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04.05.2001
 

Lehrer

Leistungsprämien sollen Motivation steigern

An den Schulen soll sich besonderes Engagement künftig auszahlen. Einige Bundesländer setzen jetzt auf Leistungsprämien - ein Anreiz auch für Lehramt-Absolventen und Junglehrer.

Dieser Schröder-Satz über Lehrer ist legendär: "Also Freunde, Ihr wisst doch genau, was das für faule Säcke sind", tönte Gerhard Schröder einst als niedersächsischer Ministerpräsident vor Schülerzeitungsredakteuren. Lehrer haben ein echtes Image-Problem, einer der Gründe für den drohenden Lehrermangel. Nun planen immer mehr Bundesländer, Leistungsprämien für Lehrer einzuführen und damit besondere Verdienste zu würdigen.

In Rheinland-Pfalz zum Beispiel will Bildungsminister Jürgen Zöllner vom kommenden Herbst an eine leistungsgerechte Entlohnung einführen. Wenn Lehrer sich etwa besonders um die Betreuung von Eltern oder Problemschülern kümmern, sollen sie künftig bis zu 2500 Mark zusätzlich pro Jahr erhalten.

"Wir Schulleiter sind davon sehr angetan", erklärt Christel Liefke, Leiterin der Integrierten Gesamtschule in Mainz. "Bisher hatten wir nur sehr wenig Möglichkeiten, Kollegen, die sich über ihre Verpflichtungen hinaus engagieren, in irgendeiner Form zu belohnen." Damit werde nur eingeführt, was in der freien Wirtschaft gang und gäbe sei. Schließlich glaubten viele Bürger, beim Lehrerberuf handele es sich um einen Vormittagsjob - ein Informationsdefizit.

"Schule dauert oft bis in den Abend hinein, und es gibt vieles, was die Lehrer über ihre Verpflichtungen hinaus machen", sagt Liefke. Sie rechnet aber zu Beginn mit Problemen innerhalb der Kollegien: "Dass jetzt einige mehr bekommen sollen als andere, ist ungewohnt." Anders als in der freien Wirtschaft wisse in der Schule jeder, was der andere verdiene, und da könne es zunächst Krach geben.

Hessen will vom kommenden Schuljahr an ebenfalls mit Leistungsprämien an Schulen arbeiten. Wolfgang Kuhn, Leiter der Kasseler Luisenschule, reagiert ebenfalls positiv. "Auch die Beamtenbesoldung sollte grundsätzlich an die Leistung angepasst sein, das ist man den Beamten schuldig, schließlich ist das auch in anderen Bereichen üblich." Allerdings müsse diese Regelung für alle Beamten gelten und nicht nur für die Lehrer, fordert Kuhn. "Sonst passt das wieder zu dem Schröder-Wort, dass Lehrer faule Säcke seien."

In Bayern gibt es bereits ein Prämiensystem, für das jährlich insgesamt 14 Millionen Mark bereit stehen. Auch Sachsen will demnächst besonders engagierte Pädagogen mit Prämien belohnen. Und in Baden-Württemberg steht noch kein genauer Zeitpunkt für die Einführung fest. Andere Bundesländer denken ebenfalls über Anreizsysteme nach, sehen aber Finanzierungsprobleme.

In Hamburg können sich inzwischen auch junge Lehrern auf Positionen bewerben, die früher nur Lehrer ab einem bestimmten Dienstalter offenstanden. "Eine A-14-Beförderung bekam nur derjenige, der lange genug dabei war. Das ist nicht gerade motivierend für junge Nachwuchskräfte", so die Sprecherin der Schulbehörde.

Hier sieht auch der Verband Bildung und Erziehung das Hauptproblem. Zusätzliche Leistungsanreize seien motivierend, meint der Bundesvorsitzende Ludwig Eckinger. "Aber zunächst müsste dafür gesorgt werden, dass nicht nur Gymnasial- und Berufsschullehrer eine Laufbahn ergreifen könnten, sondern auch die Lehrer an allen anderen Schularten." Denn die haben bisher keine Chance, zum Studienrat oder Oberstudienrat aufzusteigen. "Und vor allem sollten Berufsanfänger ordentlich eingestuft werden", resümiert Eckinger.

Von Mirjam Mohr, AP

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