhalskrebs dieses Leben in Gefahr bringt."