Im Wortlaut: Der Rücktritt des Generals
Stanley McChrystal: "Heute Morgen hat der Präsident meinen Rücktritt als Oberbefehlshaber der US- und Nato-Truppen in Afghanistan angenommen. Ich unterstütze die Strategie des Präsidenten in Afghanistan sehr und fühle mich unseren Koalitionstruppen, unseren Partnerstaaten und dem afghanischen Volk zutiefst verpflichtet. Aus Achtung vor dieser Verpflichtung und aus dem Wunsch, einen Erfolg der Mission zu sehen, habe ich meinen Rücktritt eingereicht. Es war mir ein Privileg und eine Ehre, die Besten unseres Landes zu führen."
Barack Obama sagte, er habe das Rücktrittsgesuch mit Bedauern angenommen. Es sei schwierig, auf McChrystal zu verzichten. "Ich glaube, das ist die richtige Entscheidung für die nationale Sicherheit." Er begrüße Diskussionen unter seinen Mitarbeitern, werde allerdings keine "Spaltung" seiner Mannschaft tolerieren. McChrystal habe "das Vertrauen untergraben, das unser Team braucht". Sein Verhalten habe nicht den "militärischen Standards eines kommandierenden Generals" entsprochen. Die Entscheidung habe nichts mit persönlichem Beleidigtsein oder Streit über den Kurs zu tun: "Wir stimmen voll über die Strategie überein." Und: "Dies ist ein Personalwechsel, kein Strategiewechsel." In Afghanistan stünden "sehr harte Kämpfe bevor". Alles müsse sich darauf konzentrieren, erfolgreich zu sein. Die US-Soldaten und die verbündeten Truppen dürften durch nichts abgelenkt werden.
"Wir hatten gehofft, dass dies nicht passiert", sagte der Sprecher des afghanischen Präsidenten Hamid Karzai. "Aber die Entscheidung ist gefallen, und wir respektieren sie." Man freue sich darauf, mit dem Nachfolger zusammenzuarbeiten.