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Rätselhafte Mittzwanziger Burnout ist für alle da

Autorinnen Pauer und Haaf: "Man hat eigentlich alles und sucht trotzdem immer weiter"Zur Großansicht
Sibylle Fendt

Autorinnen Pauer und Haaf: "Man hat eigentlich alles und sucht trotzdem immer weiter"

2. Teil: Unpolitische Generation? "Meine Energien finden keinen Kanal"

UniSPIEGEL: Wie soll man da rauskommen?

Pauer: Vielleicht muss erst der Kollaps kommen, damit dann der Neustart gelingt. Wer den Kollaps verhindern will, ist schon mal gut damit beraten, zu checken, dass er nicht allein ist, dass nie irgendwer je perfekt klarkommt. Und das Handy mal eineinhalb Stunden ausschalten! Dann mit freierem Kopf Energien sammeln und gucken, was einen interessieren könnte.

Haaf: Man sollte immer genau wissen, warum man etwas tut. Dann verweigert man wahrscheinlich an der richtigen Stelle und engagiert sich an der richtigen.

UniSPIEGEL: Ihr beiden kritisiert in euren Büchern, dass diese Generation unpolitisch sei. Dabei bescheinigt die jüngste Shell-Studie jungen Menschen ein durchaus gestiegenes politisches Interesse.

Pauer: Alle bezeichnen sich als politische Menschen, nur äußert sich das so gut wie gar nicht. So ist es bei mir ja auch, ich bin politisch, aber meine politischen Energien finden keinen Kanal. Man merkt nur: Zu den etablierten Parteien findet man keinen richtigen Zugang mehr.

Haaf: Ich finde es schlimm zu sagen, mit den Parteien funktioniert es nicht mehr so. Aber alle Studien zeigen das ja: Es gibt nur noch eine sehr schwache Identifikation mit der parlamentarischen Demokratie. Wir stehen nicht mehr zu dem System. Wir sind nicht mehr dabei, es hat nichts mit uns zu tun.

Pauer: Es ist unsexy. Leute, die in Parteien eintreten, haben keine Ansteckungskraft. Sie sind nicht sichtbar. Und sie reden nicht mit unserer Generation oder wir nicht mehr mit ihnen. Dabei sind wir politisch noch zu haben!

UniSPIEGEL: Wie sollen uns die Politiker denn erreichen?

Pauer: Es geht darum, die Leute anzuticken, die sich nur um sich selber drehen. Da ist aber keine Partei, die wirbt und uns an unsere politische Energie erinnert. Warum kriegen die Parteien das eigentlich nicht gebacken, Facebook richtig zu nutzen?

Haaf: Das stimmt schon. Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich von Angela Merkel auf Facebook angequatscht werden will. Vielleicht würde ich dann mein Profil löschen.

Das Gespräch führten Lena Greiner und Daniel Sander

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insgesamt 80 Beiträge
iman.kant 29.01.2012
Das Gespräch fand ich sehr gut und stimme mit vielem überein. Dennoch ist von der Generation 20 - 30 von einer sehr schwachen Generation auszugehen. Die Gründe dieser Schwäche sind mannigfaltig, aber vor allem herrührend von der [...]
Das Gespräch fand ich sehr gut und stimme mit vielem überein. Dennoch ist von der Generation 20 - 30 von einer sehr schwachen Generation auszugehen. Die Gründe dieser Schwäche sind mannigfaltig, aber vor allem herrührend von der Flut and Informationen und Eindrücken die ein Mensch schlichtweg nicht fähig ist zu verarbeiten. Diese Generationen sieht sich zuvielen "Problemen" gegenüber. Viele dieser Probleme sind nicht greifbar und damit nicht lösbar. Die Wertevermittlung muss im Elternhaus und auch in der Schule vermehrt stattfinden. Es muss gelobt und getadelt werden. Nur damit ist der Mensch fähig sich sein "Raster" aufzubauen dass auch in dieser informationsüberfüllten Welt Anwendung finden kann. Der letzte Satz von Fr. Prauer finde ich einfach nur dumm: "Haaf: Das stimmt schon. Andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich von Angela Merkel auf Facebook angequatscht werden will. Vielleicht würde ich dann mein Profil löschen."
Nina Pauer: Geschichte, Soziologie und Journalistik; 2011 erstes Buch : Wir haben keine Angst. Gruppentherapie einer Generation. Meredith Haaf, Geschichte und Philosophie; u.a. bei EMMA; 2008 : Wir Alphamädchen; 2011 : Heul [...]
Nina Pauer: Geschichte, Soziologie und Journalistik; 2011 erstes Buch : Wir haben keine Angst. Gruppentherapie einer Generation. Meredith Haaf, Geschichte und Philosophie; u.a. bei EMMA; 2008 : Wir Alphamädchen; 2011 : Heul Doch. Tja, Alice Schwarzer hat in einem berüchtigten Interview mal behauptet, dass Frauen früher als Männer sterben. Ihre Gegnerin, Esther Vilar, ist, nachdem sie zusammengeschlagen wurde, in die Schweiz geflüchtet. Der Spiegel übt sich hier mal leider wieder in feministischer jugendlichkeits Ideologie fernab jeglicher Realität. Wie wärs mal mit Bewährung im realen Leben ? Das Endlager Asse wartet auf tatkräftige Frauen ohne Angst, die hinter den Männern her mal richtig aufräumen - wer ohne Angst ist, ist dafür bestgeeignet... Mit einer 90 Stunden Woche kann man die Räumung noch schaffen - und jeden Morgen schön blöken : Burn Out ist eine Mode - Frauen ohne Angst greifen an..... Ein solcher Artikel ist -aus dem Umfeld des Elfenbeinturms u.a. der heruntergewirtschafteten ZEIT- eine Beleidigung für alle jungen Frauen, die sich in vom Drogeriemarkt bis Bandfertigung plus Nebenjobs oder in prekären Verhältnissen den Arsch aufreissen - an der Masse der Frauen geht derartiger Feminismus auch deshalb vorbei - die Schlecker-Verkäuferin ist wohl nicht die Zielgruppe... *...wenn in fünf Jahren die China alle wichtigen Firmen gekauft hat und das Gemeinwesen auf afrikanische Verhältnisse absinkt - werdet ihr dann Gleichstellungsbeauftragte exportieren können ?*
peter78 29.01.2012
Aua! Die Fremdbestimmung besteht darin, wenn ich glaube alle massiv beworbenen Markenprodukte (Facebook! Apple!) auch haben zu müssen und selber jeden als uncool bezeichne, der diese Produkte nicht hat. Es gibt einen [...]
Zitat von sysopWas als persönliches Ziel erscheint - ein perfekter Lebenslauf, Erfolg -, unterliegt letztlich völliger Fremdbestimmung. ... Warum kriegen die Parteien das eigentlich nicht gebacken, Facebook richtig zu nutzen?
Aua! Die Fremdbestimmung besteht darin, wenn ich glaube alle massiv beworbenen Markenprodukte (Facebook! Apple!) auch haben zu müssen und selber jeden als uncool bezeichne, der diese Produkte nicht hat. Es gibt einen Unterschied zwischen Facebook und dem Internet! Wirklich!
Gaiwa 29.01.2012
Ich würde es nicht als Luxusproblem bezeichnen, dass man vom Leben mehr erwartet als zu Überleben (wie gut oder schlecht, finanziell, ist dabei ja egal). Mag schon sein, dass die meisten sich mit weniger zufrieden geben, aber ob [...]
Ich würde es nicht als Luxusproblem bezeichnen, dass man vom Leben mehr erwartet als zu Überleben (wie gut oder schlecht, finanziell, ist dabei ja egal). Mag schon sein, dass die meisten sich mit weniger zufrieden geben, aber ob das besser ist bezweifel ich. Dass das ganze Mitte/Ende 20 ein kleines Drama für manche sein kann liegt wohl daran, dass man da das Fundament für den ganzen Rest legt.
fatali2 29.01.2012
Das Problem ist der Atheismus, bzw. die fehlende Beschäftigung mit Religion & Philosophie. Wer die kapitalistischen Maxime zu seiner Lebensphilosophie macht (immer höher, immer besser), der ist damit denkbar schlecht beraten [...]
Das Problem ist der Atheismus, bzw. die fehlende Beschäftigung mit Religion & Philosophie. Wer die kapitalistischen Maxime zu seiner Lebensphilosophie macht (immer höher, immer besser), der ist damit denkbar schlecht beraten und muss sich nicht darüber wundern, dass Gier nicht glücklich macht. Mangelnde Selbstwertgefühle & und die Unterentwicklung des Charakters spielen da genau so hinein. Schuld gebe ich da unserem Erziehungssystem, dass es nicht schafft ein moralischen Gegenpol zur Welt da draussen zu erschaffen. Da sind aber auch die Eltern gefragt.
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© UniSPIEGEL 6/2011
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Heft 6/2011 Die Oberpiratin Marina Weisband studiert Psychologie und führt die Geschäfte der Piratenpartei
Zu den Personen
Nina Pauer, 29, studierte Geschichte, Soziologie und Journalistik an der Universität Hamburg und der Université Michel Montaigne in Bordeaux; jetzt lebt sie in Hamburg. Sie schreibt vor allem für das Feuilleton der "Zeit" und das "Zeitmagazin".

Meredith Haaf, 28, hat Geschichte und Philosophie in München studiert und lebt in Berlin. Mit zwei Co-Autorinnen veröffentlichte sie 2008 das Buch "Wir Alphamädchen. Warum Feminismus das Leben schöner macht".


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