"Wer ist der Heide-Mörder?", titelte die "tageszeitung" im März 2005. Schleswig-Holsteins Ministerpräsidentin
Heide Simonis
scheiterte spektakulär mit ihrem Versuch, in dem nördlichen Bundesland eine rot-grüne Minderheitsregierung zu bilden.
Am 17. März erhielt sie in vier Wahlgängen keine Mehrheit
, weil ein Abgeordneter aus dem eigenen Lager ihr die Stimme verweigerte. Vor dem vierten Wahlgang berief die SPD eine interne Geheimabstimmung ein: Alle 29 Fraktionsmitglieder stimmten für Simonis - doch bei der Abstimmung im Landtag fiel sie erneut durch. Simonis zog sich aus der schleswig-holsteinischen Politik zurück, ihre zwölfjährige Amtszeit war beendet.
Welche Parteien Thüringen regieren sollten, war nach der
Landtagswahl am 30. August
lange unklar. Die SPD sondierte auch mit den Linken und Grünen - entschloss sich dann aber zu einer Koalition mit der CDU. Die CDU-Politikerin
Christine Lieberknecht
, bisherige Sozialministerin, sollte zur Ministerpräsidenten gekürt werden. Der Thüringer Landtag hat 88 Abgeordnete, CDU und SPD verfügen gemeinsam über 48 Mandate. Doch Lieberknecht verfehlte in den ersten beiden Wahlgängen die nötige Mehrheit. Ihr fehlte eine Stimme. Erst im dritten Wahlgang wurde sie gewählt. Linke-Spitzenpolitiker Bodo Ramelow hatte angekündigt, als Gegenkandidat anzutreten. Das brachte offenbar auch FDP-Parlamentarier dazu, für Lieberknecht zu stimmen. Sie bekam 55 Stimmen.