Bundesanstalt für Arbeit: 11 Prozent weniger Stellen für Akademiker
Nur 163.700 freie Stellen verzeichneten die Arbeitsämter im letzten Jahr, knapp 11 Prozent weniger als 2000. Das teilte die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV) der Bundesanstalt für Arbeit mit. Die Zahl arbeitsloser Akademiker sei um 2,4 Prozent auf gut 180.000 gestiegen, die Gesamtzahl aller Arbeitslosen aber nur um 1,6 Prozent. Der Anteil arbeitsloser Hochschulabsolventen an allen Arbeitslosen sei mit 4,8 Prozent vergleichsweise niedrig geblieben.
Das sah vor zwei Jahren noch ganz anders aus: Sogar für die traditionell weniger gefragten Geisteswissenschaftler öffneten Unternehmen ihre Türen. Blendende Chancen hatten junge Akademiker mit ersten Berufserfahrungen, aber auch die Zahl der arbeitslosen Akademiker ohne Berufspraxis sank um 17 Prozent. Noch vor kurzem warnte Bundespräsident Johannes Rau vor einem Akademikermangel, die Kultusministerkonferenz legte bereits im letzten Jahr einen Maßnahmenkatalog gegen den Studentenschwund vor.
Jetzt zeichnet die ZAV ein trübes Bild: In fast allen Berufsgruppen war die Zahl der offenen Stellen im vergangenen Jahr rückläufig. In den größeren Berufsgruppen konnten lediglich die Fachärzte, Chemiker, Apotheker, Sozialpädagogen und Sozialarbeiter Stellenzuwächse gegenüber 2000 verbuchen.
Der mit 26 Prozent größte Teil der gemeldeten Stellenangebote für Akademiker sei für Ingenieure zu verzeichnen, heißt es in der Mitteilung der ZAV. Knapp dahinter rangierten besonders qualifizierte kaufmännische und Verwaltungsberufe, etwa EDV-Fachleute. Danach folgten Sozialarbeiter und -pädagogen, Ärzte und Apotheker.
Wer gute Examina vorweisen könne, Berufserfahrung sowie sichere Englisch- und Büro-Software-Kenntnisse, habe die besten Chancen auf eine Anstellung, so die ZAV. Die Stellenanbieter forderten auch vielfach die so genannten Soft Skills, etwa Selbstmanagement, Team- und Konfliktfähigkeit, Durchsetzungsvermögen und Sozialkompetenz.
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