Die Nazi-Karriere von
Alois Brunner
(Jahrgang 1912) beginnt 1931: Wenig später lernt er
Adolf Eichmann
kennen, der ihn bald darauf zu sich in die "Zentralstelle für jüdische Auswanderung" nach Wien holt. Ab 1939 ist es seine Aufgabe, die Stadt "judenfrei" zu machen. Innerhalb von drei Jahren lässt er 180.000 Menschen deportieren und ins Gas schicken. Vom
Wiesenthal-Zentrum
wird er als schlimmster der Nazi-Verbrecher geführt. Ob Brunner, der lange in Damaskus untergetaucht war, heute noch lebt, ist unklar. Immer wieder melden sich Touristen, die ihn gesehen haben wollen. "Solange wir nicht den gegenteiligen Beweis haben, gehen wir davon aus, dass er noch lebt", sagt Efraim Zuroff, der Direktor des Wiesenthal-Zentrums.
Aribert Heim
, 1914 in Bad Radkershof in Österreich geboren (undatierte Aufnahme), wird vorgeworfen, als Arzt im KZ Mauthausen Tausende Häftlinge ermordet zu haben. Aufgrund eines Haftbefehls des Landgerichts Baden-Baden wird der als "Dr. Tod" berüchtigte Mediziner seit 45 Jahren international gesucht. Einer Recherche von "New York Times" und ZDF zufolge soll Heim jedoch schon lange tot sein: Der frühere KZ-Arzt sei bereits am 10. August 1992 in Kairo an Krebs gestorben. Die Zielfahnder des baden-württembergischen Landeskriminalamts haben dafür aber keine Belege und suchen weiter.
Sandor Kepiro
war Gendarmerist der ungarischen Gendarmerie und laut
Wiesenthal-Zentrum
aktiv am Massenmord an Zivilisten vom 23. Januar 1942 in Novi Sad beteiligt. Mindestens 1300 Menschen starben an diesem Tag. Kepiro wurde noch während des Krieges in Ungarn für dieses Verbrechen verurteilt, aber kurz nach dem Prozess besetzten die Nazis Ungarn und ließen ihn wieder frei.
Der Däne
Søren Kam
, 1921 in Kopenhagen geboren (Bild von 1945), gehörte dänischen SS-Einheiten an. Gemeinsam mit Helfern soll er 1943 einen dänischen Journalisten ermordet haben und die Deportation der jüdischen Gemeinde in Dänemark in deutsche Konzentrationslager ermöglicht haben. Kam lebt heute in Bayern. Deutschland lehnte die Auslieferung an Dänemark in der Vergangenheit mehrfach ab.
Der Ungar
Károly Zentai
floh nach dem Krieg nach Australien. Er soll im November 1944 als Soldat den 18-jährigen ungarischen Juden Péter Balázs gequält, ermordet und seine Leiche in der Donau versenkt haben. Ungarn hat 2005 von Australien die Auslieferung Zentais verlangt, gegen die Zentai jedoch Widerspruch eingelegt hat.
Der aus Estland stammende Michail Gorschkow soll an der Ermordung von Juden in Weißrussland beteiligt gewesen sein. Die USA haben ihm die Staatsbürgerschaft entzogen, in Estland wird gegen ihn ermittelt.
Algimantas Dailide
soll Juden festgenommen haben, die anschließend von Nazis und litauischen Kollaborateuren ermordet wurden. Er wurde von den USA ausgeliefert und in Litauen verurteilt, musste die Haft aber wegen seines Gesundheitszustands nicht antreten. Er lebt in Deutschland.
Klaas Carl Faber In den Niederlanden wurde er für den Tod von Gefangenen 1944 zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde 1948 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. 1952 flüchtete er aus dem Gefängnis. und lebt seit Jahrzehnten in Ingolstadt.
Der ehemalige Polizeichef in Kroatien,
Milivoj Asner
, soll aktiv an der Verfolgung und Deportation von Serben, Juden sowie Sinti und Roma beteiligt gewesen sein.