Der Aufbau des ZDF
Der Intendant steht an der Spitze des Senders. Er vertritt das ZDF nach außen und führt die Geschäfte. Seit März 2002 ist Markus Schächter Intendant des ZDF. Mit dem besten Ergebnis in der Geschichte des ZDF (60 von 61 Stimmen) wurde er im Dezember 2005 im Amt bestätigt. Er ist verantwortlich für das Program und beruft den Chefredakteur - allerdings braucht er für seinen Vorschlag die Zustimmung des Verwaltungsrates. Diese hat er im Fall Nikolaus Brender nicht bekommen. Unionsministerpräsident Koch hatte bereits im Februar erklärt, er wolle einen anderen Chefredakteur. Am 27. November stimmten nur sieben der 14 Verwaltungsrats-Mitglieder für Brender - er hätte neun Stimmen gebraucht.
Der Fernsehrat überwacht das Programm, genehmigt den vom Verwaltungsrat beschlossenen Haushalt und wählt den Intendanten. Die 77 Mitglieder stammen zu über 90 Prozent aus den Parteien oder werden von ihnen berufen. Nur die Kirchen dürfen ebenfalls fünf Vertreter nominieren. Vorsitzender ist seit 2002 der CDU-Bundestagsabgeordnete Ruprecht Polenz. Der Fernsehrat schickt acht Mitglieder in den 14-köpfigen Verwaltungsrat.
Der Verwaltungsrat überwacht den Intendanten (vor allem in Haushaltsfragen) und stimmt über seine Personalvorschläge ab. Insgesamt gehören dem Gremium 14 Mitglieder an: Fünf werden von den Ländern gestellt, das sind die Ministerpräsidenten Roland Koch, Peter Müller (CDU), Kurt Beck und Matthias Platzeck (beide SPD) sowie der Ex-Regierungschef Edmund Stoiber. Die Bundesregierung schickt Bernd Neumann, den Staatsminister für Kultur und Medien. Die restlichen acht Mitglieder werden vom Fernsehrat gewählt. Zum Unionslager gehören: Hans-Henning Becker-Birck (CDU-Landrat a.D.), Dieter Beuermann (ehemaliger Verleger), Willi Hausmann (CDU-Bundesgeschäftsführer 1998-2003), Hildegund Holzheid (Richterin a.D., CSU) und Gerd Zimmermann (Universitätsrektor. Zum SPD-Lager gehören Ilse Brusis, Ex-Ministerin aus NRW, Roland Issen, Ex-Gewerkschaftschef und Reinhard Scheibe, Staatssekretär a.D.