Die Vegetationszone Tropischer Regenwald
Tropischer, immergüner Regenwald umspannt die Erde im Bereich des Äquators. Seine Ausdehnung wurde im Jahr 1980 noch auf elf Millionen Quadratkilometer weltweit geschätzt. Das ist eine Fläche größer als die USA (knapp zehn Millionen Quadratkilometer). Sie schrumpft aber ständig infolge von Holzeinschlag und Brandrodung. Der größte zusammenhängende Regenwald der Erde befindet sich im Amazonasgebiet Südamerikas. An der gesamten Waldfläche der Erde hat der tropische Regenwald einen Anteil von über 30 Prozent.
Die tropischen Regenwälder sind Schatzkammern der Natur. In ihnen lebt rund die Hälfte aller bisher bekannten Tier- und Pflanzenarten. Allein in der Amazonasregion könnten es 2,5 Millionen verschiedene Insekten und 40.000 Pflanzenspezies sein. Auf einen Hektar üppigen Tropenwald kommen mitunter bis zu 275 unterschiedliche Baumarten. Viele Mitglieder der Flora und Fauna sind endemisch, das heißt, sie kommen nur im Regenwald vor. Dazu zählen etwa sogenannte Epiphyten wie Bromelien und Orchideen: Sie wurzeln nicht im Waldboden, sondern wachsen in luftiger Höhe im Geäst der Urwaldriesen.
Jedes Jahr werden vermutlich über 100.000 Quadratkilometer des tropischen Regenwalds für die Holzgewinnung gerodet oder abgebrannt, um Acker- und Weideland zu schaffen. Das ist eine Fläche so groß wie Österreich. Im Amazonasgebiet sind bis heute fast 20 Prozent des ursprünglichen Regenwaldes verschwunden. Jede Minute gehen noch immer mehr als drei Hektar verloren, wie der World Wide Fund for Nature (WWF) überschlägt. Durch die Klimaerwärmung geraten die Wald-Ökosysteme am Äquator zusätzlich in Gefahr.
Quellen: Das Kosmos Wald- und Forstlexikon, WWF-Hintergrundinformation