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Younous Chekkouri: Berlin verhandelt über Aufnahme von Guantanamo-Häftling

Younous Chekkouri: Berlin verhandelt über Aufnahme von Guantanamo-Häftling

SPIEGEL ONLINE - 18.04.2014

Seit 12 Jahren sitzt Younous Chekkouri ohne Anklage im US-Gefangenenlager Guantanamo. Nun könnte er bald freikommen: Nach SPIEGEL-Informationen verhandelt die Bundesregierung mit Washington über die Aufnahme des Marokkaners. mehr... Forum ]

Großbritannien: Polizei nimmt Ex-Guantanamo-Häftling unter Terrorverdacht fest

Großbritannien: Polizei nimmt Ex-Guantanamo-Häftling unter Terrorverdacht fest

SPIEGEL ONLINE - 25.02.2014

Drei Jahre lang saß er ohne Anklage in Guantanamo, nun droht Moazzam Begg eine Rückkehr hinter Gitter. Die britische Polizei hat den 46-Jährigen festgenommen. Er soll Terrorcamps in Syrien besucht haben. mehr... Forum ]

Uiguren: China verlangt Auslieferung von Guantanamo-Häftlingen

SPIEGEL ONLINE - 02.01.2014

Nach zwölf Jahren Haft wurden die drei letzten uigurischen Häftlinge aus Guantanamo entlassen. Die Slowakei will ihnen Asyl gewähren. China verlangt jetzt aber die sofortige Auslieferung der Ex-Gefangenen. Die Männer seien noch immer eine Gefahr für die internationale Sicherheit. mehr...

Gefangenenlager: USA entlassen drei Uiguren aus Guantanamo

SPIEGEL ONLINE - 31.12.2013

Die letzten drei Uiguren, die in Guantanamo sitzen, werden freigelassen. Die Männer werden von der Slowakei aufgenommen, teilte das US-Verteidigungsministerium mit. Damit sinkt die Zahl der Häftlinge in dem umstrittenen Lager auf 155. mehr...

Häftling in Guantanamo: Australier Hicks will seine Verurteilung anfechten

SPIEGEL ONLINE - 06.11.2013

Der Australier David Hicks war fünfeinhalb Jahre in dem US-Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba inhaftiert. Nun will er seinen Namen reinwaschen: Er hat Berufung gegen seine Verurteilung wegen Beihilfe zu Terrorismus eingelegt. mehr...

Gefangenenlager: Obama will Schließung Guantanamos vorantreiben

SPIEGEL ONLINE - 05.11.2013

Barack Obama macht Druck: Der US-Präsident will sich "in vollem Umfang" für den Transfer von Häftlingen aus dem Gefangenenlager Guantanamo in andere Länder einsetzen. Das Camp schade dem Ansehen der USA und verursache hohe Kosten - fast eine Million Dollar jährlich pro Häftling. mehr...

Guantanamo: Arztbericht bestätigt Misshandlung von 9/11-Angeklagtem

SPIEGEL ONLINE - 24.10.2013

Einer der 9/11-Angeklagten wurde offenbar tatsächlich im CIA-Gewahrsam misshandelt. Das soll ein Arztbericht belegen, der im Verfahren um die mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge vom Anwalt vorgelegt wurde. mehr...

Hungerstreik in Guantanamo: Gefangene beklagen rüde Methoden der Wärter

SPIEGEL ONLINE - 13.10.2013

Die US-Regierung ist stolz darauf, dass der Hungerstreik im Gefangenenlager Guantanamo offiziell zu Ende ist. Doch der "Guardian" veröffentlicht jetzt Berichte, mit welch harten Mitteln die Wärter dieses Ziel erreichten. mehr...

Gefangenenlager Guantanamo: Schikane mit Fifty Shades of Grey

SPIEGEL ONLINE - 22.08.2013

Der Erotik-Bestseller "Fifty Shades of Grey" sorgt für Aufsehen im Gefangenenlager Guantanamo. Der Anwalt eines muslimischen Häftlings beschuldigt Wärter, seinem Klienten das Buch aufgedrängt zu haben. mehr...

Guantanamo: US-Regierung will zwei Häftlinge nach Algerien schicken

SPIEGEL ONLINE - 26.07.2013

Zwei Insassen des US-Gefangenenlagers Guantanamo sollen ihrem Heimatland Algerien übergeben werden. Präsident Obama hält weiter daran fest, das Gefängnis zu schließen. Bislang scheitert sein Vorhaben am Widerstand aus dem Kongress. mehr...

Guantanamo-Protest: Zwangsernährung im Selbstversuch

SPIEGEL ONLINE - 09.07.2013

Es ist ein verstörendes Video: Ein Guantanamo-Häftling wird gegen seinen Willen brutal mit einem Schlauch ernährt. Doch der vermeintliche Gefangene ist in Wahrheit ein bekannter Künstler - der Rapper Mos Def. mehr...

GUANTANAMO: Am Kap der Angst

DER SPIEGEL - 24.06.2013

Bevor der größte Terrorprozess der USA richtig begonnen hat, werden die Anhörungen bereits überschattet von Abhörskandalen und dem Hungerstreik der Gefangenen. Ramzi Binalshibh singt. Der Mann, der angeklagt ist, für den Tod von 2973 Menschen mitve... mehr...




Hintergründe zu Guantanamo
Lager
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 rief US-Präsident George W. Bush den Krieg gegen den Terror aus. Für Terrorverdächtige richtete seine Regierung auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay im Süden Kubas ein Gefangenenlager ein. Seit Anfang 2002 werden dort vor allem mutmaßliche Taliban- und Qaida -Mitglieder festgehalten, denen die Rechte als Kriegsgefangene verwehrt blieben. Durch Berichte über Misshandlungen, Erniedrigungen und Folter von Häftlingen wurde Guantanamo zum Synonym für die willkürliche und unmenschliche Behandlung von Gefangenen.
Status
Der Marinestützpunkt Guantanamo Bay liegt außerhalb des US-Territoriums und gehört de jure zu Kuba. Die zivile Gerichtsbarkeit der USA hat auf das vom Militärrecht bestimmte Gelände keinen unmittelbaren Zugriff. Washington bezeichnete die Gefangenen aus dem Krieg gegen den Terror als "unlawful enemy combatants" und erkannte sie nicht als Kriegsgefangene an, so dass für sie die Genfer Konvention nicht greift. Stattdessen galt ein von Präsident Bush verordnetes Regelwerk, das unter anderem die Aburteilung von Gefangenen vor einem Militärtribunal regelte. Dies führte weltweit zu Protesten. 2006 erklärte der Supreme Court die Militärtribunale in Guantanamo für verfassungswidrig und stellte die Häftlinge unter den Schutz der Genfer Konvention.
Kritik
Die Zustände in Guantanamo haben – neben den Vorkommnissen in Abu Ghuraib – dem Ruf der USA schwer geschadet, die als globale Schutzmacht von Freiheit und Demokratie auftreten. Guantanamo wurde zum Synonym für Häftlingsfolter und für eine Justiz ohne Rechtstaatlichkeit. Menschenrechtler fordern seit langem die Schließung des Lagers.
Häftlinge
Rund 770 mutmaßliche Mitglieder und Sympathisanten der Taliban und der Qaida aus mehr als 40 Ländern haben in den vergangenen sieben Jahren in Guantanamo eingesessen. Etwa 500 wurden im Lauf der Jahre entlassen und größtenteils in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Etwa 180 Terrorverdächtige sind derzeit noch in den Camps inhaftiert, der größte Teil ist jemenitischer, afghanischer oder algerischer Herkunft.
Bekannte Häftlinge:
Chalid Scheich Mohammed , selbsternannter Chefplaner der Anschläge vom 11. September 2001
Ramzi Binalshibh , ehemaliger Mitbewohner des Todespiloten Mohammed Atta
Murat Kurnaz , in Bremen geborener, türkischer Staatsbürger
David Hicks, bekanntgeworden als australischer Taliban

Bauten
Auf dem Gelände des US-Marinestützpunkts Guantanamo Bay gibt es mehrere Camps. Das berüchtigte Camp X-Ray, in dem Terrorverdächtige in orangefarbenen Overalls in Drahtkäfigen einsaßen, wurde noch 2002 geschlossen. Hauptkomplex des Gefängnisses ist das Camp Delta. Es wird von der Joint Task Force Guantanamo (JTF-GTMO) betrieben.
Verhörmethoden
Schließung
Barack Obama, der im Januar 2009 Nachfolger von Bush als US-Präsident wurde, hat bei seinem Amtsantritt angekündigt, das Gefangenenlager in Guantanamo schließen zu wollen. Er nannte ursprünglich den 20. Januar 2010 als Termin - die Schließung verzögert sich jedoch. In den USA gibt es Widerstand gegen den Plan, einen Teil der Häftlinge in das Hochsicherheitsgefängnis in Thomson, Illinois, zu verlegen.
Umgang mit den verbliebenen Häftlingen
Im Juli 2010 saßen laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International noch 180 Häftlinge in dem Lager. Eine Taskforce wurde in den USA mit der Überprüfung der Häftlinge beauftragt. US-Zeitungen zitierten im Juni 2010 aus einem Bericht, wonach das Gremium empfiehlt, 126 der verbliebenen Gefangenen in ihre Heimat oder Drittländer zu schicken. 36 sollten demnach vor ein Bundes- oder Militärgericht gestellt, und 48 sollten unter Berufung auf das Kriegsrecht auf unbestimmte Zeit festgehalten werden.
Aufnahme von Häftlingen durch Drittstaaten
Seit Obamas Amtsantritt wurden laut Amnesty International etwa 60 Gefangene entlassen, 33 von ihnen kehrten nicht in ihre Herkunftsländer zurück, sondern wurden von anderen Ländern aufgenommen. Dutzende weitere Gefangene werden von den USA als nicht länger gefährlich eingestuft. Da ihnen in ihren Heimatländern Verfolgung droht, suchen die USA nach Drittstaaten, die sie aufnehmen. Deutschland wird zwei Ex-Insassen aufnehmen.

Amnesty International zufolge haben in Europa bereits die Schweiz, Frankreich, Portugal, Belgien, Ungarn, die Slowakei, Georgien, Albanien, Bulgarien, Irland und Spanien Ex-Guantanamo-Gefangene aufgenommen.





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