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Alle Artikel und Hintergründe

Koalitionsverhandlungen: Was sich bei Pflege und Gesundheit ändern soll

SPIEGEL ONLINE - 21.11.2013

Höherer Pflegebeitrag, kürzere Wartezeiten, Recht auf Zweitmeinung: Bei den Koalitionsgesprächen haben sich Union und SPD auf Vorhaben zur Verbesserung der medizinischen Versorgung geeinigt. Doch bei etlichen Punkten wird noch gestritten. Ein Überblick. mehr...

MEDIZIN: Der russische Patient

DER SPIEGEL - 11.11.2013

Eine Milliarde Euro setzen deutsche Kliniken im Jahr mit ausländischen Patienten um. Sarkis Sargsjan ist einer von ihnen, und wie so viele ist der krebskranke Russe in die Klauen eines dubiosen Vermittlers und gieriger Ärzte geraten. Doch die Politik... mehr...

KRANKENHÄUSER: Klassenunterschiede bei der Qualität

DER SPIEGEL - 28.10.2013

Studie: Deutsche Kliniken zeigen "erhebliche Qualitätsunterschiede" bei Operationen. Patienten sollten bei der Wahl des Krankenhauses für eine Operation extrem kritisch sein. Zu diesem Schluss kommt eine noch unveröffentlichte Studie der Unternehme... mehr...

MEDIZIN: Zahme Prüfer

DER SPIEGEL - 14.10.2013

Ob Hüftprothesen oder Herzschrittmacher: Hersteller von Medizinprodukten verhindern strengere Zulassungsregeln - ein Risiko für die Patienten. Kraftlos taumelt die todkranke Frau über den Krankenhausflur. Ihr Gesicht ist aschfahl, ein weißer Morgen... mehr...

GESUNDHEIT: Ausreißer nach unten

DER SPIEGEL - 14.10.2013

Der AOK-Krankenhausnavigator vergleicht die Qualität hiesiger Kliniken. Nun wollen zwei von ihnen das Internetportal stoppen. Vor dem Schreibtisch von Michaela Schwab sitzen die Ratlosen und Verunsicherten. Wer sich auf die grauen Besucherstühlchen... mehr...

Krankenkassen: Elektronische Gesundheitskarte ab 2014 Pflicht

SPIEGEL ONLINE - 01.10.2013

Mit Chip und Foto: Gesetzlich Krankenversicherte müssen vom nächsten Jahr an eine elektronische Gesundheitskarte haben. Wer noch ein altes Exemplar ohne sein Konterfei besitzt, sollte sich jetzt sputen. mehr...

GESUNDHEIT: Keine Bürgerversicherung

DER SPIEGEL - 25.09.2013

Frank Ulrich Montgomery über seine Erwartungen an eine neue Bundesregierung. Frank Ulrich Montgomery, 61, Präsident der Bundesärztekammer, über seine Erwartungen an eine neue BundesregierungSPIEGEL: In einer Großen Koalition sowieso, aber auch wenn... mehr...

Kritik an Arzneimittelpreisen: Umstrittener Ablasshandel mit der Pharmaindustrie

SPIEGEL ONLINE - 12.09.2013

Die Autoren des Arzneiverordnungsreports gehen mit dem obersten Gremium im Gesundheitswesen scharf ins Gericht: Es wolle Hunderte Millionen Euro der Versicherten an die Pharmaindustrie verschenken. Doch der G-BA-Chef Hecken verteidigt sein Vorhaben. mehr...

Skandal um Rezepthandel: Opposition mahnt strengeren Schutz von Patientendaten an

SPIEGEL ONLINE - 12.09.2013

In Deutschland werden nach SPIEGEL-Informationen Daten von Millionen Ärzten und Patienten möglicherweise unzulässig ausgewertet. Ein Apothekenrechenzentrum soll Daten an ein Marktforschungsunternehmen verkauft haben. Die Opposition fordert die Regierung jetzt auf, die Regeln für den Rezepthandel zu überprüfen. mehr...

Prüfbericht der Ärztekammer: Schwere Verstöße bei Organvergabe auch in Münster

SPIEGEL ONLINE - 04.09.2013

Regensburg, Göttingen, München und Leipzig - vier Transplantationszentren standen im Verdacht, bei der Vergabe von Lebern manipuliert zu haben. Nach Prüfung aller 24 Zentren steht jetzt fest: In Regensburg gab es 2010 und 2011 doch keine Auffälligkeiten, dafür aber schwere Regelverstöße in Münster. mehr...


Chronologie der Gesundheitsreformen
1977: Die Kürzungen beginnen
Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.
1983: Auch die Rentner müssen zahlen
Mit zwei Reformen zu Beginn der achtziger Jahre werden die Zuzahlungen durch die Versicherten erhöht. Auch für die Rentner sind die rosigen Zeiten vorbei. Konnten sie sich zuvor kostenlos versichern, müssen sie seit 1983 auch einen einkommensabhängigen Beitrag leisten.
1989: Der erste Rundumschlag
Mit dem "Gesundheitsreformgesetz" von Norbert Blüm geht es ans Eingemachte: Die Eigenbeteiligung der Patienten wird weiter erhöht - etwa bei Arzneimitteln, im Krankenhaus und beim Zahnersatz. Erstmals unternimmt die Regierung auch den Versuch, die Kosten für Medikamente mit radikalen Maßnahmen in den Griff zu bekommen, indem sie Bagatallmedikamente aus dem Leistungskatalog streicht und Festbeträge für Arzneimittel einführt. Seither zahlen die Kassen nicht mehr automatisch jeden Preis für Tabletten und Co., sondern nur noch einen Höchstbetrag. Verschreibt der Arzt ein teureres Mittel, muss der Patient die Differenz zahlen. Trotz dieses Rundumschlags an Kosteneinsparungen sind die Beiträge jedoch nur für kurze Zeit stabil.
1993: Die Leistungen werden budgetiert
Gesundheitsminister Horst Seehofer verfolgt mit dem "Gesundheitsstrukturgesetz" 1993 erneut das Ziel, die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen in den Griff zu bekommen. Um den Anstieg der Leistungsausgaben besser zu kontrollieren, werden sie für einen begrenzten Zeitraum budgetiert. Gleichzeitig erhöht die Regierung erneut die Selbstbeteiligung bei Arznei- und Verbandsmitteln. Das Projekt einer Positivliste, die alle erstattungsfähigen Medikamente benennt, scheitert allerdings. Auch deshalb wird das Reformziel stabiler Beiträge erneut nur für wenige Jahre erreicht.
1997: Zahnersatz bitte selbst zahlen
Die "GKV-Neuordnungsgesetze" stehen ebenfalls in der Tradition ihrer Vorgängerinnen: Patienten müssen sich an den Kosten für Arznei- und Heilmittel, Krankenhaushaufenthalte und Fahrten etwa vom Krankenhaus noch stärker beteiligen. Jüngere Jahrgänge bekommen außerdem geringere Kassenzuschüsse beim Zahnersatz.
1999: Rot-Grün wagt den Leistungsausbau
Mit dem "Solidaritätsstärkungsgesetz" bringt erstmals seit rund zwei Jahrzehnten eine Gesundheitsreform wieder ein Mehr an Leistungen. So werden unter anderem die Zuzahlungen für die Patienten gesenkt. Gleichzeitig führt die rot-grüne Koalition aber zur Begrenzung des Ausgabenwachstums erneut Budgets für Arzthonorare, Krankenhäuser und Arzneimittel ein.
2004: SPD und Union bitten zur Kasse
Nachdem die rot-grüne Regierung in den Folgejahren ebenfalls zum Leistungsabbau umgeschwenkt ist, wagt sie in Kooperation mit dem unionsdominierten Bundesrat ähnlich wie 1989 einen Kostendämpfungsrundumschlag: Das "Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung" sieht unter anderem vor, dass Patienten eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal zahlen müssen, verschreibungsfreie Medikamente gar nicht mehr erstattet werden und die Selbstbeteiligung bei erstattungsfähigen Arznei- und Heilmitteln zehn Prozent der Kosten (maximal zehn Euro) beträgt.
2005: Paritätische Finanzierung am Ende
Aus für ein Prinzip, das seit 1883 in Deutschland bestand: Wurden die Beitäge zur Krankenversicherung zuvor paritätisch finanziert, also jeweils zur Hälfte durch den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer, müssen die Versicherten nun einen Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent zahlen.
2009: Der Gesundheitsfonds kommt
Zum Jahresbeginn 2009 ändert sich die Finanzierung der Krankenkassen grundlegend: Konnten die Versicherungen bislang ihren Beitragssatz weitgehend selbst festlegen, wird dieser künftig einheitlich von der Regierung bestimmt. Die Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer mitsamt Steuerzuschuss fließen nun in den Gesundheitsfonds. Die Krankenkassen erhalten dann Pauschalen pro Versichertem von dieser gigantischen Geldsammelstelle. Weitere Änderung: Jeder Bürger muss eine Krankenversicherung abschließen.
2009: Das Krankenhausfinanzierungsgesetz wird umgestellt
Die Finanzierung der Länder für Investitionen, die mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz 1972 eingeführt worden ist, wird auf leistungsbezogene Investitionspauschalen umgestellt. Dazu wird ein Orientierungswert eingeführt und die Anbindung an die Grundlohnsumme abgelöst. Der Orientierungswert berücksichtigt die Kostenstrukturen der Krankenhäuser.
2011: Neue Medikamente werden grundlegend geprüft (AMNOG)
Die Preisgestaltung für neu auf den Markt kommende Medikamente ändert sich mit dem Arzneimittelneurordnungsgesetz (AMNOG) grundlegend. Ein Pharmahersteller kann die Preise für patentgeschützte Medikamente zwar zunächst wie bisher frei festsetzen. Spätestens drei Monate danach muss er allerdings den medizinischen Zusatznutzen seines Medikamentes im Vergleich zu bereits auf dem Markt befindlichen Mitteln nachweisen. Ergibt sich kein Zusatznutzen, unterliegt das Medikament der Festbetragsregelung, bei einem nachgewiesenen Zusatznutzen muss der Pharmahersteller spätestens innerhalb eines Jahres nach Markteinführung mit dem GKV-Spitzenverband Preisverhandlungen führen. Grundlage für die Preisverhandlung ist eine Kosten-Nutzen-Bewertung des Medikamentes, die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) oder in seinem Auftrag das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellt.
2011: Der Beitragssatz steigt - das GKV-Finanzierungsgesetz
Diese Reform spüren vor allem die Versicherten: Der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt um 0,6 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Davon zahlen die GKV-Mitglieder 8,2 Prozentpunkte, die Arbeitgeber 7,3 Prozent. Der Arbeitgeberbeitrag wird bei diesem Beitrag eingefroren. Künftige Ausgabensteigerungen sollen über Zusatzbeiträge finanziert werden, die die GKV-Mitglieder allein zu tragen haben. Kann eine Kasse ihre Kosten nicht mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds decken, muss sie - wie bisher - einen Zusatzbeitrag erheben. Die Höhe des Zusatzbeitrages ist künftig nicht mehr limitiert.
2012: Das GKV-Versorgungsstrukturgesetz
Dieses Gesetz stellt dem Gemeinsamen Bundesausschuss der Krankenkassen und Ärzte weitere Aufgaben: Neue Behandlungsmethoden sollen auf ihren Nutzen hin überprüft werden, ohne sie in dieser Zeit der Patientenversorgung vorzuenthalten. Der GBA kann künftig neue nichtmedikamentöse Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zeitlich begrenzt und unter kontrollierten Bedingungen erproben, um über eine eventuelle Aufnahme in den Leistungskatalog entscheiden zu können. Ebenfalls im Paket enthalten: Fachärzte werden verpflichtet, gesetzlich Versicherten angemessen und zeitnah Behandlungstermine anzubieten. Seit dem GKV-VStG können Versicherte auf Antrag von ihrer Krankenkasse eine Kostenaufstellung der in Anspruch genommenen ärztlichen und verordneten Leistungen in einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten vor Antragstellung erhalten.

Die größten privaten Krankenversicherungen
Unternehmen Mitglieder
Debeka 2.186.111
DKV 899.885
Axa 756.128
Allianz 683.008
Central 494.368
Signal 471.871
Continentale 386.975
HUK-Coburg 385.664
Bayerische Beamtenkasse 380.402
Barmenia 306.344
Quelle: Versicherungsjournal.de

Vollversicherte, Stand: 2011





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