Hochwasser - Alarmstufen in Deutschland
An deutschen Flüssen gibt es bei Hochwasser bis zu vier Alarmstufen, sobald die für jeden Flussabschnitt festgelegten Hochwassermeldepegel erreicht werden. Die Alarmstufen 1 und 2 werden von der Landesbehörde ausgerufen, die Alarmstufen 3 und 4 auf deren Vorschlag hin von den Oberbürgermeistern und Landräten der betroffenen Regionen. Zudem tritt dann ein Krisenstab der Landesregierung zusammen.
Bei Alarmstufe 1 beginnen Flüsse über ihre üblichen Uferpegel zu treten und an den Messstellen wird ein erster festgelegter Pegel überschritten. Sie wird nur ausgerufen, wenn ein weiterer Anstieg der Richtwasserstände zu erwarten ist. Mit Beginn der untersten Alarmstufe werden die Pegel an den Messstellen häufiger als sonst abgerufen, die Hochwasserschutzanlagen noch einmal überprüft und es wird kontrolliert, ob Bauern ihre Tiere und Geräte aus gefährdeten Überschwemmungsgebieten entfernt haben.
Wird der Richtwert für Alarmstufe 2 erreicht, sind erste Grünland- und Waldflächen entlang der Ufer überflutet. Das Wasser steigt aus dem Flussbett bis an den Fuß der meist einige Meter neben dem Ufer verlaufenden Deiche. Ab Alarmstufe 2 werden die Deiche und die Sperrtore zu den Poldern täglich kontrolliert, ein durchgehender Wachdienst am Deich vorbereitet.
Mit Alarmstufe 3 werden erste besonders tief gelegene Straßen, Grundstücke und Keller vom Wasser erreicht. Das tritt bei grobporigem sandigem oder kiesigem Boden durch den hohen Wasserdruck unter dem Deich hindurch und strömt und an der Innenseite des Deichs wieder aus. Im Flusslauf hat der Pegel dann etwa die Hälfte der Deichhöhe erreicht, ein ständiger Wachdienst beobachtet Risikostellen. Experten beginnen damit, zu diesem Zeitpunkt meist nur kleinere Deichschäden mit Hochwasserschutzmaterialien abzudichten.
Bei Alarmstufe 4 wird auch der höchste festgelegte Richtwert vom Pegel überschritten und die Katastrophenabwehr beginnt. Meist sind Deiche und andere Hochwasserschutzanlagen in dieser Phase bereits akut in ihrer Funktion gefährdet, das Wasser droht über die Deichkrone zu schwappen. In bebauten Gebieten sind Keller, Straßen, Schienen und andere Infrastruktur großflächig überschwemmt. Neben der Deichsicherung wird die Evakuierung von Menschen aus den überfluteten Gebieten vorbereitet.