UniSPIEGEL: Okay, Massenuni ist auch blöd. Aber ein Studiengang mit nur zwei Leuten stellen wir uns schon irgendwie trostlos vor.
Katharina: Ich erinnere mich noch an die erste Vorlesung. Ich saß schon mit dem Dozenten im Seminarraum, und dann kam Michael zur Tür rein, und der Dozent meinte zu ihm: "Mach doch die Tür zu, wir sind komplett." Da haben wir beide uns verblüfft angeschaut und waren erst mal fertig. Aber das hat sich gelegt. Mittlerweile fühlen wir uns eigentlich ganz wohl so.
UniSPIEGEL: Man kommt sich natürlich sehr nahe in den Veranstaltungen.
Katharina: Wenn jemand unpässlich, verkatert oder irgendwie unglücklich ist, kriegt der andere es auf jeden Fall sofort mit. Mit den Dozenten ist es ähnlich. Die wissen sehr genau, wo wir herkommen, wer unsere Partner sind und wo der nächste Urlaub hingeht.
Michael: Wir duzen auch alle Dozenten. Alles andere wäre in dieser kleinen Gruppe absurd.
UniSPIEGEL: Lernt man nicht auch viel mehr, wenn die Gruppe so klein ist?
Katharina: Uns kommt es schon zugute. Wir werden sehr individuell betreut, wenn einer von uns etwas nicht versteht, wird es ihm direkt noch mal erklärt. Wir können hier also eigentlich gar nicht durchfallen. Aber manchmal ist es auch ein wenig wie in der Schule. Am Handy rumspielen oder schwänzen fällt sofort auf. Deshalb machen wir das gar nicht erst.
Michael: Genau, man kann sich nicht verstecken! Ich hätte zum Beispiel auch ein brutal schlechtes Gewissen gegenüber den Dozenten, wenn ich mal die Hausaufgaben vergessen würde. Darauf bauen die Seminare ja auf, und ohne ist gar kein Unterricht möglich.
UniSPIEGEL: Was ist denn, wenn einer von euch ausnahmsweise nicht kommen kann?
Michael: Wenn einer von uns beiden krank ist, fällt meistens die Uni aus.
UniSPIEGEL: Sehnt ihr euch nicht manchmal nach größeren Veranstaltungen?
Katharina: Im Wahlfach können wir zu den Vorlesungen der Kulturmanagementstudenten gehen, da sind 18 Leute. Mega-anonym (lacht). Da sitzen wir dann nie in der ersten Reihe, sondern ganz hinten und fühlen uns studentisch.
UniSPIEGEL: Und wie finden es eure Partner, dass ihr den ganzen Tag mit einer anderen Person verbringt?
Michael: Als ich meiner Freundin erzählt habe, dass wir nur zu zweit sind, hat sie schon gefragt "Mädchen oder Junge?" Klar, Katharina und ich sind zwangsläufig sehr eng miteinander, es ist ja niemand anderes da. Da ist es gut, dass wir uns auch ohne diesen äußeren Zwang gut verstanden hätten, da bin ich mir sicher. Aber eifersüchtig ist meine Freundin nicht.
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