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Alle Artikel und Hintergründe

Einigung bei Honorarverhandlungen: Kassenärzte erhalten 800 Millionen Euro mehr

Einigung bei Honorarverhandlungen: Kassenärzte erhalten 800 Millionen Euro mehr

SPIEGEL ONLINE - 27.08.2014

Die Vergütung der niedergelassenen Ärzte in Deutschland wird im kommenden Jahr um rund 800 Millionen Euro steigen. Auf diese moderate Summe einigten sich Kassenärztliche Bundesvereinigung und Krankenversicherungen überraschend schnell. mehr... Forum ]

Medikamente: Krankenkassen könnten zwei Milliarden Euro einsparen

Medikamente: Krankenkassen könnten zwei Milliarden Euro einsparen

SPIEGEL ONLINE - 20.08.2014

Gleiche Wirkung, 20-mal teurer: Laut einem Report bezahlen gesetzliche Krankenkassen jährlich rund zwei Milliarden Euro zu viel für überteuerte Medikamente - ohne einen erkennbaren Zusatznutzen für die Patienten. Von Timo Stukenberg mehr... Forum ]

Honorarrunde für 2015: Kassenärzte wollen Budgetgrenze kippen

Honorarrunde für 2015: Kassenärzte wollen Budgetgrenze kippen

SPIEGEL ONLINE - 18.08.2014

Die Mediziner pochen auf höhere Honorare: Sie fordern für 2015 ein Plus von rund drei Milliarden Euro fürs kassenärztliche System. Auch an der Begrenzung des Budgets wollen sie rütteln. mehr... Forum ]

Neue Richtlinie: Krankenkassen-Chefs drohen Gehaltseinbußen

Neue Richtlinie: Krankenkassen-Chefs drohen Gehaltseinbußen

SPIEGEL ONLINE - 17.08.2014

Prämien sollen gedeckelt, Dienstwagen bei der Vergütung stärker berücksichtigt werden: Das Bundesversicherungsamt will nach SPIEGEL-Informationen Krankenkassen einer neuen Richtlinie unterwerfen. Das dürfte sich auf die Gehälter der Chefs auswirken. mehr... Forum ]

GKV: Alte Versichertenkarten verlieren 2015 ihre Gültigkeit

SPIEGEL ONLINE - 15.08.2014

Wer gesetzlich versichert ist und noch keine elektronische Gesundheitskarte hat, sollte sich spätestens zum Jahresende darum kümmern: Die alten Versichertenkarten sind vom 1. Januar 2015 an nicht mehr gültig. mehr...

700-Euro-Pille von Sovaldi: Unmoralische Gewinnzahlen

SPIEGEL ONLINE - 06.08.2014

Eine Pille des Hepatitis-C-Präparats kostet 700 Euro. Kassen warnen vor Milliardenkosten, Experten kritisieren das "unmoralische" Gewinnstreben der Pharmakonzerne. Doch wie kommt der hohe Preis eigentlich zustande? mehr...

Lobby-Streit um AOK-Zahnersatz: Im Zweifel gegen den Patienten

SPIEGEL ONLINE - 31.07.2014

Es ist ein Lehrbeispiel für die unheilvolle Macht der Lobbys: Ein Dentallabor bietet AOK-Versicherten Premium-Zahnersatz zu sensationellen Konditionen. Doch dann macht eine Innung Druck - und die Kasse knickt ein. mehr...

Analyse von Patientenbeschwerden: Krankenkassen drängen Kranke mitunter zum Arbeiten

SPIEGEL ONLINE - 01.07.2014

Krankenkassen und Ärzte verweigern Patienten zum Teil Geld und Therapien - zu diesem Ergebnis kommt eine Auswertung von 80.000 Patientenbeschwerden in Deutschland. Viele Betroffene wurden falsch und unvollständig beraten. mehr...

Gesundheit: Kuren für Gebildete

DER SPIEGEL - 30.06.2014

Müttergenesungswerk sieht Diskriminierung bei der Bewilligung von Kuren. Je höher Schulabschluss und Einkommen, desto größer sind für Mütter die Chancen, eine Kur bewilligt zu bekommen. Das belegen neue Zahlen des Müttergenesungswerks. "Frauen, die... mehr...

Gesundheitssystem: Krankenkassen machen 270 Millionen Euro Miese

SPIEGEL ONLINE - 19.06.2014

Zum ersten Mal seit sechs Jahren geben die Krankenkassen mehr Geld aus, als sie einnehmen: Das Defizit von 270 Millionen fließt aber zum Großteil auf die Konten der Versicherten. mehr...

Krankenkassen: Beitragszahler müssen mit Zusatzbeiträgen rechnen

SPIEGEL ONLINE - 18.06.2014

Millionen Krankenversicherte müssen kommendes Jahr weniger zahlen, verspricht der Gesundheitsminister. Jetzt widersprechen die Kassen: Schon 2014 schmelzen die Reserven nach ihrer Rechnung um 3,4 Milliarden Euro ab. mehr...

Keine Erstattung: Unverheiratete kommt künstliche Befruchtung teurer

SPIEGEL ONLINE - 13.06.2014

Ein Trauschein kann sich lohnen: Krankenkassen dürfen die Kosten einer künstlichen Befruchtung laut einem Gerichtsurteil nur bei verheirateten Paaren erstatten. mehr...

Gesundheitssystem: Krankenkassen rutschen in Verlustzone

SPIEGEL ONLINE - 13.06.2014

Jahrelang haben sie Überschüsse erwirtschaftet, doch jetzt sind die gesetzlichen Krankenkassen offenbar ins Minus gerutscht. Zu Beginn des Jahres machten sie laut "FAZ" Verluste in dreistelliger Millionenhöhe. mehr...

Reform: Krankenkassen dürfen Zusatzbeiträge kassieren

SPIEGEL ONLINE - 05.06.2014

Millionen Versicherte müssen sich auf Zusatzbeiträge bei der Krankenkasse einstellen. Eine entsprechende Reform billigte der Bundestag. Zwar sinkt der Beitragssatz, doch die Kassen können abhängig vom Einkommen Extra-Zahlungen verlangen. mehr...


Chronologie der Gesundheitsreformen
1977: Die Kürzungen beginnen
Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.
1983: Auch die Rentner müssen zahlen
Mit zwei Reformen zu Beginn der achtziger Jahre werden die Zuzahlungen durch die Versicherten erhöht. Auch für die Rentner sind die rosigen Zeiten vorbei. Konnten sie sich zuvor kostenlos versichern, müssen sie seit 1983 auch einen einkommensabhängigen Beitrag leisten.
1989: Der erste Rundumschlag
Mit dem "Gesundheitsreformgesetz" von Norbert Blüm geht es ans Eingemachte: Die Eigenbeteiligung der Patienten wird weiter erhöht - etwa bei Arzneimitteln, im Krankenhaus und beim Zahnersatz. Erstmals unternimmt die Regierung auch den Versuch, die Kosten für Medikamente mit radikalen Maßnahmen in den Griff zu bekommen, indem sie Bagatallmedikamente aus dem Leistungskatalog streicht und Festbeträge für Arzneimittel einführt. Seither zahlen die Kassen nicht mehr automatisch jeden Preis für Tabletten und Co., sondern nur noch einen Höchstbetrag. Verschreibt der Arzt ein teureres Mittel, muss der Patient die Differenz zahlen. Trotz dieses Rundumschlags an Kosteneinsparungen sind die Beiträge jedoch nur für kurze Zeit stabil.
1993: Die Leistungen werden budgetiert
Gesundheitsminister Horst Seehofer verfolgt mit dem "Gesundheitsstrukturgesetz" 1993 erneut das Ziel, die Beiträge der gesetzlichen Krankenkassen in den Griff zu bekommen. Um den Anstieg der Leistungsausgaben besser zu kontrollieren, werden sie für einen begrenzten Zeitraum budgetiert. Gleichzeitig erhöht die Regierung erneut die Selbstbeteiligung bei Arznei- und Verbandsmitteln. Das Projekt einer Positivliste, die alle erstattungsfähigen Medikamente benennt, scheitert allerdings. Auch deshalb wird das Reformziel stabiler Beiträge erneut nur für wenige Jahre erreicht.
1997: Zahnersatz bitte selbst zahlen
Die "GKV-Neuordnungsgesetze" stehen ebenfalls in der Tradition ihrer Vorgängerinnen: Patienten müssen sich an den Kosten für Arznei- und Heilmittel, Krankenhaushaufenthalte und Fahrten etwa vom Krankenhaus noch stärker beteiligen. Jüngere Jahrgänge bekommen außerdem geringere Kassenzuschüsse beim Zahnersatz.
1999: Rot-Grün wagt den Leistungsausbau
Mit dem "Solidaritätsstärkungsgesetz" bringt erstmals seit rund zwei Jahrzehnten eine Gesundheitsreform wieder ein Mehr an Leistungen. So werden unter anderem die Zuzahlungen für die Patienten gesenkt. Gleichzeitig führt die rot-grüne Koalition aber zur Begrenzung des Ausgabenwachstums erneut Budgets für Arzthonorare, Krankenhäuser und Arzneimittel ein.
2004: SPD und Union bitten zur Kasse
Nachdem die rot-grüne Regierung in den Folgejahren ebenfalls zum Leistungsabbau umgeschwenkt ist, wagt sie in Kooperation mit dem unionsdominierten Bundesrat ähnlich wie 1989 einen Kostendämpfungsrundumschlag: Das "Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung" sieht unter anderem vor, dass Patienten eine Praxisgebühr von zehn Euro pro Quartal zahlen müssen, verschreibungsfreie Medikamente gar nicht mehr erstattet werden und die Selbstbeteiligung bei erstattungsfähigen Arznei- und Heilmitteln zehn Prozent der Kosten (maximal zehn Euro) beträgt.
2005: Paritätische Finanzierung am Ende
Aus für ein Prinzip, das seit 1883 in Deutschland bestand: Wurden die Beitäge zur Krankenversicherung zuvor paritätisch finanziert, also jeweils zur Hälfte durch den Arbeitgeber und den Arbeitnehmer, müssen die Versicherten nun einen Sonderbeitrag in Höhe von 0,9 Prozent zahlen.
2009: Der Gesundheitsfonds kommt
Zum Jahresbeginn 2009 ändert sich die Finanzierung der Krankenkassen grundlegend: Konnten die Versicherungen bislang ihren Beitragssatz weitgehend selbst festlegen, wird dieser künftig einheitlich von der Regierung bestimmt. Die Beiträge der Arbeitgeber und Arbeitnehmer mitsamt Steuerzuschuss fließen nun in den Gesundheitsfonds. Die Krankenkassen erhalten dann Pauschalen pro Versichertem von dieser gigantischen Geldsammelstelle. Weitere Änderung: Jeder Bürger muss eine Krankenversicherung abschließen.
2009: Das Krankenhausfinanzierungsgesetz wird umgestellt
Die Finanzierung der Länder für Investitionen, die mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz 1972 eingeführt worden ist, wird auf leistungsbezogene Investitionspauschalen umgestellt. Dazu wird ein Orientierungswert eingeführt und die Anbindung an die Grundlohnsumme abgelöst. Der Orientierungswert berücksichtigt die Kostenstrukturen der Krankenhäuser.
2011: Neue Medikamente werden grundlegend geprüft (AMNOG)
Die Preisgestaltung für neu auf den Markt kommende Medikamente ändert sich mit dem Arzneimittelneurordnungsgesetz (AMNOG) grundlegend. Ein Pharmahersteller kann die Preise für patentgeschützte Medikamente zwar zunächst wie bisher frei festsetzen. Spätestens drei Monate danach muss er allerdings den medizinischen Zusatznutzen seines Medikamentes im Vergleich zu bereits auf dem Markt befindlichen Mitteln nachweisen. Ergibt sich kein Zusatznutzen, unterliegt das Medikament der Festbetragsregelung, bei einem nachgewiesenen Zusatznutzen muss der Pharmahersteller spätestens innerhalb eines Jahres nach Markteinführung mit dem GKV-Spitzenverband Preisverhandlungen führen. Grundlage für die Preisverhandlung ist eine Kosten-Nutzen-Bewertung des Medikamentes, die der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) oder in seinem Auftrag das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) erstellt.
2011: Der Beitragssatz steigt - das GKV-Finanzierungsgesetz
Diese Reform spüren vor allem die Versicherten: Der Beitragssatz in der gesetzlichen Krankenversicherung steigt um 0,6 Prozentpunkte auf 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens. Davon zahlen die GKV-Mitglieder 8,2 Prozentpunkte, die Arbeitgeber 7,3 Prozent. Der Arbeitgeberbeitrag wird bei diesem Beitrag eingefroren. Künftige Ausgabensteigerungen sollen über Zusatzbeiträge finanziert werden, die die GKV-Mitglieder allein zu tragen haben. Kann eine Kasse ihre Kosten nicht mit den Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds decken, muss sie - wie bisher - einen Zusatzbeitrag erheben. Die Höhe des Zusatzbeitrages ist künftig nicht mehr limitiert.
2012: Das GKV-Versorgungsstrukturgesetz
Dieses Gesetz stellt dem Gemeinsamen Bundesausschuss der Krankenkassen und Ärzte weitere Aufgaben: Neue Behandlungsmethoden sollen auf ihren Nutzen hin überprüft werden, ohne sie in dieser Zeit der Patientenversorgung vorzuenthalten. Der GBA kann künftig neue nichtmedikamentöse Untersuchungs- und Behandlungsmethoden zeitlich begrenzt und unter kontrollierten Bedingungen erproben, um über eine eventuelle Aufnahme in den Leistungskatalog entscheiden zu können. Ebenfalls im Paket enthalten: Fachärzte werden verpflichtet, gesetzlich Versicherten angemessen und zeitnah Behandlungstermine anzubieten. Seit dem GKV-VStG können Versicherte auf Antrag von ihrer Krankenkasse eine Kostenaufstellung der in Anspruch genommenen ärztlichen und verordneten Leistungen in einem Zeitraum von mindestens 18 Monaten vor Antragstellung erhalten.






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