Seit den 1970ern steigen die Zahlen von
Hautkrebserkrankungen
, keine andere Krebsart verzeichnet vergleichbare Zuwachsraten. Rund 16.000 Deutsche erkranken jedes Jahr neu am
Schwarzen Hautkrebs
, die Zahlen für weißen Hautkrebs sind noch höher: Bei rund 80.000 deutschen Patienten wird jährlich ein
Basalzellkarzinom
diagnostiziert, bei etwa 22.000 ein
Plattenepithelkarzinom
.
Hauptursache hierfür ist die Belastung mit
UV-Strahlung
– durch übermäßiges Sonnenbaden, Solarien und die erhöhte Strahlung durch die Zerstörung der Ozonschicht.
Mit dem Begriff
Hautkrebs
wird umgangssprachlich oft das
maligne Melanom
bezeichnet, die bekannteste und gefährlichste Hautkrebsform. Dieser "schwarze Hautkrebs" entwickelt sich in der Regel als bösartige Neubildung pigmentbildender Zellen der Haut. Dabei wirken sich offenbar Effekte des
ultravioletten Lichts
aus: Unter anderem unterdrückt UV-Strahlung die Immunabwehr - mit der Folge, dass Krebsherde ungestört heranwachsen können.
Als besonders gefährdet gelten Menschen mit vielen pigmentierten Muttermalen (
Nävi
), hellem Hauttyp und genetischer Vorbelastung. Auch so genannte
Altersflecken
können auf ein erhöhtes Hautkrebsrisiko hinweisen. Bei Männern steigt das Erkrankungsrisiko mit zunehmendem Alter. Frauen bekommen Hautkrebs auch schon in jungen Jahren.
Früh erkannt, sind die Heilungschancen gut: Ist der Tumor nicht mehr als 1,5 Millimeter dick, überleben mehr als 90 Prozent der Patienten die nächsten zehn Jahre. Sind hingegen bereits Metastasen in Leber, Lunge, Gehirn oder Knochen aufgetreten, ist der Krebs oft nicht heilbar. Jährlich sterben etwa 2500 Menschen am malignen Melanom.
Häufiger als
maligne Melanome
treten Hautkrebsarten auf, die sich nicht aus den pigmentbildenden Zellen der Haut entwickeln und oft unter den Begriffen weißer oder heller Hautkrebs zusammengefasst werden. Am häufigsten sind darunter das
Basalzellkarzinom
und das
Plattenepithelkarzinom
. Das UV-Licht der Sonne schädigt in den Hautzellen die Erbsubstanz DNA. Mutationen entstehen, die zu Krebs führen können. Das Risiko, an einem nichtmelanozytären Hautkrebs zu erkranken, steigt mit der lebenslang erworbenen UV-Dosis und daher mit zunehmendem Alter. Diese Hautkrebserkrankungen bilden fast nie Metastasen (Tochtergeschwülste) und sind somit in der Regel heilbar.
Die beste Prävention gegen
Hautkrebs
ist nach wie vor ausreichender Schutz vor
UV-Strahlung
, unter anderen auch durch Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und schützende Kleidung. Sonnenbrände sollte man vermeiden und Kinder nicht übermäßig der Sonne aussetzen, vor allem nicht in der Mittagszeit.
Je früher Hautkrebs entdeckt wird, desto besser sind die Heilungschancen. Deshalb empfielt es sich, den eigenen Körper zu beobachten. Damit auch der Laie entsprechende Hautveränderungen entdecken kann, gibt es eine einfache ABCD-Regel. Die Abkürzung steht für Asymmetrie, Begrenzung, Colour (Farbe) und Durchmesser:
-
Asymmetrie: Ein Fleck kann gefährlich sein, wenn er keine runde oder ovale Form hat, sondern asymmetrisch aufgebaut ist.
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Begrenzung: Eine unscharfe Begrenzung kann ebenso auf ein Melanom hindeuten wie unregelmäßige Ausfransungen oder Ausläufer des Pigmentmals.
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Colour (Farbe): Ein Muttermal mit mehreren Farbtönungen sollte genau beobachtet werden.
-
Durchmesser: Auch ein Pigmentmal, dessen Durchmesser größer als fünf Millimeter ist, sollte beachtet werden.
Seit 1. Juli 2008 zahlen gesetzliche Krankenkassen vom 35. Lebensjahr an alle zwei Jahre eine
Früherkennungs-Untersuchung
auf Hautkrebs bei qualifizierten Hausärzten und Dermatologen.