ThemaKonflikt im KaukasusRSS

Alle Artikel und Hintergründe

St. Petersburg: Russische Behörden nehmen fast 300 Muslime fest

St. Petersburg: Russische Behörden nehmen fast 300 Muslime fest

SPIEGEL ONLINE - 09.02.2013

Die Sicherheitskräfte sprechen von einem Schlag gegen den Terror: In St. Petersburg sind 271 Personen muslimischen Glaubens festgenommen worden. Darunter befinden sich auch viele Menschen aus der Unruheregion Nordkaukasus - aus der Russland neue Anschlagsgefahr fürchtet. mehr... Forum ]

Nordkaukasus: Russische Sicherheitskräfte töten berüchtigten Rebellenchef

Nordkaukasus: Russische Sicherheitskräfte töten berüchtigten Rebellenchef

SPIEGEL ONLINE - 27.03.2012

Er starb im Kugelhagel: Der islamistische Rebellenchef Alim Sankischijew wurde von russischen Sicherheitskräften erschossen. Er galt als einer der meistgesuchten Anführer im Nordkaukasus.  mehr...

Vergessene Krisen: Kalter Krieg im Kaukasus

Vergessene Krisen: Kalter Krieg im Kaukasus

SPIEGEL ONLINE - 09.07.2011

Der Fünf-Tage-Krieg zwischen Russland und Georgien kostete mehr als 800 Menschen das Leben. Auch drei Jahre nach den Kämpfen ist die Machtfrage im Kaukasus nicht entschieden: Sind Abchasien und Südossetien abtrünnige Provinzen - oder selbständige Staaten? Eine Analyse von Uwe Klußmann mehr... Forum ]

Konflikt im Kaukasus: Viele Tote bei Jagd auf Moskauer-Flughafen-Attentäter

Konflikt im Kaukasus: Viele Tote bei Jagd auf Moskauer-Flughafen-Attentäter

SPIEGEL ONLINE - 28.03.2011

Schwere Gefechte forderten im Nordkaukasus viele Tote: Mindestens 20 Untergrundkämpfer und Soldaten starben - Einheiten des russischen Innenministeriums waren gegen Drahtzieher des Anschlags auf den Moskauer Flughafen Domodedowo Ende Januar vorgegangen. mehr... Forum ]

Kaukasus-Krise: Nato schmiedete Geheimplan gegen Moskau

Kaukasus-Krise: Nato schmiedete Geheimplan gegen Moskau

SPIEGEL ONLINE - 06.12.2010

Der Georgien-Krieg schürt im August 2008 im Baltikum massive Ängste vor einem russischen Angriff. Politiker fordern daraufhin von der Nato eine neue Militärstrategie - das geht aus den jetzt bekannt gewordenen US-Depeschen hervor. Ein riskanter Balanceakt für die Diplomaten. Von Ulrike Demmer und Ralf Neukirch mehr... Forum ]

Abgefangene Chat-Protokolle: Extremisten wollten angeblich Nato-Soldaten in Belgien angreifen

Abgefangene Chat-Protokolle: Extremisten wollten angeblich Nato-Soldaten in Belgien angreifen

SPIEGEL ONLINE - 06.12.2010

Anschlagsplanung oder Internet-Geplapper? Österreichs Verfassungsschützer haben in Wien einen Tschetschenen festgenommen, der Teil einer Terrorzelle gewesen sein soll die in Belgien Nato-Soldaten angreifen wollte. Grundlage des Verdachts sind offenbar Chat-Protokolle. Von Yassin Musharbash mehr... Forum ]

Russische Investigativ-Journalistin: "Sie können uns nicht alle umbringen"

Russische Investigativ-Journalistin: "Sie können uns nicht alle umbringen"

SPIEGEL ONLINE - 09.11.2010

In Moskau wird ein Blogger brutal ins Koma geprügelt, Präsident Medwedew fordert besseren Schutz für Journalisten - "alles nur Gerede", kritisiert die Reporterin Elena Milaschina von der "Nowaja Gaseta". Im Interview spricht sie über die Feinde der Presse und den Tod von Kollegen. Von Annette Langer mehr...

Gespanntes Verhältnis: Tiflis meldet Enttarnung russischer Spione

Gespanntes Verhältnis: Tiflis meldet Enttarnung russischer Spione

SPIEGEL ONLINE - 05.11.2010

Georgien hat nach eigenen Angaben einen russischen Spionagering enttarnt. Ausgerechnet an dem Tag, an dem Russland seinen militärischen Geheimdienst feiert, gab Tiflis 13 Festnahmen bekannt. Moskau reagierte empört und sprach von Provokation. mehr... Forum ]

Nordkaukasus: Viele Tote bei neuen Gewaltexzessen

SPIEGEL ONLINE - 23.10.2010

Ein Selbstmordanschlag und Anti-Terror-Einsätze haben in der Krisenregion Nordkaukasus erneut viele Menschenleben gefordert. In der Teilrepublik Dagestan zündete ein Attentäter eine Autobombe, insgesamt gab es sechs Opfer. mehr... Forum ]

Anschläge im Kaukasus: "Wenn einer von zehn Terroristen bekehrt wird, wäre das ein Fortschritt"

Anschläge im Kaukasus: "Wenn einer von zehn Terroristen bekehrt wird, wäre das ein Fortschritt"

SPIEGEL ONLINE - 18.04.2010

Russland geht mit einer harten Offensive gegen islamistische Untergrundkämpfer im Kaukasus vor. Junus-bek Jewkurow, Präsident der Republik Inguschien, setzt auch auf Überzeugungsarbeit. Mit SPIEGEL ONLINE spricht er über Putins Parolen, den Einfluss von Erziehung und die Folgen des Terrors. mehr... Forum ]


Rückblick 2008: Chronik des Kaukasus-Kriegs
7. August: Erste Schüsse
Im August 2008 weitete sich der Konflikt zwischen Georgien und seinen abtrünnigen Gebieten Südossetien und Abchasien zu einem Krieg mit Russland aus. Nach wechselseitigem Beschuss südossetischer und georgischer Ortschaften greifen georgische Truppen die südossetische Hauptstadt Zchinwali an.
8. August: Moskau rückt ein
Georgiens Präsident Michail Saakaschwili ordnet eine allgemeine Mobilmachung an. Er fordert Russland auf, sich aus dem Konflikt herauszuhalten. Moskau rückt daraufhin mit Panzern und Tausenden Soldaten in Südossetien und später auch in georgisches Kernland ein. Zum Abend erreicht der Militärkonflikt mit zahlreichen Toten und Verletzten schon kriegsähnliche Ausmaße.

9. August: Luftangriffe
Die russische Luftwaffe bombardiert Ziele im georgischen Kernland. Zudem werden georgische Stellungen in Abchasien am Schwarzen Meer angegriffen.

12./15. August: Waffenruhe und Friedensplan
Russland und Georgien einigen sich auf eine Waffenruhe. Saakaschwili unterzeichnet den von der EU vorgelegten Friedensplan, der einen Waffenstillstand und einen Truppenrückzug vorsieht. Am nächsten Tag unterschreibt Präsident Dmitrij Medwedew.

19./22. August: Truppenabzug
In scharfer Form fordern die Nato und die EU Russland zum sofortigen Truppenabzug aus Georgien auf. Nach russischen Angaben ist der Truppenrückzug aus georgischem Kernland beendet. Mehrere hundert Soldaten würden aber die Pufferzonen um Abchasien und Südossetien weiter kontrollieren.

26./29. August: Abbruch der diplomatischen Beziehungen
Kremlchef Medwedew erkennt die Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens an. Das zieht heftige Proteste Georgiens sowie des Westens nach sich. Georgien bricht die diplomatischen Beziehungen zu Russland ab.

1. Oktober: EU-Experten reisen ein
EU-Beobachter unter Führung des deutschen Diplomaten Hansjörg Haber beginnen ihre Mission zur Kontrolle der Waffenruhe in der Pufferzone um Südossetien und Abchasien. Ein Jahr später werden sie in ihrem offiziellen Bericht zu dem Schluss kommen, dass Georgien der Verursacher Konflikts gewesen sei - allerdings treffe auch Russland eine Mitschuld.

8. Oktober: Tausende Soldaten bleiben
Russland zieht seine letzten Soldaten aus dem georgischen Kernland vor Südossetien ab. In den beiden abtrünnigen Gebieten selbst hält Moskau weiterhin Tausende Soldaten stationiert.

Quelle: dpa

Der EU-Bericht über den Kaukasus-Krieg
Klicken Sie auf die Überschrift, um einige Schüsselpassagen aus dem Bericht zu lesen
"Verletzung des internationalen Rechts"
"Die Kommission ist nicht in der Lage, die georgische Behauptung hinsichtlich einer großangelegten russischen Invasion in Südossetien vor dem 8. August 2008 als bewiesen zu betrachten. Es gibt allerdings eine Reihe von Berichten und Veröffentlichungen auch von russischer Seite über die Bereitstellung von Training und militärischer Ausrüstung durch die russische Seite für die südossetischen und abchasischen Kräfte vor dem Konflikt vom August 2008. (...)

Es stellt sich die Frage, ob der Einsatz von Gewalt durch Georgien in Südossetien, beginnend mit dem Beschuss Zchinwalis in der Nacht vom 7. auf 8. August, unter internationalem Recht gerechtfertigt war. Er war es nicht. (...)

Aus dem illegalen Charakter des georgischen militärischen Angriffs ergibt sich, dass das reagierende Handeln Südossetiens zur Verteidigung dem internationalen Recht der Selbstverteidigung entspricht. Jede Operation der südossetischen Kräfte, die über das Zurückschlagen des georgischen Angriffs hinausging, vor allem Handlungen gegen Menschen georgischer Herkunft innerhalb und außerhalb Südossetiens, muss als Verletzung internationalen Rechts und des Kriegsvölkerrechts betrachtet werden. (...)

Es gab keinen laufenden militärischen Angriff Russlands vor dem Beginn der georgischen Operation. Georgische Behauptungen einer großangelegten Präsenz russischer Streitkräfte in Südossetien am 7./8. August konnten von der Kommission nicht nachvollzogen werden. Es konnte auch nicht nachgewiesen werden, dass Russland kurz vor einem solchen größeren Angriff stand, obwohl bestimmte Ausrüstung bereitstand. (...)

Erstens scheint wenig Zweifel darüber zu bestehen, dass dann, wenn russische Friedenstruppen angegriffen wurden, Russland das Recht hatte, sie durch militärische Mittel zu verteidigen, die dem Angriff angemessen waren. Daher wäre der russische Einsatz von Gewalt zu Verteidigungszwecken während der ersten Phase des Konflikts legal gewesen.

Zweitens muss festgestellt werden, ob der nachfolgende russische Militäreinsatz tief innerhalb Georgiens als Verteidigungsmaßnahme gegen den ersten georgischen Angriff nötig und verhältnismäßig war. Obwohl eingeräumt werden muss, dass es nicht einfach ist, die Grenze zu ziehen, scheint es doch, dass ein großer Teil der russischen Militäraktion weit über die vernünftigen Grenzen der Selbstverteidigung hinausging. (...)

Im vorliegenden Fall war das russische Handeln nicht ausschließlich auf die Rettung russischer Bürger gerichtet, sondern überschritt diese Grenze mit einer ausgedehnten militärischen Operation in weiten Teilen Georgiens sehr deutlich. Daraus muss gefolgert werden, dass der russische Militäreinsatz außerhalb Südossetiens im Wesentlichen außerhalb des internationalen Rechts vonstatten ging.(...)

Neben jenen Handlungen, die vom 7. bis 12. August geschahen, gab es auch Handlungen, die nach dem Inkrafttreten des Waffenstillstands begangen wurden und die ernste Fragen hinsichtlich der Mitverantwortung der Streitkräfte aufwerfen, die damals die Lage kontrollierten und deren Aufgabe es war, die Zivilbevölkerung zu schützen. Die meisten dieser Verbrechen während des Konflikts vom August 2008 und während der Wochen nach dem Waffenstillstand wurden in Südossetien und in der angrenzenden sogenannten Pufferzone begangen. (...)

Der Mangel an rechtzeitigem und hinreichend entschlossenem Handeln der internationalen Gemeinschaft und zu einem gewissen Teil das wenig innovative Herangehen an den Friedensprozess durch die internationalen Organisationen haben zum Ausbruch der Krise beigetragen. So steigerte sich eine Folge von Fehlern, Missverständnissen und verpassten Gelegenheiten auf allen Seiten bis zu einem Punkt, an dem die Gefahr einer Explosion der Gewalt zur Wirklichkeit wurde. Bei der Bewertung muss die Vorgeschichte des Krieges in den vorangegangenen Jahren ebenso berücksichtigt werden wie die zunehmenden Spannungen in den Monaten und Wochen unmittelbar vor Ausbruch der Feindseligkeiten."





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