Nach der Kapitualtion und dem Abzug der Japaner 1945 aus Indochina übernahmen Kommunisten die Macht im Norden
Vietnams
. Der kommunistische Partisanenführer
Ho Chi Minh
proklamierte in Hanoi die unabhängige Demokratische Republik Vietnam.
Frankreich versuchte, seine Kolonialherrschaft über Indochina wieder herzustellen und rief 1946 in Südvietnam eine Gegenregierung aus - der
Indochina-Krieg
begann.
1950 erkannten China und die Sowjetunion die kommunistische Regierung unter Ho Chi Minh in Nordvietnam an. Großbritannien und die USA schlugen sich auf die Seite Südvietnams.
Nachdem die französische Kolonialarmee im Frühling 1954 eine vernichtende Niederlage erlitten hatte, wurden Friedensverhandlungen eröffnet: Auf der Genfer
Indochina-Konferenz
wurde eine provisorische Teilung Vietnams entlang dem 17. Breitengrad und die Vorbereitung freier Wahlen beschlossen.
Doch längst war
Vietnam
in den Strudel des Kalten Kriegs geraten: Die USA wollten in Saigon ein "Bollwerk gegen den Kommunismus" errichten und unterstützten Südvietnam ab 1955 militärisch. Moskau setzte auf das "Brudervolk" in Hanoi.
Aus Angst vor einem Sieg der Kommunisten blockierte Südvietnams Machthaber
Diem
1956 die geplanten gesamtvietnamesischen Wahlen.
Anfang der sechziger Jahre entstand die Guerillaorganisation
Vietcong
zur "Befreiung Südvietnams". Die USA stockten 1962 ihr Kontingent an militärischen Beratern in Vietnam von 700 auf 16.000 Mann auf.
Im August 1964 beschossen angeblich nordvietnamesische Schiffe den US-Zerstörer "Maddox" im Golf von Tonking. Infolge dieses nie aufgeklärten
"Zwischenfalls von Tonking"
gab der US-Kongress US-Präsident
Lyndon B. Johnson
einen Blankoscheck für Miliäraktionen in Vietnam. Mit der Operation "Rolling Thunder" 1965 begannen die USA mit der massiven Bombardierung Nordvietnams. Erste US-Truppen landeten in Südvietnam. Ende des Jahres 1965 waren dort 200.000 US-Soldaten stationiert, bis Ende 1967 wurden es 500.000.
In den USA nahmen ab 1967 die Proteste gegen den
Vietnam-Krieg
zu.
Mit der
Tet-Offensive
1968 gelang den Vietcong ein politisch-psychologisch wichtiger Sieg: Guerillaeinheiten nahmen sogar Teile der Hauptstadt Saigon ein. Diese Niederlage, Berichte vom Massaker von US-Truppen an Zivilisten im Dorf
My Lai
und die amerikanische Kriegsführung mit Einsatz von
Napalm
und
Agent Orange
stärkten im Westen das Lager der Vietnamkriegsgegner. US-Präsident
Lyndon B. Johnson
stoppte die Bombardierungen und nahm in Paris erste Friedensgespräche auf.
Bei den US-Wahlen 1968 wurde
Richard Nixon
zum neuen Präsidenten gewählt.
Henry Kissinger
wurde sein Sicherheitsberater.
Da in den USA der Widerstand gegen den
Vietnam-Krieg
wuchs und die Erkenntnis zunahm, dass er nicht zu gewinnen war, entwickelte Präsident
Richard Nixon
das Programm der "Vietnamisierung" des Konflikts - des schrittweisen Rückzugs der US-Truppen. Die "Vietnamisierung" brachte eine Ausweitung des Krieges nach Laos und Kambodscha mit sich.
1972 stießen reguläre Truppen Nordvietnams über den 17. Breitengrad auf südvietnamesisches Territorium vor. Die Amerikaner intensivierten ihre Bombenangriffe auf Nordvietnam.
Mit einem Waffenstillstandsabkommen in Paris 1973 endete die direkte amerikanische Beteiligung am Vietnam-Krieg. Ende März verließen die letzten US-Truppen das Land. Der Bürgerkrieg ging jedoch unvermindert weiter.
Am 30. April 1975 fiel Saigon, die kommunistischen Truppen eroberten die Stadt. Der
Vietnam-Krieg
endete. Am 2. September 1976 wurde die wiedervereinigte Sozialistische Republik Vietnam gegründet und Saigon in Ho-Chi-Minh-Stadt umbenannt.
Der
Vietnam-Krieg
forderte über drei Millionen Todesopfer, darunter etwa 350.000 Zivilpersonen in Nordvietnam und 450.000 in Südvietnam. Rund vier Millionen Menschen erlitten schwere Verletzungen.
Infolge der US-amerikanischen Großbombardements und Entlaubungsaktionen waren ganze Landstriche auf Jahre verödet und verwüstet.