Highlights von Ruhr.2010
Ein Massenpicknick auf der Autobahn, Ballons über alten Bergwerkschächten und das angeblich "schönste Museum der Welt": Die Kulturhauptstadt Ruhr.2010 umfasst 300 Projekte und mehr als 2500 Veranstaltungen.
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Jede Woche steht eine andere Stadt im Ruhrgebiet im Rampenlicht: "Local Heroes" heißt das Motto von "52 Wochen - 52 Städte". Los geht es am 10. Januar in Dinslaken, Essen mit dem Weltkulturerbe Zeche Zollverein ist das gesamte Jahr über dabei. Geplant sind Ausstellungen, Lesungen und Theater, Kunst und Kabarett sowie etliche Stadtfeste.
Vom 22. bis 30. Mai sollen im ganzen Ruhrgebiet rund 350 gelbe Ballons weithin sichtbar über ehemaligen Bergwerkschächten schweben und auf die Wurzeln des Ruhrgebiets aufmerksam machen. Am Boden erzählen derweil Bergmannsvereine, Heimatverbände und Nachbarschaftsgruppen Geschichten von anno dazumal.
Am 5. Juni ist zu hören, wie die Region klingt: Beim "Day of Song" lassen Tausende Sänger in Dutzenden Städten ihre Stimmen hören - in Konzert- und Opernhäusern genau wie in Kaufhäusern, Kirchen und Kindergärten, auf Straßen, Plätzen und in Parks. Das soll nicht nur ein Ereignis für die Sänger auf der Bühne sein, auch die Zuschauer sollen mit einstimmen.
Am 18. Juli wird eine der meistbefahrenen Straßen Deutschlands gesperrt - die Autobahn A40 zwischen Duisburg und Dortmund. Mitten auf der Hauptverkehrsader des Reviers soll ohne Motorlärm und Abgase ein Fest der Alltagskulturen stattfinden. Rund 20.000 Tische sollen dazu auf dem Asphalt aufgebaut werden - zum Essen und Trinken, aber auch als Raum zur Selbstdarstellung für Brieftaubenzüchter, Chöre und Künstler. Hochzeiten sollen an diesem Tag auf der Schnellstraße ebenso stattfinden wie Rezitationen. Auf der Gegenfahrbahn können sich einen Tag lang Radfahrer und Skater vergnügen. Die Veranstalter erwarten mehr als eine Million Teilnehmer.
Das neugebaute Folkwang-Museum in Essen präsentiert von März bis Juli die Ausstellung "Das schönste Museum der Welt", in der mit wertvollen Leihgaben die einzigartige Folkwang-Sammlung der frühen dreißiger Jahre rekonstruiert wird. Wegen seiner umfangreichen Sammlung moderner Kunst von Kandinsky und Matisse über Kirchner und Marc bis zu Munch und Beckmann war das Museum damals vom Mitbegründer des New Yorker Museum of Modern Art, Paul J. Sachs, so bezeichnet worden. Doch war die einzigartige Sammlung nach der Machtergreifung der Nazis in aller Welt zerstreut worden.
"Melez" ("Mischling") ist eines der Leitprojekte des Festivals. Um die "Kunst des Zusammenlebens" besser zu verstehen, reist ein Kulturzug mit Kunst, Tanz, Musik aus den Kulturen Europas durchs Revier, gleichzeitig laufen öffentliche Diskussionen und Seminare zum Thema Integration in der Bochumer Jahrhunderthalle.
Für den 24. Juli ist die Loveparade in Duisburg geplant. Absolut sicher ist der Termin für die Techno-Parade allerdings noch nicht, da - so die Stadtverwaltung - "noch nicht alle Fragen zur Sicherheit und zur Durchführung der Parade beantwortet sind". Als zentraler Ort für das Spektakel mit mehreren 100.000 Teilnehmern ist ein Gelände auf dem ehemaligen Güterbahnhof der Stadt vorgesehen.