Rothemden nennen sich die Anhänger des 2006 gestürzten Ministerpräsidenten
Thaksin Shinawatra
. Sie werden angeführt von der außerparlamentarischen Opposition der
"Vereinigten Front für Demokratie gegen Diktatur" (UDD)
, die sich nach dem Militärputsch gründete und Verbindung zu Thaksin im Exil hält. Die UDD hat ihre Anhänger vor allem unter der ärmeren, wenig gebildeten
Landbevölkerung im Norden und Nordosten Thailands. Thaksin band sie an sich, indem er ihnen eine Stimme gab, eine günstige Krankenversicherung einführte und Entschuldungsmaßnahmen einleitete.
Auch
Studenten und demokratiebewegte Mitglieder der
Mittelschicht haben sich den Rothemden angeschlossen. Sie fürchten um die Demokratie in Thailand und möchten den Einfluss des Militärs und der städtischen Eliten zurückdrängen. So unterstützen zwar nicht alle heutigen Rothemden uneingeschränkt Thaksins Kurs – der Unmut über den Putsch des Militärs 2006 aber eint die Demonstranten.
Die UDD hält die noch amtierende Regierung für illegal und verlangte deshalb Neuwahlen - bei denen sich jetzt die von Thaksin unterstützte Pheu-Thai-Partei durchsetzte.
Die
Gelbhemden
oder Gelben sind eine lose Gruppe aus
Royalisten,
Militärs,
Geschäftsleuten und Angehörigen der städtischen
Ober- und Mittelschicht, die sich in der "Volksallianz für Demokratie" (PAD) organisiert haben. Besonders stark sind sie in der Millionenmetropole Bangkok vertreten. Sie tragen Gelb – die Farbe des Königs. Im Parlament unterstützen sie die noch regierende konservative Demokratische Partei (DP).
Seit 2006 protestierten sie immer wieder gegen den umstrittenen damaligen Premier
Thaksin Shinawatra
, der seine politische Macht benutzt haben soll, um sich privat zu bereichern. Sie beschuldigten Thaksin der Korruption, des Machtmissbrauchs und der mangelnden Loyalität gegenüber dem in Thailand überaus geschätzten Königshaus. Hunderttausende nahmen damals an Straßenprotesten teil, 2008 blockierten Anhänger zwei Wochen lang die Flughäfen von Bangkok und erzwangen so den Sturz einer Regierung von Thaksin-Anhängern und Neuwahlen.
Der Geschäftsmann
Thaksin Shinawatra
wurde mit der Firma Shin Corporation zu einem der reichsten Männer Thailands. Neben seinen Geschäften verfolgte er eine politische Karriere und gründete 1998 die Partei "Pak Thai Rak Thai" (Thais lieben Thais). Im Wahlkampf 2001 stellte er Soforthilfe für die thailändischen Dörfer in Aussicht. Nach einem deutlichen Sieg über die etablierte Demokratische Partei förderte er die arme, ungebildete Landbevölkerung mit einer günstigen Gesundheitsversorgung und Sozialprogrammen und gewann sie so als loyale Anhänger. Damit waren die alten Bangkoker Seilschaften abgemeldet. Thaksin führte Thailand wie ein Unternehmen (
"Thaksinomics"), die Wirtschaft zog an.
Thaksin wurde jedoch vorgeworfen, private Geschäftsinteressen mit seiner Regierungsarbeit zu verquicken. Bei den Wahlen 2005 wurde er dennoch als Regierungschef bestätigt.
Als ihn die Opposition schließlich über die Korruptions- und Missbrauchsvorwürfe hinaus beschuldigte, sich illoyal gegenüber dem Königshaus verhalten zu haben, kam es 2006 in Bangkok zu Massenprotesten gegen den Premier. Thaksin setzte vorgezogene Neuwahlen an, die die Opposition jedoch boykottierte. Im September 2006, als Thaksin sich bei der Uno in New York aufhielt, setzten Militärs ihn in einem
Staatsstreich ab.
Thaksin lebt seitdem im
Exil in London und Dubai, hält aber Kontakt zu seinen Anhängern in Thailand. Ein thailändisches Gericht verurteilte ihn im Februar wegen Amtsmissbrauchs und beschlagnahmte einen Teil seines Vermögens.