Das
Konzentrationslager Buchenwald
wurde im Juli 1937 von den Nationalsozialisten auf dem Ettersberg bei Weimar errichtet. Bis zur Befreiung im April 1945 waren dort über 238.000 Menschen aus mehr als 33 Ländern inhaftiert. Buchenwald gehörte zur zweiten Generation der neuen, großen
Konzentrationslager
, die von der
SS
im Rahmen der Kriegsvorbereitungen geplant und gebaut wurden. Nach Dachau und Sachsenhausen war es das dritte große KZ der Nazis in Deutschland. Die Häftlinge wurden während des Krieges besonders in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Obwohl das Lager kein
Vernichtungslager
war, kamen etwa 56.000 Häftlinge bei Massentötungen,
medizinischen Experimenten
und durch die Willkür der SS ums Leben. Durch die Deportation der meisten jüdischen Gefangenen aus Buchenwald nach
Auschwitz
war das Lager in den Vernichtungsapparat des Nationalsozialismus integriert.
Das
Häftlingslager in Buchenwald
wurde ab 1937 bis zum Kriegsbeginn von den Gefangenen errichtet und bestand nach Fertigstellung aus drei Teilen: Neben dem "großen Lager" gab es das "Zeltlager", das im Oktober 1939 zunächst für polnische Gefangene errichtet wurde, und das "kleine Lager", das 1942 als Quarantänestation entstand und schließlich vor allem Sterbelager für jüdische Häftlinge wurde. Außer dem Bereich des Häftlingslagers wurden die SS-Verwaltung, die Unterkünfte für die SS-Angehörigen und die lagereigenen Wirtschaftsbetriebe erbaut.
Im Laufe des Krieges entstanden etwa 130
Außenlager des KZ Buchenwald
, in denen die Häftlinge vorwiegend für die Rüstung arbeiteten.
Die ersten Häftlinge waren politische Gegner des NS-Regimes, Zeugen Jehovas, Homosexuelle und mehrfach vorbestrafte Kriminelle, sogenannte "befristete Vorbeugehäftlinge". Dazu kamen zunächst nur vereinzelt Juden sowie Sinti und Roma. Nach der
Pogromnacht am 9. November 1938
brachte die SS nahezu 10.000 deutsche Juden nach Buchenwald. Bis zum Kriegsbeginn arbeiteten die Gefangenen überwiegend im Lageraufbau und im Steinbruch. Nach Ausbruch des Krieges erreichten Deportierte aus allen europäischen Ländern
Buchenwald
– Juden, Polen, dänische Polizisten, sowjetische Kriegsgefangene. Anfang 1945 überführte die
SS
Tausende Insassen aufgelöster
Konzentrationslager
im Osten in das deutsche Lager, das dadurch mit über 100.000 Häftlingen zum größten noch bestehenden KZ wurde. Durch die Überfüllung brachen Seuchen aus, an deren Folgen Tausende starben.
Von den rund 238.000 Häftlingen des
KZ Buchenwald
und seiner Außenlager wurden etwa 34.000 als Tote registriert, die tatsächliche Opferzahl liegt aber bei mindestens 50.000 Menschen. Das Hauptlager Buchenwald wurde ab 1941 zunehmend ein Ort des Massenmords und Sterbens. Die Häftlinge starben an Hunger und Kälte oder den Qualen der
Zwangsarbeit
in Rüstungsfabriken, fielen
medizinischen Experimenten
zum Opfer oder wurden von der
SS
getötet. Mehrere tausend sowjetische Kriegsgefangene wurden 1941/42 per Genickschuss ermordet. Auf Befehl des Reichsführers-SS,
Heinrich Himmler
, wurden ab Oktober 1942 nahezu alle jüdischen Häftlinge aus Buchenwald ins
Vernichtungslager Auschwitz
deportiert. Von den osteuropäischen Juden, die ab Sommer 1944 als Sklavenarbeiter in die
Außenlager
gebracht wurden, starben viele an den Arbeits- und Lebensbedingungen. Ab 6. April begann die Lagerleitung, die jüdischen Häftlinge auf
"Todesmärsche"
zu schicken, bevor sie selbst das Lager verließ.
Am 11. April 1945 erreichte die US-Armee das
KZ Buchenwald
, ein Teil der
SS
-Aufseher flüchtete. Häftlinge besetzten noch während der Kämpfe zwischen den US-Truppen und der SS Wachtürme und organisierten einen Lagerrat. 21.000 Gefangene, darunter 4000 Juden, kamen mit dem Leben davon und wurden befreit. Die amerikanischen Soldaten fanden Berge von Leichen und aufgeschichtete Haufen menschlicher Knochen vor, die als Bilder um die Welt gingen und bis heute das Bewusstsein von den Greueltaten des NS-Regimes prägen.
Zu den Befreiern des Buchenwald-Außenlagers
Ohrdruf
gehörte der Großonkel von US-Präsident
Barack Obama
, Charles Payne.