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Alle Artikel und Hintergründe

Luftangriff in Afghanistan: Kunduz-Opfer scheitern erneut mit Klage

Luftangriff in Afghanistan: Kunduz-Opfer scheitern erneut mit Klage

SPIEGEL ONLINE - 30.04.2015

Ein Bundeswehr-Oberst gab den Befehl zum Nato-Angriff im afghanischen Kunduz, rund hundert Menschen starben. Nun sind die Klagen von Opfern gegen die Bundesrepublik auch im Berufungsprozess abgewiesen worden. mehr... Video | Forum ]

Entschädigungen der Bundeswehr: 5000 Dollar für ein Menschenleben, 10.000 Dollar für ein Auto

Entschädigungen der Bundeswehr: 5000 Dollar für ein Menschenleben, 10.000 Dollar für ein Auto

SPIEGEL ONLINE - 25.01.2015

Durchschnittlich 5000 Dollar zahlte die Bundesregierung für Zivilisten, die versehentlich im Afghanistan-Krieg getötet wurden. Für zerstörte Fahrzeuge zahlte sie laut einer neuen Auswertung teils das Doppelte. mehr... Video | Forum ]

Amnestie in Afghanistan: Freilassung von Taliban alarmiert die Bundeswehr

Amnestie in Afghanistan: Freilassung von Taliban alarmiert die Bundeswehr

SPIEGEL ONLINE - 14.02.2014

Trotz Protesten der USA werden in Afghanistan Terrorverdächtige aus dem Gefängnis entlassen. Auch die Bundeswehr ist besorgt: Ein in Nordafghanistan festgenommener Kämpfer ist bereits frei, weitere könnten bald folgen - darunter ein erklärter Feind der Deutschen. Von Matthias Gebauer mehr... Forum ]

Luftangriff auf Tanklaster: Hinterbliebene wollen Kunduz-Urteil nicht akzeptieren

Luftangriff auf Tanklaster: Hinterbliebene wollen Kunduz-Urteil nicht akzeptieren

SPIEGEL ONLINE - 11.12.2013

Die Angehörigen der Opfer des Luftangriffs von Kunduz geben nicht auf - obwohl das Bonner Landgericht ihre Schadensersatzforderungen zurückgewiesen hat. Ihr Anwalt kündigt an, bis zur letzten Instanz zu gehen. Von Lisa Erdmann mehr...

Prozess in Bonn: Gericht weist Klage von Kunduz-Opfern ab

Prozess in Bonn: Gericht weist Klage von Kunduz-Opfern ab

SPIEGEL ONLINE - 11.12.2013

Dutzende Menschen starben bei dem Luftangriff auf zwei Tanklaster im afghanischen Kunduz. Ein Bundeswehr-Kommandeur hatte die Bombardierung angeordnet. Nun hat ein Gericht entschieden: Der deutsche Staat muss den Hinterbliebenen keinen Schadensersatz zahlen. mehr...

Kunduz-Prozess: "Es fühlt sich nicht richtig an"

Kunduz-Prozess: "Es fühlt sich nicht richtig an"

SPIEGEL ONLINE - 30.10.2013

Es war der schlimmste Angriff deutscher Soldaten seit dem Zweiten Weltkrieg: Die Bomben auf zwei Tanklaster im afghanischen Kunduz töteten Dutzende Menschen. In einem Zivilprozess vor dem Landgericht Bonn geht es nun um die Frage der Schuld - und um Sühne. Von Jörg Diehl und Matthias Gebauer mehr... Forum ]

Brisanter Fernsehfilm: Nur zwei Millionen Zuschauer sahen Kunduz-Drama

Brisanter Fernsehfilm: Nur zwei Millionen Zuschauer sahen Kunduz-Drama

SPIEGEL ONLINE - 05.09.2013

Mehr als hundert Menschen starben vor vier Jahren bei einem Angriff auf zwei Tanklaster in Kunduz. Der blutigste deutsche Militäreinsatz seit 1945, eigentlich ein Aufreger. Doch die Quote für das ARD-Doku-Drama "Eine mörderische Entscheidung" fiel erschreckend mau aus. mehr... Forum ]

Kunduz-Doku-Drama: Die Bundeswehr im Schweige-Bunker

Kunduz-Doku-Drama: Die Bundeswehr im Schweige-Bunker

SPIEGEL ONLINE - 03.09.2013

Hat ein Oberst versagt? Übte die Politik zu viel Druck aus? Ein NDR-Film arbeitet den Tanklaster-Angriff auf, bei dem in Afghanistan mehr als hundert Menschen starben. Die Bundeswehr verweigerte jede Mitarbeit an "Eine mörderische Entscheidung" - strahlt den Film aber im Soldatensender aus. Von Christian Buß mehr... Forum ]

TV-Film über Kunduz-Bombardement: Der Oberst und der Tod

TV-Film über Kunduz-Bombardement: Der Oberst und der Tod

SPIEGEL ONLINE - 16.08.2013

Es war die blutigste deutsche Militäraktion seit 1945: Der TV-Film "Eine mörderische Entscheidung" rekonstruiert die Bombardierung zweier Tanklaster in Kunduz, bei der weit über 100 Menschen starben. Ein Doku-Drama über den Krieg im Namen der Menschlichkeit - und seinen moralischen Preis. Von Christian Buß mehr... Forum ]

Kunduz-Affäre: Bundeswehr-Oberst Klein zum Brigadegeneral befördert

Kunduz-Affäre: Bundeswehr-Oberst Klein zum Brigadegeneral befördert

SPIEGEL ONLINE - 03.04.2013

Die Beförderung stand seit längerem fest, jetzt ist sie amtlich: Georg Klein ist bei der Bundeswehr vom Oberst zum Brigadegeneral aufgestiegen - Klein war 2009 befehlshabender Offizier beim Luftangriff nahe Kunduz mit vielen Toten. mehr... Forum ]


Die wichtigsten Kunduz-Berichte
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Der Nato-Bericht
Der Nato-Bericht (auch Isaf-Bericht genannt) stützt sich auf Recherchen von Experten einer Nato-Untersuchungskommission. Nach dem Bericht habe Oberst Klein am 4. September gezielt Taliban-Kämpfer töten wollen, die in der Nähe der Tanklastwagen standen. Die Piloten seien dazu angewiesen worden. Der Bericht zweifelt allerdings deutlich an der Angemessenheit des Einsatzes: "Es ist schwer zu ergründen, warum der Fokus des PRT-Kommandeurs (Klein) auf die Taliban gerichtet war und nicht allein auf die gestohlenen Tanklaster, die doch wohl die größte Bedrohung waren für die Sicherheit der PRT-Kräfte." Am 6. November spricht Guttenberg noch von der potentiellen Gefahr, die von den Tanklastern ausgeht. In einem Interview mit der "Bild"-Zeitung am 30.November sagt er: "Eine erste Sichtung der Berichte zeigt, dass sich insbesondere folgende Fragen stellen: Hätte es zum Luftschlag gegen die Tanklaster kommen müssen?" Zu diesem Zeitpunkt liegt ihm der Bericht fast schon vier Wochen vor. Er hätte also schon wissen müssen, dass der Luftschlag gegen Menschen gerichtet war. Beim Angriff kamen bis zu 140 Menschen ums Leben. Zwar hat Verteidigungsminister Guttenberg den Angriff mittlerweile als "militärisch nicht angemessen" bezeichnet, dennoch steht er bislang noch hinter Oberst Klein.
Die zweiseitige Meldung von Oberst Klein
Klein schickt nach Informationen des SPIEGEL am 5. September einen zweiseitigen Bericht an Generalinspekteur Schneiderhan. Darin schreibt Klein: "Am 4. September um 1.51 Uhr entschloss ich mich, zwei am Abend des 3. September entführte Tanklastwagen sowie an den Fahrzeugen befindliche INS (Insurgents, zu Deutsch: Aufständische) durch den Einsatz von Luftstreitkräften zu vernichten." Er habe das Bombardement befohlen, "um Gefahren für meine Soldaten frühzeitig abzuwenden und andererseits mit höchster Wahrscheinlichkeit nur Feinde des Wiederaufbaus zu treffen". Zuvor sei Klein in den Befehlsstand der Task Force 47 gegangen und habe aus Luftbildern der Piloten geschlossen, dass die Anwesenheit von Unbeteiligten sehr unwahrscheinlich sei. Nach diesem Bericht bewertet Guttenberg die Situation am 3. Dezember neu, spricht erstmals von der Unangemessenheit.
Der Bericht der Feldjäger
Die mangelnde Aufklärung nach dem Einsatz steht bereits im Feldjägerbericht vom 9. September. Aus dem Bericht geht hervor, dass Oberst Klein innerhalb der vorgeschriebenen zwei Stunden keine Maßnahmen zur Aufklärung vorgenommen habe. Dies schreiben allerdings neue Vorschriften der Isaf seit Anfang Juli vor. Der Bericht stammt vom 9. September, Guttenberg erfährt davon aber erst am 25. November, auf Nachfrage der "Bild"-Zeitung.
Der Bericht des Roten Kreuzes
Am 6. November erhält Guttenberg einen Bericht des Internationalen Roten Kreuzes. Nach Informationen des "Stern" stehen auf den Seiten die Namen von 74 getöteten Zivilisten. Unter den Opfern seien auch acht-, zehn- und zwölfjährige Kinder. Weiter heißt es, dass der Angriff nicht im Einklang mit dem Völkerrecht stehe. Nach Angaben des Berichts habe keine unmittelbare Bedrohung für das deutsche Feldlager bei Kunduz bestanden.
Der "Initial Action Team"-Report
Das 27-seitige Schreiben trifft bereits am 7. September beim Einsatzführungsstab in Berlin ein. Er wurde kurz zuvor verfasst. Auf der ersten Seite steht: "Mit sehr großer Wahrscheinlichkeit hat es zivile Opfer gegeben." Der Bericht schildert bereits das Bombardement und Fehler vor dem Befehl. Außerdem schildert er detaillierte Einschätzungen über Opfer. Am 8. September sagt Kanzlerin Angela Merkel in ihrer Regierungserklärung: "Über die Folgen, insbesondere über zivile Opfer, gibt es widersprüchliche Meldungen."

Fotostrecke
Kunduz-Krise: Die Akteure von Kunduz
Was nach dem Luftangriff geschah
4. September 2009
AP
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) verteidigt den Luftangriff auf zwei von Taliban entführte Tanklaster. Den Angriff, bei dem auch Zivilisten sterben, hat der deutsche Oberst Georg Klein angefordert. Die Taliban hätten gedroht, "auch und gerade vor den Bundestagswahlen Anschläge auf die Bundeswehr" zu verüben, erklärt Jung. "Deshalb war es eine sehr konkrete Gefahrenlage, wenn die Taliban in den Besitz von zwei Tanklastwagen gekommen sind, die hier erhebliche Gefahr für unsere Soldaten bedeutet haben." An den folgenden Tagen bezeichnet Jung den Luftangriff wiederholt als "geboten".

Mehr über die Kunduz-Affäre auf der Themenseite...
5. September 2009
Die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft, ob gegen Oberst Georg Klein ein Ermittlungsverfahren eingeleitet werden soll. Wenige Tage später gibt sie die Vorermittlungen an die Staatsanwaltschaft in Leipzig ab, wo Klein seinen Dienstsitz hat.
8. September 2009
Die Nato räumt erstmals ein, dass bei dem Angriff auch Zivilisten getötet wurden. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) bekundet ihr tiefes Bedauern über mögliche zivile Opfer. In einer Regierungserklärung wendet sie sich zugleich gegen "Vorverurteilungen" aus dem In- und Ausland.
11. September 2009
Bundeswehrgeneralinspekteur Wolfgang Schneiderhan stellt sich hinter die deutschen Soldaten am Hindukusch. "Sie haben mein persönliches Vertrauen in ihre Leistungsfähigkeit und ihr Verantwortungsbewusstsein", sagt er in einer von Bundeswehrsendern ausgestrahlten Erklärung. Er gehe davon aus, dass die Entscheidung für den Luftangriff das Ergebnis einer "sorgfältigen Beurteilung der Lage" gewesen sei.
29. Oktober 2009
Generalinspekteur Schneiderhan gibt in Berlin ein Statement zum inzwischen vorliegenden Nato-Bericht über den Angriff ab. Er habe "keinen Grund, daran zu zweifeln", dass die deutschen Soldaten "angesichts der schwierigen Lage in operativer Hinsicht militärisch angemessen gehandelt haben". Die Zahl der Toten soll dem Nato-Bericht zufolge zwischen 17 und 142 liegen. Laut Schneiderhan gibt es keine Bestätigung dafür, dass durch den Angriff "unbeteiligte Personen" getötet wurden.
6. November 2009
Der neue Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) bezeichnet das Bombardement als angemessen. Er hege keine Zweifel an der Einschätzung Schneiderhans, "dass die Militärschläge und die Luftschläge vor dem Gesamtbedrohungshintergrund als militärisch angemessen zu sehen sind". Am selben Tag legt die Generalstaatsanwaltschaft Dresden der Bundesanwaltschaft die Akten über Klein zur Prüfung vor. Ob gegen Klein ein Ermittlungsverfahren eingeleitet wird, bleibt weiter offen.
26. November 2009
Die "Bild"-Zeitung berichtet, das Verteidigungsministerium habe Informationen zu dem Angriff vor Öffentlichkeit und Staatsanwaltschaft zurückgehalten. Demnach hätte Jung viel früher über mögliche zivile Opfer informiert sein müssen als bisher bekannt. Bei den Beratungen des Bundestags zum Afghanistan-Einsatz gibt Guttenberg den Rücktritt von Schneiderhan und Verteidigungsstaatssekretär Peter Wichert bekannt.
27. November 2009
Der frühere Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) übernimmt die Verantwortung für die interne Informationspolitik und erklärt seinen Rücktritt als Arbeitsminister.
2. Dezember 2009
Zur Aufklärung der Kunduz-Affäre wandelt sich der Verteidigungsausschuss des Bundestages in einen Untersuchungsausschuss um (Konstituierung am 16. Dezember). Guttenberg schreibt an Wichert, er unterstelle diesem bei den Informationspannen, derentwegen er entlassen wurde, keine Böswilligkeit.
3. Dezember 2009
Guttenberg bezeichnet das Bombardement im Bundestag als "militärisch nicht angemessen". Neue Dokumente hätten ihn zur Korrektur seiner Meinung veranlasst. Eine Woche später begründet der Minister seine Korrektur mit dem Erhalt "unterschlagener Dokumente, beziehungsweise vorenthaltener Dokumente".
16. Dezember 2009
Schneiderhan wehrt sich gegen den Vorwurf, wichtige Akten und Berichte seien unterschlagen worden.
9. März 2010
Guttenberg sagt in einem Interview, er gehe nicht davon aus, dass ihm Informationen "vorsätzlich" vorenthalten worden seien. Einen Tag später sagt Guttenberg, er habe "nie den Vorwurf erhoben, dass irgendein strafrechtlich relevantes Handeln seitens der beiden Herren (Schneiderhan und Wichert) vorgelegen" habe.

18. März 2010
Im Untersuchungsausschuss weisen Schneiderhan und Wichert den Vorwurf zurück, Unterlagen seien unterschlagen worden.
19. März 2010
Die Bundesanwaltschaft leitet Ermittlungen gegen den kommandierenden Oberst Klein und seinen Flugleitoffizier wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Völkerstrafgesetzbuch ein.
19. April 2010
Die Ermittlungen gegen Oberst Klein werden eingestellt. Zum Zeitpunkt des Luftangriffs hatten die beiden Offiziere laut Bundesanwaltschaft keine Hinweise auf die Anwesenheit von Zivilisten.
19. August 2010
Die Bundeswehr stellt ihre disziplinarischen Ermittlungen gegen Oberst Klein ein. Es sei "kein Dienstvergehen" festzustellen.

Fotostrecke
Afghanistan: Klein und der Befehl zum Bomben


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