Die Siemens-Schmiergeldaffäre reicht in die Jahre 1999 bis 2006 zurück. Damals sollen etwa 1,3 Milliarden Euro aus schwarzen Kassen des Konzerns in dunkle Kanäle geflossen sein. Das Geld diente laut den Ermittlern dazu, Geschäfte im Ausland anzukurbeln.
Als Verwalter der schwarzen Kassen galt der ehemalige Siemens-Direktor Reinhard Siekaczek. Er wurde zu zwei Jahren Freiheitsstrafe auf Bewährung und zu einer Geldstrafe von 108.000 Euro verurteilt. Zwei Ex-Mitarbeiter von Siekaczek bekamen ebenfalls Bewährungs- und Geldstrafen.
Auch der frühere Finanzvorstand der Telekommunikationssparte und einer seiner Ex-Mitarbeiter wurden zu Bewährungs- und Geldstrafen verurteilt.
Der frühere Siemens-Zentralvorstand
Thomas Ganswindt musste sich wegen der Affäre ebenfalls vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, von schwarzen Kassen gewusst und nichts dagegen unternommen zu haben. Das Gericht stellte das Verfahren aber im Mai 2011 gegen eine Zahlung von 175.000 Euro ein
Die Justiz ermittelt noch gegen rund ein Dutzend früherer Siemens-Mitarbeiter, darunter auch zwei Ex-Vorstände.
Der langjährige Siemens-Chef
Heinrich von Pierer bekam einen Bußgeldbescheid wegen fahrlässiger Verletzung seiner Aufsichtspflicht. Laut "Süddeutscher Zeitung" waren es
250.000 Euro. Zudem einigte sich von Pierer mit dem Konzern auf die Zahlung von
fünf Millionen Euro.
Weitere acht frühere Top-Manager zahlten insgesamt rund
15 Millionen Euro an Siemens, darunter auch der frühere Siemens-Chef
Klaus Kleinfeld (zwei Millionen Euro).
Weil Siemens sich mit den Ex-Vorständen
Heinz-Joachim Neubürger und
Thomas Ganswindt nicht auf Zahlungen einigen konnte, hat der Konzern die beiden Manager auf Schadenersatz verklagt. Von Neubürger fordert Siemens 15 Millionen Euro, von Ganswindt fünf Millionen Euro.