Trotz Terroranschlägen: 14 Minister in Afghanistan vereidigt

Trotz Terroranschlägen: 14 Minister in Afghanistan vereidigt

SPIEGEL ONLINE - 18.01.2010

Mehrmals verweigerte das afghanische Parlament Präsident Hamid Karzai die Zustimmung: Zweimal ließen sie zahlreiche Kandidaten für sein neues Kabinett durchfallen. Obwohl schwere Anschläge Kabul erschütterten, wurden 14 Minister nun vereidigt - draußen hörten sie Schüsse und Explosionen. mehr... Video | Forum ]

Afghanistan: Parlament lehnt Mehrheit von Karzais Ministerkandidaten ab

Afghanistan: Parlament lehnt Mehrheit von Karzais Ministerkandidaten ab

SPIEGEL ONLINE - 02.01.2010

Das afghanische Parlament hat einem Großteil der von Präsident Hamid Karzai vorgeschlagenen Kabinettsmitglieder die Zustimmung verweigert. Bestätigt wurden der amtierende Innenminister und der Chef des Verteidigungsressorts. Neue Vorschläge kann Karzai erst wieder im Februar vorlegen. mehr... Forum ]

Afghanistan: Foltervorwürfe gegen Karzais Geheimdienst

Afghanistan: Foltervorwürfe gegen Karzais Geheimdienst

SPIEGEL ONLINE - 22.12.2009

Ein Selbstmord im Gefängnis, heißt es offiziell. Doch die Familie des jungen Afghanen Abdul Basir ist überzeugt, dass der afghanische Geheimdienst den mutmaßlichen Attentäter zu Tode folterte. Human Rights Watch fordert eine Untersuchung - es soll viele weitere Fälle geben. mehr... Forum ]

Korruption in Afghanistan: Haftbefehl gegen Kabuls Bürgermeister

SPIEGEL ONLINE - 07.12.2009

Er veruntreute 11.000 Euro - jetzt muss er ins Gefängnis: Mir Abdul Ahad Sahbi, ehemaliger Bürgermeister von Kabul, wurde zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Es ist das erste größere Urteil, seitdem die afghanische Regierung erneut versprochen hat, die Korruption im Land zu bekämpfen. mehr... Forum ]

Korruptionsvorwürfe: Afghanische Justiz will fünf Top-Politiker anklagen

Korruptionsvorwürfe: Afghanische Justiz will fünf Top-Politiker anklagen

SPIEGEL ONLINE - 18.11.2009

Der internationale Druck auf die Regierung Karzai scheint zu wirken: Einen Tag vor der Vereidigung des Präsidenten kündigt die Justiz fünf Anklagen wegen Korruption gegen zwei amtierende und drei ehemalige Minister an. Der Staatschef muss sie aber noch genehmigen. Aus Kabul berichtet Matthias Gebauer mehr... Forum ]

Karzais Symbolpolitik: Anti-Korruptionsjäger sollen Westen besänftigen

Karzais Symbolpolitik: Anti-Korruptionsjäger sollen Westen besänftigen

SPIEGEL ONLINE - 16.11.2009

Präsident Karzai steht seit seinem Wahlbetrug massiv unter Druck - jetzt macht er erste Zugeständnisse an Europäer und Amerikaner. Er lässt eine Anti-Korruptionseinheit gründen. Sie soll mit FBI, Scotland Yard und der EU-Polizeimission EUPOL zusammenarbeiten. Aus Kabul berichtet Matthias Gebauer mehr... Forum ]

Spezialeinsatz in Bundeswehrgebiet: US-Militär startet brachiale Taliban-Jagd in Kunduz

Spezialeinsatz in Bundeswehrgebiet: US-Militär startet brachiale Taliban-Jagd in Kunduz

SPIEGEL ONLINE - 08.11.2009

Es war die größte und härteste Offensive in der deutschen Zone Afghanistans: Nahe des Bundeswehrcamps bei Kunduz haben US-Elitetrupps mit afghanischen Soldaten eine Großoffensive gegen Taliban geführt. Fünf Tage und Nächte fielen Bomben, die Rede ist von 133 Toten. Die Deutschen wollten sich nicht beteiligen. Aus Kunduz berichten Matthias Gebauer und Shoib Najafizada mehr... Forum ]

Afghanischer Präsident: Karzai verspricht Kampf gegen Korruption

Afghanischer Präsident: Karzai verspricht Kampf gegen Korruption

SPIEGEL ONLINE - 03.11.2009

Afghanistans Präsident Hamid Karzai reagiert auf die Kritik von US-Präsident Obama: Er will künftig hart gegen Korruption vorgehen. Außerdem bot er der Opposition an, in seiner Regierung mitzuarbeiten. mehr... Video | Forum ]

Wahlchaos in Afghanistan: Karzais Schummelsieg wird Obamas Problem

Wahlchaos in Afghanistan: Karzais Schummelsieg wird Obamas Problem

SPIEGEL ONLINE - 02.11.2009

Nach dem Rückzug seines Konkurrenten Abdullah bleibt Hamid Karzai Präsident Afghanistans. Für den Westen wird die Zusammenarbeit mit ihm schwieriger: Vor allem US-Präsident Obama muss erklären, warum er einem undemokratischen Machthaber mit noch mehr Soldaten helfen will. Von Matthias Gebauer mehr... Forum ]

Kabul: Wahlkommission erklärt Karzai zum Präsidenten von Afghanistan

Kabul: Wahlkommission erklärt Karzai zum Präsidenten von Afghanistan

SPIEGEL ONLINE - 02.11.2009

Die afghanische Wahlkommission hat die für kommenden Samstag geplante Präsidentenstichwahl abgesagt - und gleichzeitig Hamid Karzai zum Regierungschef erklärt. Der einzige Konkurrent Abdullah hatte seine Kandidatur aus Protest gegen Manipulationen beim Urnengang zuvor zurückgezogen. mehr... Forum ]


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Präsident Karzai: "Härtester Job der Welt"

Karzai und Afghanistan
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Hamid Karzai
Hamid Karzai ist der derzeit amtierende Präsident Afghanistans. Nach der ersten Phase des Afghanistan-Kriegs hatten ihn die USA und die Uno auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 als Regierungschef einer afghanischen Interimsregierung durchgesetzt. Die Loya Jirga wählte Karzai 2002 zum Präsidenten einer Übergangsregierung, und nach Verabschiedung einer neuen Verfassung bestimmten ihn die Afghanen 2005 in direkter Wahl zu ihrem Präsidenten. Durch den Einfluss der Warlords blieb Karzais Macht jedoch beschränkt. Zuletzt verlor er auch die Unterstützung der USA.

Hamid Karzai wurde 1957 in Kandahar geboren. Er gehört dem mächtigen Paschtunen-Stamm der Popalzai an, der mehrere afghanische Könige hervorbrachte. Karzai studierte in Indien und hielt sich immer wieder in den USA auf. Zusammen mit den Mudschahidin kämpfte er in den achtziger Jahren gegen die sowjetische Besetzung Afghanistans . Aus dem Exil in Pakistan unterstützte Karzai die Taliban zunächst, wandte sich dann aber gegen das Regime, dem auch die Ermordung seines Vaters zugeschrieben wird. Nach Beginn der amerikanischen Militäraktion in Afghanistan kehrte Karazi 2001 in seine Heimat zurück und stellte sich an die Spitze der Anti-Taliban-Bewegung in der Region Kandahar.

Präsidentschaftswahlen
Am 30. August 2009 wählten die Afghanen ihren neuen Präsidenten. Doch es kam zu massiven Fälschungen, insbesondere zugunsten Karzais. Die Auszählungsergebnisse in 210 Wahllokalen wurden anschließend für ungültig erklärt. Karzai, der sich zuvor als Sieger gesehen hatte, verfehlte nach dem um manipulierte Stimmen bereinigten Endergebnis die absolute Mehrheit: Er erreichte nur 49,67 Prozent der Stimmen.

Eine Stichwahl zwischen Karzai und Ex-Außenminister Abdullah Abdullah sollte die Entscheidung bringen. Doch der Herausforderer zog seine Kandidatur zurück mit der Begründung, es könne wie im ersten Durchgang erneut zu Unregelmäßigkeiten kommen. Die afghanische Wahlkommission rief Karzai daraufhin erneut zum Präsidenten aus.

Isaf-Einsatz
Nach Beginn des Afghanistan-Kriegs 2001 und dem Sturz der radikal-islamischen Taliban beschloss der Uno-Sicherheitsrat , eine internationale Schutztruppe im Land ( Isaf ) einzusetzen. Sie soll den Wiederaufbau Afghanistans zu einer Demokratie absichern, auch indem sie zivile Wiederaufbauteams (PRTs) schützt, von denen derzeit 26 tätig sind.

Der Einsatz war zunächst auf die Hauptstadt Kabul und deren Umgebung beschränkt und wurde bis 2006 auf das ganze Land ausgeweitet. Seit 2003 führt die Nato die Isaf. Derzeit gehören ihr mehr als 119.000 Soldaten aus 46 Nationen an, darunter auch aus Nicht-Nato-Staaten wie Australien und Neuseeland.
Deutschland übernahm 2006 das Isaf-Kommando für den Norden Afghanistans. 2007 bestellte die Bundeswehr sechs Aufklärungsflugzeuge vom Typ Tornado ab, die Luftbilder aus ganz Afghanistan für Isaf liefern. Die Bundesrepublik stellt derzeit mit mehr als 4000 Soldaten die drittgrößte Truppe nach den USA und Großbritannien.

Probleme in Afghanistan
Da die Taliban inzwischen wieder an Stärke gewonnen haben, nehmen die militärischen Auseinandersetzungen zu. Besonders hart umkämpft ist der Osten des Landes, wo die meisten US-Soldaten stationiert sind. Die schwer kontrollierbaren Stammesgebiete Pakistans gelten als Rückzugsgebiet und Nachschubbasis der Taliban.

Die Stabilisierung Afghanistans wird durch Korruption, die bis in höchste Regierungskreise verbreitet ist, sowie durch Drogenproduktion und -schmuggel erschwert.

Opium-Wirtschaft
Obgleich die afghanische Übergangsregierung unter Karzai im Januar 2002 den Schlafmohnanbau verboten hat, ist der Drogenanbau rasch wieder zum dominierenden Wirtschaftszweig Afghanistans geworden. Das Land ist der weltweit größte Produzent von Rohopium .

Mit Einnahmen aus dem Drogenschmuggel finanzieren die Taliban ihren Kampf gegen Karzais Regierung und die ausländischen Truppen. Die Bekämpfung ist problematisch, weil viele Menschen von dem Handel leben. Isaf -Soldaten sind inzwischen befugt, gegen Drogenhändler vorzugehen und Laboratorien zu zerstören, in denen Schlafmohn zu Opium verarbeitet wird.

Afghanistan-Krieg
Der Afghanistan-Krieg der USA und ihrer Verbündeten war die erste große militärische Reaktion auf die Terroranschläge vom 11. September 2001 . Er richtete sich sowohl gegen das Terrornetzwerk al-Qaida , das für die Anschläge verantwortlich gemacht wird, als auch gegen das seit Mitte der neunziger Jahre in Afghanistan herrschende islamisch-fundamentalistische Taliban -Regime.

Die Taliban wurden bezichtigt, Osama Bin Laden und andere hochrangige Mitglieder von al-Qaida zu unterstützen und zu beherbergen.

Die erste Kriegsphase endete mit dem Fall der Hauptstadt Kabul und der Provinzhauptstädte Kandahar und Kunduz im November und Dezember 2001. Auf der Petersberger Afghanistan-Konferenz im Dezember 2001 wurde eine Interimsregierung unter Präsident Hamid Karzai eingesetzt und die Einberufung einer verfassunggebenden Loya Jirga beschlossen. Gleichzeitig erteilte der Uno-Sicherheitsrat den Nato-Staaten und mehreren Partnerländern das Isaf -Mandat zur Unterstützung des Wiederaufbaus.






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