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Alle Artikel und Hintergründe

US-Gefangenenlager: Uruguay nimmt sechs Guantanamo-Häftlinge auf

SPIEGEL ONLINE - 17.07.2014

149 Männer sitzen noch immer im US-Gefangenenlager Guantanamo ein. Sechs von ihnen könnten nun freikommen: Uruguay will die ehemaligen Terrorverdächtigen aufnehmen, das Pentagon bereitet die Freilassung der Häftlinge vor. mehr...

Befreiter US-Soldat: Taliban sollen Bergdahl in Käfig gesperrt haben

SPIEGEL ONLINE - 07.06.2014

Über die Gefangenschaft des US-Soldaten Bergdahl bei den Taliban sickern neue Details durch: Laut CNN sollen die Extremisten ihn in eine Art Käfig gesperrt haben. Das könnte Präsident Obama neue Argumente in der Diskussion über die Befreiung verschaffen. mehr...

USA: Die Ehre des Bowe Bergdahl

DER SPIEGEL - 07.06.2014

Fünf Jahre lang war ein Soldat in der Hand der Taliban, nun wurde er gegen fünf Islamisten ausgetauscht. In seiner Heimatstadt ist er ein Held, für seine Kameraden ein Verräter. In ihrer Ballettkompanie hat Bowe Bergdahl es bis zum "Lifter" geschaf... mehr...

Guantanamo: USA wollen Dutzende Gefangene entlassen

SPIEGEL ONLINE - 06.06.2014

Im umstrittenen US-Gefangenenlager Guantanamo sitzen noch 149 Männer ein. Nun planen die USA, Dutzende von ihnen zu entlassen. Fraglich ist, wohin die Männer kommen: In ihrer Heimat drohen ihnen oft Verfolgung und Folter. mehr...

Kritik an Bergdahl-Befreiung: Der Haken am Taliban-Deal

SPIEGEL ONLINE - 06.06.2014

Fünf Taliban gegen einen US-Soldaten: War es falsch von US-Präsident Obama, sich auf diesen Austausch-Deal einzulassen? Etliche Ex-Guantanamo-Häftlinge schlossen sich wieder dem Dschihad an. mehr...

Kritik an Obama nach Bergdahl-Befreiung: Die Freude ist plötzlich gar nicht mehr so groß

SPIEGEL ONLINE - 06.06.2014

Die Befreiung der Taliban-Geisel Bergdahl wird für US-Präsident Obama zum Problem. Exsoldaten schmähen Bergdahl als Deserteur, Senatoren und die Familien anderer Entführter kritisieren den Gefangenenaustausch. Was lief schief? mehr...

Umstrittener Deal: Taliban sollen mit Tod Bergdahls gedroht haben

SPIEGEL ONLINE - 05.06.2014

Entweder ihr schweigt, oder euer Soldat ist tot: So beschreibt die US-Regierung die Situation im umstrittenen Fall Bowe Bergdahl. Mit diesen neuen Details versucht die Regierung, den Ärger der Senatoren über Obamas Informationspolitik zu dämpfen. mehr...

Austausch von US-Soldat Bergdahl: Obama lehnt Entschuldigung für Taliban-Deal ab

SPIEGEL ONLINE - 05.06.2014

"No apology": US-Präsident Barack Obama hat den umstrittenen Gefangenenaustausch um Bowe Bergdahl verteidigt. Er sei besorgt um die Gesundheit des Soldaten gewesen. mehr...

Deal mit Taliban: Bergdahl-Befreiung bringt Obama in Bedrängnis

SPIEGEL ONLINE - 05.06.2014

Der Gefangenenaustausch für den Soldaten Bowe Bergdahl sorgt in den USA für immer mehr Missmut. Bergdahls Heimatort sagt eine Willkommensfeier ab, Senatoren beider Parteien kritisieren die Informationspolitik der Obama-Regierung scharf. mehr...

Vorwürfe nach Kriegsgefangenschaft: US-Soldat Bergdahl muss mit Ermittlungen rechnen

SPIEGEL ONLINE - 03.06.2014

Kriegsheld oder Deserteur? Das US-Militär will untersuchen, ob der nun freigelassene Kriegsgefangene Bowe Bergdahl in Afghanistan desertiert ist. mehr...




Hintergründe zu Guantanamo
Lager
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 rief US-Präsident George W. Bush den Krieg gegen den Terror aus. Für Terrorverdächtige richtete seine Regierung auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay im Süden Kubas ein Gefangenenlager ein. Seit Anfang 2002 werden dort vor allem mutmaßliche Taliban- und Qaida -Mitglieder festgehalten, denen die Rechte als Kriegsgefangene verwehrt blieben. Durch Berichte über Misshandlungen, Erniedrigungen und Folter von Häftlingen wurde Guantanamo zum Synonym für die willkürliche und unmenschliche Behandlung von Gefangenen.
Status
Der Marinestützpunkt Guantanamo Bay liegt außerhalb des US-Territoriums und gehört de jure zu Kuba. Die zivile Gerichtsbarkeit der USA hat auf das vom Militärrecht bestimmte Gelände keinen unmittelbaren Zugriff. Washington bezeichnete die Gefangenen aus dem Krieg gegen den Terror als "unlawful enemy combatants" und erkannte sie nicht als Kriegsgefangene an, so dass für sie die Genfer Konvention nicht greift. Stattdessen galt ein von Präsident Bush verordnetes Regelwerk, das unter anderem die Aburteilung von Gefangenen vor einem Militärtribunal regelte. Dies führte weltweit zu Protesten. 2006 erklärte der Supreme Court die Militärtribunale in Guantanamo für verfassungswidrig und stellte die Häftlinge unter den Schutz der Genfer Konvention.
Kritik
Die Zustände in Guantanamo haben – neben den Vorkommnissen in Abu Ghuraib – dem Ruf der USA schwer geschadet, die als globale Schutzmacht von Freiheit und Demokratie auftreten. Guantanamo wurde zum Synonym für Häftlingsfolter und für eine Justiz ohne Rechtstaatlichkeit. Menschenrechtler fordern seit langem die Schließung des Lagers.
Häftlinge
Rund 770 mutmaßliche Mitglieder und Sympathisanten der Taliban und der Qaida aus mehr als 40 Ländern haben in den vergangenen sieben Jahren in Guantanamo eingesessen. Etwa 500 wurden im Lauf der Jahre entlassen und größtenteils in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Etwa 180 Terrorverdächtige sind derzeit noch in den Camps inhaftiert, der größte Teil ist jemenitischer, afghanischer oder algerischer Herkunft.
Bekannte Häftlinge:
Chalid Scheich Mohammed , selbsternannter Chefplaner der Anschläge vom 11. September 2001
Ramzi Binalshibh , ehemaliger Mitbewohner des Todespiloten Mohammed Atta
Murat Kurnaz , in Bremen geborener, türkischer Staatsbürger
David Hicks, bekanntgeworden als australischer Taliban

Bauten
Auf dem Gelände des US-Marinestützpunkts Guantanamo Bay gibt es mehrere Camps. Das berüchtigte Camp X-Ray, in dem Terrorverdächtige in orangefarbenen Overalls in Drahtkäfigen einsaßen, wurde noch 2002 geschlossen. Hauptkomplex des Gefängnisses ist das Camp Delta. Es wird von der Joint Task Force Guantanamo (JTF-GTMO) betrieben.
Verhörmethoden
Schließung
Barack Obama, der im Januar 2009 Nachfolger von Bush als US-Präsident wurde, hat bei seinem Amtsantritt angekündigt, das Gefangenenlager in Guantanamo schließen zu wollen. Er nannte ursprünglich den 20. Januar 2010 als Termin - die Schließung verzögert sich jedoch. In den USA gibt es Widerstand gegen den Plan, einen Teil der Häftlinge in das Hochsicherheitsgefängnis in Thomson, Illinois, zu verlegen.
Umgang mit den verbliebenen Häftlingen
Im Juli 2010 saßen laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International noch 180 Häftlinge in dem Lager. Eine Taskforce wurde in den USA mit der Überprüfung der Häftlinge beauftragt. US-Zeitungen zitierten im Juni 2010 aus einem Bericht, wonach das Gremium empfiehlt, 126 der verbliebenen Gefangenen in ihre Heimat oder Drittländer zu schicken. 36 sollten demnach vor ein Bundes- oder Militärgericht gestellt, und 48 sollten unter Berufung auf das Kriegsrecht auf unbestimmte Zeit festgehalten werden.
Aufnahme von Häftlingen durch Drittstaaten
Seit Obamas Amtsantritt wurden laut Amnesty International etwa 60 Gefangene entlassen, 33 von ihnen kehrten nicht in ihre Herkunftsländer zurück, sondern wurden von anderen Ländern aufgenommen. Dutzende weitere Gefangene werden von den USA als nicht länger gefährlich eingestuft. Da ihnen in ihren Heimatländern Verfolgung droht, suchen die USA nach Drittstaaten, die sie aufnehmen. Deutschland wird zwei Ex-Insassen aufnehmen.

Amnesty International zufolge haben in Europa bereits die Schweiz, Frankreich, Portugal, Belgien, Ungarn, die Slowakei, Georgien, Albanien, Bulgarien, Irland und Spanien Ex-Guantanamo-Gefangene aufgenommen.





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