Im prüden China denken noch immer viele Jugendliche, dass man vom Kuscheln schwanger werden kann. Das soll jetzt ein Ende haben. Ab sofort müssen chinesische Studenten einen Pflichkursus in Sex und Liebe belegen. Die Veranstaltung soll unter anderem dabei helfen, dass die jungen Menschen die Signale ihres Körpers besser verstehen und auch im Falle des Verliebtseins leistungsmäßig nicht nachlassen in der Uni.
Nebenbei gibt es praktische Tipps, wie man sich im Bett zu verhalten hat, welche Spielarten der Erotik es gibt und - kein Witz - welche Geräusche man beim Geschlechtsverkehr von sich geben sollte. Die Einführung der Kurse ist auch eine Reaktion darauf, dass die Studierenden erhebliche Wissenslücken beim Thema Sexualität haben. Es wurde in den chinesischen Schulen bis vor einigen Monaten nicht behandelt, und auch chinesische Eltern tun sich traditionell schwer, was die Aufklärung ihrer Sprösslinge angeht. Auf die Frage ihrer Kinder, woher sie kämen, antworten die Erwachsenen gern: "Du wurdest gefunden."
"Die internationale Erfahrung zeigt, dass Kinder, die aufgeklärt wurden, weniger zu sexuellen Experimenten neigen", sagt Sun Yunxiao, stellvertretender Direktor des Chinesischen Jugendforschungszentrums. Der Sex-Kurs ist Bestandteil eines umfangreichen Psychologieprogramms, das der Staat nun an den Unis eingeführt hat. Zu dem Paket gehören auch Veranstaltungen über "Zwischenmenschliche Beziehungen" oder "Bewältigung von Frustrationen".
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