Essstörungen
Anorexia nervosa, Magersucht
Die Magersucht ist eine krankhafte Essstörung, die durch radikales Hungern und starken Gewichtsverlust gekennzeichnet ist. Experten gehen davon aus, dass 0,5 bis 0,75 Prozent aller jungen Frauen unter der Krankheit leiden. Auch Jungen und junge Männer leiden zunehmend darunter.
Die Ursachen der Magersucht sind vielfältig. Sie basieren auf genetischen Faktoren, psychischen Störungen und generellen gesellschaftlichen Einflüssen.
Viele der Betroffenen leiden unter einer Körperschemastörung: Sie fühlen sich auch bei extremem Untergewicht zu dick.
Laut allgemeinen Kriterien gilt jemand ab einem Body-Mass-Index von 17,5 oder weniger als magersüchtig. Ein weiterer Indikator ist ein Körpergewicht, das um mindestens 15 Prozent unter dem für das Alter zu erwarteten Normalgewicht liegt.
Folgen der Magersucht sind unter anderem Hormonstörungen, die zum Ausbleiben der Menstruation führen, Durchblutungsstörungen, Muskelschwäche und Mangelerscheinungen, die unter anderem auch an kaputtem Haar erkennbar werden.
In 10 bis 15 Prozent der Fälle verläuft die Krankheit tödlich.
Bulimia nervosa, Bulimie, Ess-Brech-Sucht
Die Erkrankung ist durch wiederholte Ess-Attacken gekennzeichnet, auf die Erbrechen selbst herbeigeführt wird. Um eine Gewichtszunahme zu verhindern, werden auch Abführmittel und Appetitzügler eingesetzt, sowie exzessiv viel Sport getrieben. Das Erbrechen kann auch auf die Einnahme einer ganz normalen Mahlzeit erfolgen.
Zeitdauer und Frequenz der einzelnen Attacken sind variabel.
An Bulimie erkrankte Menschen können unter-, normal- oder übergewichtig sein.
Die Ursachen der Bulimie sind mit denen der Magersucht vergleichbar. Häufig geht der Bulimie extremes Übergewicht oder eine anorektische Phase voraus. Sie kann auch mit Phasen der Magersucht abwechseln.
Die Bulimie hat deutliche körperliche Konsequenzen: Das wiederholte Erbrechen kann zu Herz-Rhythmus-Störungen und Entzündungen der Speiseröhre führen. Die erhöhte Magensäure im Mund hat häufig Zahnschäden zur Folge.
Sogenannte Binge-Eater konsumieren innerhalb von kurzer Zeit ungewöhnlich große Mengen an Nahrung. Dabei können die Betroffenen nicht kontrollieren, wie viel sie essen. Im Gegensatz zur Bulimie wird hier das Gegessene nicht wieder erbrochen, so dass längerfristig Übergewicht eine Folge der Erkrankung ist.
Das Binge-Eating gilt als die am häufigsten auftretende Essstörung. Anders als bei der Magersucht oder bei der Bulimie sind von einer Binge-Eating-Störung auch viele Männer betroffen.
Der BMI ist definiert als Körpergewicht in Kilogramm dividiert durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat. Normalgewichtige haben einen BMI zwischen 18,5 und 24,9. Ab einem BMI von 25 gelten Personen als übergewichtig. Ab einem BMI von mehr als 30 oder weniger als 18,5 gilt der Betroffene als behandlungsbedürftig.