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Alle Artikel und Hintergründe

Kriegsverbrecher-Tribunal: Karadzic und Mladic zusammen vor dem Richter

SPIEGEL ONLINE - 28.01.2014

Der eine hatte den anderen als Zeugen aufgerufen: Der frühere bosnische Serbenführer Karadzic und sein einstiger Armeechef Mladic sind erstmals gemeinsam vor dem Uno-Kriegsverbrechertribunal erschienen. Ein bizarrer Auftritt in Den Haag. mehr...

Den Haag: Gericht rollt Völkermord-Anklage gegen Karadzic wieder auf

SPIEGEL ONLINE - 11.07.2013

Serbenführer Karadzic muss sich nun doch wegen Völkermord an mehreren Orten verantworten: Das Tribunal in Den Haag hat den teilweisen Freispruch für den Kriegsverbrecher aufgehoben. In Srebrenica begingen 20.000 Menschen zum 18. Jahrestag des Massakers eine Gedenkfeier für die Opfer. mehr...

Karadzic vor Uno-Tribunal: Alles zur Vermeidung von Krieg getan

SPIEGEL ONLINE - 16.10.2012

Er ist angeklagt für den Völkermord von Srebrenica und die Belagerung von Sarajevo. Doch Radovan Karadzic streitet alles ab. Er präsentiert sich vor dem Uno-Tribunal gar als Friedensstifter. mehr...

Kriegsverbrechertribunal: Richter sprechen Karadzic in einem Punkt frei

SPIEGEL ONLINE - 28.06.2012

Die Anklage gegen Radovan Karadzic umfasste elf Punkte - nun hat das Uno-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag den früheren Serbenführer Radovan Karadzic vom Vorwurf des Völkermords in bosnischen Gemeinden freigesprochen. mehr...

JUSTIZ: Plädoyer für den Teufel

DER SPIEGEL - 22.08.2011

Wenn sie ihre Kriege verlieren, landen Diktatoren inzwischen vor internationalen Gerichten. Ihre Verteidiger kämpfen für rechtsstaatliche Prinzipien, selbst wenn der Mandant Gaddafi heißt. Je grausamer der Schlächter, desto größer der Ruhm seines Anw... mehr...

JUGOSLAWIEN-TRIBUNAL: Karadzic pokert

DER SPIEGEL - 07.06.2010

Radovan Karadzic bremst Verhandlungen vor dem Uno-Tribunal. Schon mehrfach hat der in Den Haag inhaftierte frühere Führer der bosnischen Serben, Radovan Karadzic (Karad?i?), die Verhandlungen vor dem Uno-Tribunal zu bremsen versucht. So gelang es i... mehr...

Prozess in Den Haag: Karadzic bezeichnet Völkermord als Mythos

SPIEGEL ONLINE - 02.03.2010

Erst machte er die bosnischen Muslime für den Balkankrieg verantwortlich, nun leugnet Serbenführer Karadzic den Völkermord. Vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag sagte er, die Muslime hätten die Grausamkeiten "inszeniert". Die Angehörigen der Opfer sind fassungslos. mehr...

Prozess in Den Haag: Karadzic macht bosnische Muslime für Krieg verantwortlich

SPIEGEL ONLINE - 01.03.2010

Radovan Karadzic hat sich erstmals vor dem Uno-Tribunal geäußert: Der wegen Völkermordes angeklagte ehemalige Serbenführer gab den bosnischen Muslimen die Schuld am Balkankrieg und am Tod Zehntausender Menschen. Auch Deutschland sei verantwortlich für den Konflikt. mehr...

Völkermordprozess: Karadzic will Pflichtverteidiger boykottieren

SPIEGEL ONLINE - 05.11.2009

Das Uno-Kriegsverbrechertribunal hat einen Pflichtverteidiger für Radovan Karadzic ausgesucht: Ein Londoner Anwalt soll den früheren bosnischen Serbenführer vertreten, wenn dieser sich weiter weigert, vor Gericht zu erscheinen. Karadzic kündigte Widerstand an. mehr...

Kriegsverbrechen: Karadzic verlangt mehr Zeit für Verteidigung

SPIEGEL ONLINE - 03.11.2009

Radovan Karadzic ist erstmals vor dem Uno-Tribunal in Den Haag erschienen und droht erneut mit einem Boykott des Prozesses: Der frühere bosnische Serbenführer fordert mehr Zeit für seine Verteidigung - er brauche noch mehrere Monate. Andersfalls bleibe er den Verhandlungen künftig wieder fern. mehr...


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Radovan Karadzic: Psychiater, Lyriker und mutmaßlicher Kriegsverbrecher

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Kriegsverbrecher Karadzic: Ende einer langen Flucht
Kriegsverbrechen im einstigen Jugoslawien
Völkermord
DPA
Völkermord ist der Rechtsbegriff für das schlimmste denkbare Verbrechen - Handlungen mit dem Ziel, ein Volk, eine Ethnie oder auch eine Glaubensgemeinschaft zu vernichten. Das Massaker von Srebrenica, bei dem im Juli 1995 rund 8000 muslimische Jungen und Männer ermordet wurden, wird von internationalen Strafrechtlern als ein solches Verbrechen eingestuft. Der ehemalige bosnische Serbenführer Radovan Karadzic gilt zusammen mit seinem noch flüchtigen einstigen Militärchef Ratko Mladic als Hauptverantwortlicher für das Massaker.
Die Definition
Der Begriff Völkermord ist auch unter der Bezeichnung Genozid geläufig. Genozid ist aus dem griechischen genos (Herkunft) und dem lateinischen caedere (töten) zusammengesetzt. Der jüdische Anwalt Raphael Lemkin, der aus Polen in die USA geflüchtet war, prägte das Wort 1944, um eine Grundlage für die Bestrafung der Verbrechen zu legen, die von den Nationalsozialisten begangen wurden.

Völkermord umfasst nach Artikel zwei der Uno-Konvention 260 von 1948 Handlungen gegen Mitglieder einer nationalen, ethnischen, rassischen oder religiösen Gruppe, die in der Absicht begangen werden, die Gruppe ganz oder zum Teil auszulöschen. Mit der Konvention 260 wurde der Völkermord international geächtet.
Die Straftatbestände
Zu den Straftatbeständen, die von der Völkermordskonvention erfasst werden, gehört das Töten, das Zufügen von ernsthaften körperlichen oder geistigen Schäden, die Auferlegung von Lebensbedingungen, die auf die völlige oder teilweise physische Zerstörung der Gruppe abzielen, die Anordnung von Maßnahmen zur Geburtenverhinderung und die Verschleppung von Kindern.
Verurteilungen
Mit dem Ex-Soldaten Drazen Erdemovic wurde 1998 der erste Verantwortliche für das Massaker zu fünf Jahren Haft verurteilt. Er wurde im Jahr 2000 in Norwegen vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen. Vier weitere Soldaten wurden zu Haftstrafen zwischen neun und 20 Jahren verurteilt.
Das Tribunal
AFP
Das Internationale Kriegsverbrechertribunal für Ex-Jugoslawien in Den Haag hat bisher einen Angeklagten wegen Völkermords verurteilt: den bosnisch-serbischen General Radislav Krstic wegen des Massakers von Srebrenica. Insgesamt erhob das Kriegsverbrechertribunal seit seiner Gründung vor 15 Jahren Anklage gegen 161 Menschen.
Die Anklage gegen Karadzic
AP
Radovan Karadzic ist vor dem Internationalen Tribunal für das ehemalige Jugoslawien wegen Völkermordes, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Das von der Uno eingerichtete Tribunal in Den Haag wirft ihm vor, während des Kriegs in Bosnien zwischen 1992 und 1995 zusammen mit dem bosnisch-serbischen Armeechef Ratko Mladic einen Plan zur "ethnischen Säuberung" bestimmter Gebiete Bosnien-Herzegowinas erarbeitet zu haben. Zur Verwirklichung ihres Ziels eines großserbischen Staats hätten die bosnisch-serbischen Führer einen Aktionsplan in Gang gesetzt, der mit "Verfolgungen und Terrortaktiken" sowie Vertreibung und Vernichtung verbunden gewesen sei.
Die Gesuchten
Ratko Mladic

REUTERS
Der bosnisch-serbische Ex-General Ratko Mladic (Bild links) war hinter Karadzic die Nummer zwei auf der Fahndungsliste des Uno-Tribunals. Wie Karadzic ist auch der ehemalige Militärchef der bosnischen Serben wegen Völkermords, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bosnienkrieg angeklagt. Dem 66-Jährigen droht lebenslange Haft, sollte er in den 15 Anklagepunkten schuldig gesprochen werden.

Mladic ist auf der Flucht, seit das Haager Tribunal 1995 seine Anklage veröffentlichte. Das Uno-Tribunal vermutet, dass er sich in Serbien versteckt hält, wo auch Karadzic nun verhaftet wurde. Er ist der einzige der 19 wegen des Massakers von Srebrenica angeklagten mutmaßlichen Haupttäter, der noch nicht gefasst ist.

Goran Hadzic

Der ehemalige Präsident der selbst ernannten serbischen Republik Krajina in Kroatien ist wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Der 49-Jährige soll für den Tod Hunderter kroatischer Zivilisten und die Deportation von Zehntausenden Kroaten durch die serbischen Truppen während des Kroatien-Krieges verantwortlich sein. Hadzic tauchte unter, kurz nachdem die Anklage gegen ihn im Juli 2004 bekanntgegeben wurde.

Die Anklage gegen Karadzic
Völkermord
40 Seiten umfasst die Anklageschrift gegen Karadzic, hinzu kommen rund 1,2 Millionen Seiten mit Dokumenten zur Beweisführung. Karadzic droht lebenslange Haft. Er soll gemeinsam mit anderen Tätern in zwei großen Fällen Völkermord an Teilen der muslimischen sowie der kroatischen Bevölkerung von Bosnien-Herzegowina geplant und befohlen haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, zu derartigen Verbrechen angestiftet und sie begünstigt zu haben. Ziel sei es gewesen, bosnische Muslime und Kroaten zu vernichten oder für immer aus Gebieten zu vertreiben, die die bosnischen Serben beanspruchten.

Die Staatsanwaltschaft fasst zum einen zahlreiche Orte zusammen, in denen Völkermord verübt worden sei. Darüber hinaus lastet sie Karadzic eines der grausamsten Verbrechen des Bosnienkrieges an: Er soll das Massaker an bis zu 8000 muslimischen Männern und Jungen in Srebrenica im Juli 1995 geplant und angeordnet haben.
Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Karadzic soll die gewaltsame Verfolgung und Vertreibung der bosnischen Muslime und Kroaten geplant und angeordnet haben. Dadurch seien in zahlreichen Orten Tausende von Menschen Opfer von Diskriminierung, Durchsuchungen, ungesetzlicher Haft, Schikanen, Zwangsarbeit, Folter, Vergewaltigung und Mord geworden. Zudem seien ihre Wohnungen, kulturellen und religiösen Stätten zerstört worden. Die Anklage führt dazu fünf Fälle an.
Kriegsverbrechen
Karadzic wird in vier Fällen Verletzung des Kriegsrechts vorgeworfen. Bei der 43-monatigen Belagerung Sarajewos habe Karadzic es darauf abgesehen, die Zivilbevölkerung durch fortgesetzte Bombardierung und Beschuss von Heckenschützen zu terrorisieren. Tausende Zivilisten wurden getötet und verwundet, unter ihnen viele Kinder.

Zu den 15 Anklagepunkten gehört auch die Geiselnahme von mehr als 200 Uno-Soldaten zwischen dem 26. Mai und dem 2. Juni 1995 in mehreren Gebieten Bosniens.




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