Chronik des Bürgerkriegs
Beim Anschlag auf eine Militäreinrichtung im Norden der
Insel sterben 13 Soldaten. Bei antitamilischen Ausschreitungen kommen
daraufhin hunderte Tamilen ums Leben, tausende fliehen außer Landes
Indien stationiert Friedenstruppen. Nach ihrem Abzug
1990 eskaliert der Krieg. Sri Lankas Präsident Ranasinghe Premadasa
stirbt bei einem LTTE-Angriff.
Die neue Präsidentin Chandrika Kumaratunga verspricht Frieden,
scheitert Mitte der neunziger Jahre aber an Verhandlungen mit den Separatisten. Im Dezember 1999 entgeht sie nur knapp einem Bombenattentat, dem 22 Menschen zum Opfer fallen.
Beide Seiten vereinbaren einen von Norwegen
vermittelten Waffenstillstand. Im Dezember einigen sich Regierung und
Rebellen in Oslo auf ein friedliches Zusammenleben in einer
Föderation.
Ein Bruch des Waffenstillstands überschattet den
Friedensprozess. Die Marine versenkt ein Boot mutmaßlicher LTTE-
Rebellen. Mehrere Menschen kommen ums Leben.
Außenminister Lakshman Kadirgamar wird von einem
Scharfschützen erschossen. Die Regierung macht die LTTE für das
Attentat verantwortlich.
Regierung und Rebellen nehmen wieder direkte
Verhandlungen auf. In der Nähe von Genf treffen sich die Delegationen
zu Gesprächen unter norwegischer Vermittlung, um die brüchige
Waffenruhe von 2002 zu festigen. Die Gespräche scheitern im Oktober.
Tamilen-Rebellen fliegen erstmals einen Luftangriff auf
Armeestellungen. Neben dem internationalen Flughafen der Hauptstadt
Colombo bombardieren sie eine Luftwaffenbasis. Mehrere Menschen
kommen ums Leben.
Sri Lankas Regierung kündigt das 2002 geschlossene
Waffenstillstandsabkommen auf und kündigt die militärische
Vernichtung der Rebellen an.
Die Streitkräfte erobern das Hauptquartier der
Rebellen in Kilinochchi im Norden des Landes.
Die Rebellen verkünden einen einseitigen
Waffenstillstand, die Regierung weist das Angebot zurück.
16. Mai: Nach fast 26 Jahren Bürgerkrieg erklärt die Regierung
Sri Lankas die Rebellen für militärisch besiegt. Zuvor hatte die
Armee nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Colombo den
letzten Küstenstreifen unter Kontrolle der Befreiungstiger von Tamil
Eelam (LTTE) eingenommen.
17. Mai: Die LTTE kündigt an, die Waffen niederzulegen. Inzwischen sind 250.000 Menschen vor den Kämpfen geflohen. Laut Uno wurden von Januar bis Anfang Mai mindestens 7000 Zivilpersonen getötet. Seither berichteten Ärzte von mindestens 1000 weiteren Opfern.