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Alle Artikel und Hintergründe

Gefangenenlager Guantanamo: Schikane mit Fifty Shades of Grey

SPIEGEL ONLINE - 22.08.2013

Der Erotik-Bestseller "Fifty Shades of Grey" sorgt für Aufsehen im Gefangenenlager Guantanamo. Der Anwalt eines muslimischen Häftlings beschuldigt Wärter, seinem Klienten das Buch aufgedrängt zu haben. mehr...

Guantanamo: US-Regierung will zwei Häftlinge nach Algerien schicken

SPIEGEL ONLINE - 26.07.2013

Zwei Insassen des US-Gefangenenlagers Guantanamo sollen ihrem Heimatland Algerien übergeben werden. Präsident Obama hält weiter daran fest, das Gefängnis zu schließen. Bislang scheitert sein Vorhaben am Widerstand aus dem Kongress. mehr...

Guantanamo-Protest: Zwangsernährung im Selbstversuch

SPIEGEL ONLINE - 09.07.2013

Es ist ein verstörendes Video: Ein Guantanamo-Häftling wird gegen seinen Willen brutal mit einem Schlauch ernährt. Doch der vermeintliche Gefangene ist in Wahrheit ein bekannter Künstler - der Rapper Mos Def. mehr...

GUANTANAMO: Am Kap der Angst

DER SPIEGEL - 24.06.2013

Bevor der größte Terrorprozess der USA richtig begonnen hat, werden die Anhörungen bereits überschattet von Abhörskandalen und dem Hungerstreik der Gefangenen. Ramzi Binalshibh singt. Der Mann, der angeklagt ist, für den Tod von 2973 Menschen mitve... mehr...

US-Soldat bei den Taliban: Der mysteriöse Sergeant Bergdahl

SPIEGEL ONLINE - 20.06.2013

Die Taliban wollen fünf Guantanamo-Häftlinge freipressen - im Austausch gegen einen US-Soldaten, den sie seit 2009 in ihrer Gewalt haben. Um das Verschwinden von GI Bowe Bergdahl ranken sich viele Mythen. Ist er zu den Islamisten übergelaufen? mehr...

GI Bergdahl gegen Guantanamo-Häftlinge: Taliban bieten USA Gefangenenaustausch an

SPIEGEL ONLINE - 20.06.2013

Ist es Propaganda oder ein ernsthafter Vorstoß? Vor Friedensgesprächen mit den USA bieten die Taliban über eine Nachrichtenagentur einen Gefangenenaustausch an: den US-Soldaten Bergdahl gegen fünf Guantanamo-Häftlinge. Der Mann war 2009 verschleppt worden. mehr...

Gefangenenlager: Pentagon veröffentlicht erstmals Namen aller Guantanamo-Häftlinge

SPIEGEL ONLINE - 18.06.2013

Das US-Verteidigungsministerium beugt sich dem öffentlichen Druck. Erstmals hat das Pentagon eine Liste aller Namen der Gefangenen von Guantanamo vorgelegt. Darunter sind auch 46 sogenannte unbefristete Häftlinge. Zwei Zeitungen hatten die Veröffentlichung durchgesetzt. mehr...

Obamas Anti-Terror-Kampf: Drohnenkrieger auf Kurs

SPIEGEL ONLINE - 25.05.2013

Der US-Präsident will Amerikas Schattenkriege einschränken und Guantanamo schließen. Ein Kurswechsel, jubeln die einen. Er sei zu weich, kritisieren die anderen. Beides ist falsch, tatsächlich bleibt sich Barack Obama treu. mehr...

Guantanamo Bay: Militärstützpunkt schaltet W-Lan aus

SPIEGEL ONLINE - 21.05.2013

Vorsichtsmaßnahme gegen Cyber-Attacken: Laut der Nachrichtenagentur AP verzichtet die US-Militärbasis Guantanamo Bay derzeit auf ihre W-Lan-Dienste. Unter dem Banner des Hackerkollektivs Anonymous wurde Anfang Mai zu Protesten gegen das dortige Gefangenenlager aufgerufen. mehr...

USA: Grausam und unmenschlich

DER SPIEGEL - 18.05.2013

Menschenrechtler fordern Ende der Zwangsernährung bei hungerstreikenden Gefangenen in Guantanamo. In einem offenen Brief an Verteidigungsminister Chuck Hagel haben 20 angesehene Menschenrechtsorganisationen gefordert, die Praxis der Zwangsernährung... mehr...




Hintergründe zu Guantanamo
Lager
Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 rief US-Präsident George W. Bush den Krieg gegen den Terror aus. Für Terrorverdächtige richtete seine Regierung auf dem US-Marinestützpunkt Guantanamo Bay im Süden Kubas ein Gefangenenlager ein. Seit Anfang 2002 werden dort vor allem mutmaßliche Taliban- und Qaida -Mitglieder festgehalten, denen die Rechte als Kriegsgefangene verwehrt blieben. Durch Berichte über Misshandlungen, Erniedrigungen und Folter von Häftlingen wurde Guantanamo zum Synonym für die willkürliche und unmenschliche Behandlung von Gefangenen.
Status
Der Marinestützpunkt Guantanamo Bay liegt außerhalb des US-Territoriums und gehört de jure zu Kuba. Die zivile Gerichtsbarkeit der USA hat auf das vom Militärrecht bestimmte Gelände keinen unmittelbaren Zugriff. Washington bezeichnete die Gefangenen aus dem Krieg gegen den Terror als "unlawful enemy combatants" und erkannte sie nicht als Kriegsgefangene an, so dass für sie die Genfer Konvention nicht greift. Stattdessen galt ein von Präsident Bush verordnetes Regelwerk, das unter anderem die Aburteilung von Gefangenen vor einem Militärtribunal regelte. Dies führte weltweit zu Protesten. 2006 erklärte der Supreme Court die Militärtribunale in Guantanamo für verfassungswidrig und stellte die Häftlinge unter den Schutz der Genfer Konvention.
Kritik
Die Zustände in Guantanamo haben – neben den Vorkommnissen in Abu Ghuraib – dem Ruf der USA schwer geschadet, die als globale Schutzmacht von Freiheit und Demokratie auftreten. Guantanamo wurde zum Synonym für Häftlingsfolter und für eine Justiz ohne Rechtstaatlichkeit. Menschenrechtler fordern seit langem die Schließung des Lagers.
Häftlinge
Rund 770 mutmaßliche Mitglieder und Sympathisanten der Taliban und der Qaida aus mehr als 40 Ländern haben in den vergangenen sieben Jahren in Guantanamo eingesessen. Etwa 500 wurden im Lauf der Jahre entlassen und größtenteils in ihre Heimatländer zurückgeschickt. Etwa 180 Terrorverdächtige sind derzeit noch in den Camps inhaftiert, der größte Teil ist jemenitischer, afghanischer oder algerischer Herkunft.
Bekannte Häftlinge:
Chalid Scheich Mohammed , selbsternannter Chefplaner der Anschläge vom 11. September 2001
Ramzi Binalshibh , ehemaliger Mitbewohner des Todespiloten Mohammed Atta
Murat Kurnaz , in Bremen geborener, türkischer Staatsbürger
David Hicks, bekanntgeworden als australischer Taliban

Bauten
Auf dem Gelände des US-Marinestützpunkts Guantanamo Bay gibt es mehrere Camps. Das berüchtigte Camp X-Ray, in dem Terrorverdächtige in orangefarbenen Overalls in Drahtkäfigen einsaßen, wurde noch 2002 geschlossen. Hauptkomplex des Gefängnisses ist das Camp Delta. Es wird von der Joint Task Force Guantanamo (JTF-GTMO) betrieben.
Verhörmethoden
Schließung
Barack Obama, der im Januar 2009 Nachfolger von Bush als US-Präsident wurde, hat bei seinem Amtsantritt angekündigt, das Gefangenenlager in Guantanamo schließen zu wollen. Er nannte ursprünglich den 20. Januar 2010 als Termin - die Schließung verzögert sich jedoch. In den USA gibt es Widerstand gegen den Plan, einen Teil der Häftlinge in das Hochsicherheitsgefängnis in Thomson, Illinois, zu verlegen.
Umgang mit den verbliebenen Häftlingen
Im Juli 2010 saßen laut der Menschenrechtsorganisation Amnesty International noch 180 Häftlinge in dem Lager. Eine Taskforce wurde in den USA mit der Überprüfung der Häftlinge beauftragt. US-Zeitungen zitierten im Juni 2010 aus einem Bericht, wonach das Gremium empfiehlt, 126 der verbliebenen Gefangenen in ihre Heimat oder Drittländer zu schicken. 36 sollten demnach vor ein Bundes- oder Militärgericht gestellt, und 48 sollten unter Berufung auf das Kriegsrecht auf unbestimmte Zeit festgehalten werden.
Aufnahme von Häftlingen durch Drittstaaten
Seit Obamas Amtsantritt wurden laut Amnesty International etwa 60 Gefangene entlassen, 33 von ihnen kehrten nicht in ihre Herkunftsländer zurück, sondern wurden von anderen Ländern aufgenommen. Dutzende weitere Gefangene werden von den USA als nicht länger gefährlich eingestuft. Da ihnen in ihren Heimatländern Verfolgung droht, suchen die USA nach Drittstaaten, die sie aufnehmen. Deutschland wird zwei Ex-Insassen aufnehmen.

Amnesty International zufolge haben in Europa bereits die Schweiz, Frankreich, Portugal, Belgien, Ungarn, die Slowakei, Georgien, Albanien, Bulgarien, Irland und Spanien Ex-Guantanamo-Gefangene aufgenommen.





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