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Alle Artikel und Hintergründe

Fußnote: 116

DER SPIEGEL - 25.07.2015

116 Häftlinge sitzen noch in Guantanamo. Häftlinge sitzen noch im Gefangenenlager von Guantanamo ein. Nach seiner Wahl 2009 hatte US-Präsident Obama versprochen, das Lager innerhalb eines Jahres zu schließen. Demnächst will die Regierung dem Kongre... mehr...

Belgien: Ex-Guantanamo-Häftlinge wegen terroristischer Aktivitäten festgenommen

SPIEGEL ONLINE - 24.07.2015

Mehrere Jahre waren sie im US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba inhaftiert: Nun wurden zwei Ex-Häftlinge des Camps in Belgien verhaftet. Sie sollen versucht haben, Kämpfer für den Krieg in Syrien zu rekrutieren. mehr...

Umstrittenes Lager: US-Regierung ernennt neuen Guantanamo-Beauftragten

SPIEGEL ONLINE - 01.07.2015

Monatelang war das Amt unbesetzt: Jetzt hat die US-Regierung einen neuen Guantanamo-Beauftragten eingesetzt. Der Jurist Lee Wolosky soll sich um die Schließung des berüchtigten Gefangenenlagers kümmern. mehr...

Guantanamo: Häftling kommt frei - nach neun Jahren Hungerstreik

SPIEGEL ONLINE - 26.06.2015

Seit 2005 verweigerte ein Mann aus Saudi-Arabien die Nahrungsaufnahme. Damit protestierte er gegen seine Haft in Guantanamo - und wurde zwangsernährt. Jetzt darf er das Lager verlassen. mehr...

Nach Protest: Uruguay hilft Ex-Guantanamo-Häftlingen beim Neustart

SPIEGEL ONLINE - 20.05.2015

Die von Uruguay aufgenommenen Ex-Guantanamo-Häftlinge haben ihren Protest vor der US-Botschaft beendet. Sie forderten Geld und Hilfe für ihr neues Leben - mit Erfolg. mehr...

Uruguay: Das Haus der Unfreien

DER SPIEGEL - 16.05.2015

Sechs frühere Gefangene aus Guantanamo leben seit einem halben Jahr in einer Wohngemeinschaft in Montevideo. Vom Gelingen dieses Experiments könnte die geplante Schließung des Lagers abhängen. Bislang überwiegen die Probleme. Von Marian Blasberg. G... mehr...

Uruguay: Ex-Guantanamo-Häftlinge protestieren vor US-Botschaft

SPIEGEL ONLINE - 27.04.2015

Uruguay hat mehrere freigelassene Guantanamo-Häftlinge aufgenommen. Den Männern fällt der Start in ein neues Leben in Südamerika schwer - sie fordern Geld und Hilfe von den USA. mehr...

Fußnote: 397 Millionen

DER SPIEGEL - 18.04.2015

397 Millionen Dollar zahlten die US-Amerikaner für den Betrieb von Guantanamo in 2014. Dollar zahlten die US-Amerikaner im Jahr 2014 für den Betrieb des Gefangenenlagers Guantanamo. Auf die Insassen umgerechnet ergab das eine Summe von 2,6 Millione... mehr...

Ex-Guantanamo-Häftling: Gericht hebt Urteil gegen australischen Taliban auf

SPIEGEL ONLINE - 19.02.2015

Der "australische Taliban" David Hicks saß mehr als fünf Jahre im US-Militärgefängnis Guantanamo. Zu Unrecht, wie ein Berufungsgericht nun festgestellt hat. Sein damaliges Geständnis habe er unter Zwang abgelegt. mehr...

Kuba-US-Annäherung: Castro verlangt Ende der Sanktionen und Rückgabe Guantanamos

SPIEGEL ONLINE - 28.01.2015

Tauwetter allein reicht noch nicht: Nach einem ersten Schritt der Annäherung zwischen Washington und Havanna stellt der kubanische Staatschef Castro nun konkrete Bedingungen für eine Normalisierung der Beziehungen. mehr...


Hintergründe zu Guantanamo
Lager
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 rief US-Präsident George W. Bush den Krieg gegen den Terror aus. Für Terrorverdächtige richtete seine Regierung auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay im Süden Kubas ein Gefangenenlager ein. Seit Anfang 2002 werden dort vor allem mutmaßliche Taliban- und Qaida -Mitglieder festgehalten, denen die Rechte als Kriegsgefangene verwehrt blieben. Durch Berichte über Misshandlungen, Erniedrigungen und Folter von Häftlingen wurde Guantanamo zum Synonym für die willkürliche und unmenschliche Behandlung von Gefangenen.
Status
Der Marinestützpunkt Guantanamo Bay liegt außerhalb des US-Territoriums und gehört de jure zu Kuba. Die zivile Gerichtsbarkeit der USA hat auf das vom Militärrecht bestimmte Gelände keinen unmittelbaren Zugriff. Washington bezeichnete die Gefangenen aus dem Krieg gegen den Terror als "unlawful enemy combatants" und erkannte sie nicht als Kriegsgefangene an, so dass für sie die Genfer Konvention nicht greift. Stattdessen galt ein von Präsident Bush verordnetes Regelwerk, das unter anderem die Aburteilung von Gefangenen vor einem Militärtribunal regelte. Dies führte weltweit zu Protesten. 2006 erklärte der Supreme Court die Militärtribunale in Guantanamo für verfassungswidrig und stellte die Häftlinge unter den Schutz der Genfer Konvention.
Kritik
Die Zustände in Guantanamo haben – neben den Vorkommnissen in Abu Ghuraib – dem Ruf der USA schwer geschadet, die als globale Schutzmacht von Freiheit und Demokratie auftreten. Guantanamo wurde zum Synonym für Häftlingsfolter und für eine Justiz ohne Rechtstaatlichkeit. Menschenrechtler fordern seit langem die Schließung des Lagers.
Häftlinge
Rund 770 mutmaßliche Mitglieder und Sympathisanten der Taliban und der Qaida aus mehr als 40 Ländern haben in den vergangenen sieben Jahren in Guantanamo eingesessen. Etwa 500 wurden im Lauf der Jahre entlassen und größtenteils in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Etwa 180 Terrorverdächtige sind derzeit noch in den Camps inhaftiert, der größte Teil ist jemenitischer, afghanischer oder algerischer Herkunft.
Bekannte Häftlinge:
Chalid Scheich Mohammed , selbsternannter Chefplaner der Anschläge vom 11. September 2001
Ramzi Binalshibh , ehemaliger Mitbewohner des Todespiloten Mohammed Atta
Murat Kurnaz , in Bremen geborener, türkischer Staatsbürger
David Hicks, bekanntgeworden als australischer Taliban

Bauten
Auf dem Gelände des US-Marinestützpunkts Guantanamo Bay gibt es mehrere Camps. Das berüchtigte Camp X-Ray, in dem Terrorverdächtige in orangefarbenen Overalls in Drahtkäfigen einsaßen, wurde noch 2002 geschlossen. Hauptkomplex des Gefängnisses ist das Camp Delta. Es wird von der Joint Task Force Guantanamo (JTF-GTMO) betrieben.
Verhörmethoden
Schließung
Barack Obama, der im Januar 2009 Nachfolger von Bush als US-Präsident wurde, hat bei seinem Amtsantritt angekündigt, das Gefangenenlager in Guantanamo schließen zu wollen. Er nannte ursprünglich den 20. Januar 2010 als Termin - die Schließung verzögert sich jedoch. In den USA gibt es Widerstand gegen den Plan, einen Teil der Häftlinge in das Hochsicherheitsgefängnis in Thomson, Illinois, zu verlegen.
Umgang mit den verbliebenen Häftlingen
Im Juli 2010 saßen laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International noch 180 Häftlinge in dem Lager. Eine Taskforce wurde in den USA mit der Überprüfung der Häftlinge beauftragt. US-Zeitungen zitierten im Juni 2010 aus einem Bericht, wonach das Gremium empfiehlt, 126 der verbliebenen Gefangenen in ihre Heimat oder Drittländer zu schicken. 36 sollten demnach vor ein Bundes- oder Militärgericht gestellt, und 48 sollten unter Berufung auf das Kriegsrecht auf unbestimmte Zeit festgehalten werden.
Aufnahme von Häftlingen durch Drittstaaten
Seit Obamas Amtsantritt wurden laut Amnesty International etwa 60 Gefangene entlassen, 33 von ihnen kehrten nicht in ihre Herkunftsländer zurück, sondern wurden von anderen Ländern aufgenommen. Dutzende weitere Gefangene werden von den USA als nicht länger gefährlich eingestuft. Da ihnen in ihren Heimatländern Verfolgung droht, suchen die USA nach Drittstaaten, die sie aufnehmen. Deutschland wird zwei Ex-Insassen aufnehmen.

Amnesty International zufolge haben in Europa bereits die Schweiz, Frankreich, Portugal, Belgien, Ungarn, die Slowakei, Georgien, Albanien, Bulgarien, Irland und Spanien Ex-Guantanamo-Gefangene aufgenommen.







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