Ein Glücksspiel, bei dem eine Kugel auf einer drehbaren Scheibe rollt und zum Schluss auf einem der mit 1 bis 36 nummerierten Felder (oder dem Feld mit einer Null [Zéro]) liegen bleibt. Auf dem Spieltisch sind die gleichen (schwarzen und roten) Felder, dazu die Felder Manque, Passe, Pair, Impair, Noir und Rouge zum Setzen angeordnet. Der Spieler setzt meist Chips (Jetons) auf Nummern oder zulässige Nummernkombinationen gegen die Bank. Je nach der Chance kann der einfache bis 35fache Einsatz erzielt werden.
Es gibt keine verlässlichen Angaben über die tatsächliche Zahl der Glücksspielsüchtigen: Schätzungen schwanken zwischen 100.000 und 260.000 Betroffenen in Deutschland, von denen sich aber 2006 nur 5200 Abhängige behandeln ließen.
Im Frühjahr 2006 hat das Bundesverfassungsgericht entschieden, dass die privaten Anbieter nur dann aus dem Markt gedrängt werden dürfen, wenn das Staatsmonopol der "effektiven Suchtbekämpfung" bei den Spielern diene. Das Verhalten der staatlichen Unternehmen müsse "konsequent und dauerhaft an den Zielen der Begrenzung und Kanalisierung der Spiel- und Wettsucht ausgerichtet" werden, beschlossen die Ministerpräsidenten bei einem Treffen. Fraglich allerdings ist, ob die Fürsorge weniger dem Wohl der Bürger als der Sicherung der eigenen Pfründe diente.
Jahr für Jahr fließen schätzungsweise vier Milliarden Euro Steuern, Abgaben und Gewinnausschüttungen aus dem Glücksspielmarkt in die Länderkassen.
Automatenspiele gelten als Glücksspiel mit dem größten Suchtpotential. Im Herbst 2005 lockerten die Bundesländer die Spielverordnung: In Bars dürfen seitdem drei statt zwei Geldspielautomaten stehen, in Spielhallen zwölf statt zehn.