Rekordprojekt am Gotthard
Die Röhren

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Der Tunnelbau
Insgesamt waren 153,5 Kilometer Tunnel zu bauen. Zum Teil wurden diese gesprengt (Vortrieb: sechs bis zehn Meter am Tag), zum Teil mit riesigen Tunnelbohrmaschinen aus dem Berg geschnitten (Vortrieb: 20 bis 25 Meter am Tag). Insgesamt 24 Millionen Tonnen Gestein fielen bei den Bauarbeiten an. Ein Teil davon kam bei der Betonproduktion zum Einsatz, der Rest wurde in Schweizer Seen, Flüssen und Steinbrüchen versenkt.
Die Züge
Schnelle Personen- und langsame Güterzüge sollen sich den Tunnel teilen. Für Passagiere sollte die Durchfahrt bei der Höchstgeschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde gut 17 Minuten dauern. Güterzüge sind deutlich langsamer unterwegs. Zwischen 200 und 250 Züge pro Tag sollen den Tunnel insgesamt befahren.
Der Zeitplan
Als Erstes ist die Oströhre fertig. Bei der Weströhre ist der Durchschlag für das Frühjahr 2011 geplant. Doch auch dann wird die offizielle Eröffnung des Tunnels noch lange auf sich warten lassen, weil die Bahntechnik eingebaut und getestet werden muss. Im Jahr 2016 oder 2017 soll es so weit sein, dass der Gotthard-Basistunnel tatsächlich in Betrieb gehen kann.
Das Gesamtprojekt
Um der wachsenden Lastwagenflut auf den Straßen Herr zu werden, hat die Schweiz Anfang der neunziger Jahre das Projekt der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (Neat) auf den Weg gebracht. Der Gotthard-Basistunnel ist das wohl wichtigste Einzelprojekt - es soll die Reisezeiten zwischen Zürich und Mailand verkürzen. Daneben gibt es noch die parallel verlaufende Lötschberg-Simplon-Achse für Verbindungen von Basel nach Mailand. Deren wichtigstes Bauwerk ist der bereits im Jahr 2007 in Betrieb genommene Lötschberg-Basistunnel.
Das Neat-Projekt
Unter dem Eindruck der Lastwagenflut bewilligte das Schweizer Stimmvolk vor zehn Jahren 12,8 Milliarden Franken (8,7 Mrd. Euro) für den Bau der Neuen-Eisenbahn-Alpentransversale (Neat). Das Ziel ist, einen Großteil des Lastwagenverkehrs auf die Schiene zu verlagern. So sollen nach der Eröffnung der Neat nur noch 650.000 Lkw im Jahr die Alpen passieren - so wenig wie vor 20 Jahren. Zurzeit sind es rund 1,3 Millionen Fahrten pro Jahr. Zugreisende werden künftig für die Strecke Zürich–Mailand nur 160 Minuten, also eine Stunde weniger als zuvor, benötigen. Direkte Verbindungen zwischen Frankfurt am Main oder München mit der norditalienischen Wirtschaftsmetropole sind bereits angedacht.
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