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12.07.2001
 

Edelgard Bulmahn

"Matrose wollte ich werden"

Als Kind wäre Edelgard Bulmahn am liebsten zur See gefahren. Das hat nicht geklappt. Und so blieb ihr keine andere Wahl, als Bundesbildungsministerin zu werden.

Edelgard Bulmahn: Ministerin statt Matrose
REUTERS

Edelgard Bulmahn: Ministerin statt Matrose

Die Schwärmerei für die Seefahrt war für Edelgard Bulmahn "kein Wunder, denn mein Vater war Binnenschiffer". Doch bald hatte es mit den Matrosenträumen ein Ende. Mit 14 Jahren musste sie eine wichtige Entscheidung treffen: ob sie "als erstes Mädchen aus meinem Dorf" ein Gymnasium oder doch die Handelsschule besuchen sollte, wie es die Eltern wollten. Bulmahn setzte ihren Willen durch und interessierte sich auf dem Gymnasium vor allem für Biologie und Geschichte. Latein dagegen fand sie "entsetzlich langweilig", wie sie der "Zeit" verriet.

Details aus ihrem Privatleben dosiert die 50-jährige SPD-Politikerin sonst eher sparsam. Die Hamburger Wochenzeitung konnte sie jedoch überzeugen, für die kleine, feine Serie "Mein Lehrjahre" über ihre Kindheit und Jugend zu plaudern. "Vor Technik hatte ich keine Scheu", erzählt die Bundesministerin für Bildung und Forschung. Als kleines Kind habe sie sich schon mal an eine Röhrenradio gewagt, nachdem ihre Mutter Reparaturen kaputter Leitungen oder Bügeleisen stets selbst übernahm.

Die Universität als "Paradies des Wissens"

Nach dem Abitur ging Bulmahn für ein Jahr in einen Kibbuz nach Israel und entschied sich anschließend für ein Studium der Anglistik und Politischen Wissenschaft: "Ich habe sehr gern studiert, die Universität als ein Paradies des Wissens empfunden." Später absolvierte sie das Lehrer-Referendariat.

Bereits mit 18 Jahren war Bulmahn in die SPD eingetreten. Als sie 1987 in den Bundestag kam, wollte sie "gleich in den Ausschuss Forschung und Technologie". Für die Entscheidung, ob sie für den Bundestag kandidieren soll, hatte sie nur drei Tage Zeit. "Ich bin ins Rennen gegangen, habe mich zunächst parteiintern durchgesetzt und dann meinen Wahlkreis gewonnen", berichtet die Niedersächsin, "Das war bei mir eigentlich immer so: Wenn ich etwas in die Hand nehme, dann will ich es auch richtig machen."

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