408.000 Schüler besuchen in Deutschland Sonderschulen. Nach ihrer Schulzeit erhalten sie kein qualifiziertes Zertifikat, sondern nur eine Art Teilnahmebestätigung. Wer nach der Förderschule keinen Abschluss an einer weiterführenden Schule erwirbt, gilt als Schulabbrecher. Acht von zehn Förderschüler gehen als Abbrecher in die Statistik ein.
Die Kultusministerkonferenz will den Abschluss für Lernbehinderte nun aufwerten, Förderschüler sollen ein Zertifikat erhalten, wie andere Schüler auch. Gewerkschafter und Forscher reagieren mit scharfer Kritik - ein weiterer Abschluss unterhalb der Hauptschulabschluss mache keinen Sinn, er diene allein der Beschönigung der Statistik.
Deutschland gehört zu den Vertragsstaaten der Uno-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen, die seit 1. Januar 2009 rechtskräftig ist. Artikel 24 fordert für behinderte Menschen "ein integratives Bildungssystem auf allen Ebenen und lebenslanges Lernen". Die Vertragsstaaten sind verpflichtet, Behinderten den "Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen" zu ermöglichen.