Die in tiefroten Zahlen steckende KarstadtQuelle AG wird in Arcandor AG umbenannt.
8. Juni: Der Lenkungsausschuss des "Wirtschaftsfonds Deutschland" lehnt den Arcandor-Antrag auf eine Staatsbürgschaft von 650 Millionen Euro und einen Kredit über 200 Millionen Euro ab. Der Bund verweigert auch staatliche Rettungsbeihilfen.
9. Juni: Arcandor stellt Insolvenzantrag für die Arcandor AG sowie die Töchter Karstadt und Quelle.
18. Juni: Die bayerische Staatsregierung sagt die Beteiligung an einer geplanten 50-Millionen-Euro-Bürgschaft von Bund und Ländern für Quelle zu. Das Versandhaus braucht unter anderem bis zu 25 Millionen Euro für den Druck des neuen Kataloges, ohne den das Unternehmen sein Versandgeschäft nicht fortführen kann.
2. Juli: Die Druckereien stoppen die Produktion und Auslieferung des Katalogs. Hintergrund sind Befürchtungen, dass die Arbeiten nicht bezahlt werden und die Druckereien auf ihren Kosten sitzenbleiben. Nach einem Appell des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, in Vorkasse zu gehen und die Auslieferung des Katalogs nicht weiter zu blockieren, laufen die Druckmaschinen wieder an.
13. August: Görg kündigt den Abbau von rund 3700 der 10.500 Arbeitsplätze bei der Versandhandelssparte Primondo/Quelle an.
15. August: Die Suche nach einem Investor für den gesamten Arcandor-Konzern wird eingestellt. Jetzt geht es nur noch um die Sanierung der Töchter.
1. September: Das Essener Amtsgericht eröffnet die Insolvenzverfahren für die wichtigsten Arcandor-Gesellschaften. Vorstandschef Karl-Gerhard Eick und fast der gesamte Vorstand verlassen das Unternehmen. Der vorläufige Insolvenzverwalter wird zum Insolvenzverwalter bestellt.
11. September: Görg vereinbart mit den drei beteiligten Instituten Valovis Bank, Commerzbank und BayernLB die Anschlussfinanzierung für das sogenannte Factoring von Primondo/Quelle. Dabei verkauft das insolvente Unternehmen seine Kundenforderungen an die Banken, die Quelle im Gegenzug mit Geld versorgen. Nun sucht der Insolvenzverwalter einen Investor für die Versandhaussparte von Arcandor.
13. Oktober: Görg schließt bei Primondo/Quelle einen weiteren Personalabbau über die angekündigten 3700 Stellen hinaus nicht aus. Medienberichten zufolge sollen mehrere hundert zusätzliche Stellen betroffen sein.
19. Oktober: Quelle soll abgewickelt werden. Laut Insolvenzverwalter sind Verkaufsanstrengungen erfolglos geblieben.