Die Ergebnisse der Unicef-Studie im Überblick
Nach OECD-Daten hat sich die Zahl der Kinder, die in relativer Armut leben, seit Anfang 2000 in Deutschland um 30 Prozent erhöht. Vor allem Kinder, die bei Alleinerziehenden aufwachsen, sind überproportional häufig von Armut betroffen. Jedes zehnte Kind in Deutschland wächst in einem Haushalt auf, in dem die Eltern arbeitslos sind. Im internationalen Vergleich investieren die Eltern hierzulande jedoch offenbar relativ viel in Bildungsgüter.
Bei der Kindergesundheit erreicht Deutschland einen mittleren Platz. Defizite gibt es in drei Bereichen: der Säuglingssterblichkeit, dem Geburtsgewicht und der niedrigen Impfrate.
Neuere Untersuchungen belegen, dass sich die Leistungen der deutschen Schüler im Vergleich zu den Pisa-Untersuchungen Anfang des Jahrzehnts deutlich verbessert haben. Das deutsche Ausbildungssystem erfasst zudem besonders viele Kinder und Jugendliche. Besser als Deutschland schneidet hier nur Polen ab. Auffallend ist allerdings, dass ein hoher Anteil der Jugendlichen ihre eigenen Berufsaussichten besonders schlecht einschätzt.
In Deutschland wachsen rund 15 Prozent der Kinder in Haushalten von Alleinerziehenden auf. Der Alltag der Kinder wird laut den Autoren jedoch von einer "Verlängerung" der Schule in die Familie geprägt, so werden beispielsweise Hausaufgaben außerhalb der Schulzeit erledigt - was sich auf die Rollen innerhalb der Familie auswirkt.
In dieser Dimension schneidet Deutschland recht gut ab: Sowohl der Cannabiskonsum als auch direkte körperliche Auseinandersetzungen zwischen Kindern und Jugendlichen sind im internationalen Vergleich selten. Etwa jeder dritte junge Mensch berichtet davon, gemobbt oder drangsaliert worden zu sein.
Der Anteil der Heranwachsenden, die sich als Außenseiter erleben, liegt in Deutschland vergleichsweise hoch. Etwa jeder Dritte 15-Jährige sagt, dass er sich "alleine" fühlt. Bei der Lebenszufriedenheit liegt Deutschland auf dem viertletzten Platz. Demgegenüber mögen 36 Prozent der Kinder nach eigenen Angaben die Schule "sehr gerne".