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16.12.2004
 

Endspurt beim CEO-Wettbewerb

In den Chefsessel gezockt

Mit einem Daddelspiel hat diese Computersimulation wenig zu tun: Studenten und Berufseinsteiger aus 84 Ländern suchen als virtuelle Chefs im Spiel "CEO of the Future" nach den gewinnträchtigsten Wirtschaftsstrategien - und werden dafür ab und zu gefeuert.

Starter-Kit: CD für virtuelle Chefs

Starter-Kit: CD für virtuelle Chefs

CardioChem ist ein Pharmaunternehmen, das ein bewährtes Herz-Kreislauf-Medikament vertreibt. Der junge, neu eingestellte Geschäftsführer bekommt von seinem Arbeitgeber die Aufgabe, ein "Blockbuster-Medikament" zu entwickeln, also einen Verkaufsrenner, der viel Geld in die Unternehmenskassen spült. Die Konkurrenz allerdings schläft nicht, und das Patent auf das Medikament gilt nur für 15 Jahre. Trotzdem soll CardioChem bis dahin ein großes Unternehmen mit einem hohen Marktwerkt sein.

Ganz schön hohe Anforderungen an einen jungen Manager? In der Tat, auch wenn die Nachwuchsführungskraft nur fiktive Entscheidungen treffen muss. "CEO of the Future" ist eine Wirtschaftssimulation für den PC; der Chefsessel des CEO, des Chief Executive Officer, steht zu Hause im eigenen Arbeitszimmer. Der Strategie-Wettbewerb wird vom "manager magazin" und der Unternehmensberatung McKinsey & Company veranstaltet.

Spiel für Studenten und Berufseinsteiger

Mitmachen dürfen Studenten und junge Berufstätige zwischen 22 und 32 Jahren. Rund 18.000 Strategiezocker haben das Starter-Kit mit der Spiel-CD bislang angefordert. Die erste Runde des "CEO of the future" begann am 5. November und läuft noch bis zum 30. Dezember 2004.

Dem Sieger winkt ein Geldpreis von 8000 Euro, die er für die eigene Weiterbildung ausgeben darf. Die Gewinner der Jahre 2000 und 2002, zwei Wirtschaftsstudenten der privaten Universität Witten-Herdecke, belegten mit dem Geld beispielsweise Sommerkurse an der Universität Harvard. Der zweite Sieger des Wettbewerbs wird mit 4000 Euro belohnt, der dritte mit 2000 Euro. Den besten Teilnehmern winken zudem persönliche Karriere-Coachings durch Mentoren von McKinsey.

Allein möglichst viel virtuelles Geld zu verdienen und so seinen Punktestand in die Höhe zu treiben, reicht allerdings nicht aus, um als einer von 20 Spielern zur Endrunde eingeladen zu werden: Die Teilnehmer müssen die verfolgte Strategie auch schriftlich festhalten und ihren Lebenslauf mitschicken. Bei der Auswertung zählt der Lebenslauf zu 50 Prozent, die skizzierte Strategie und der Online-Punktestand machen jeweils 25 Prozent aus.

Wer beim Spiel erfolgreich sein will, muss eine gehörige Portion Ausdauer mitbringen, so die Erfahrung von Teilnehmern der vergangenen CEO-Wettbewerbe. Geht die gewählte Taktik nämlich nicht auf, hat der virtuelle Jungchef ganz schnell die Kündigung auf dem Tisch - und darf noch einmal von vorn beginnen.

Fehler sind erlaubt

So ließ Christoph Hamann, "CEO of the Future" des Jahres 2002, aus Frust über die Kündigung seine Spiel-CD zunächst für einige Zeit in der Schreibtischschublade verschwinden, raffte sich dann aber wieder auf und spielte die Simulation mit einer anderen Strategie. Am Ende gewann er das Spiel.

Coaching durch den Chef: Jürgen Kluge von McKinsey berät die Sieger
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DDP

Coaching durch den Chef: Jürgen Kluge von McKinsey berät die Sieger

Auch sein Vorgänger Simon Peter, Sieger des Jahres 2000, wiederholte das Spiel mehrere Male. "Es geht darum, intelligent aus seinen Fehlern zu lernen", betont Peter.

Bei so viel erforderlichem Sitzfleisch wählte ein Teilnehmer lieber gleich einen scheinbar gangbareren Weg: Ein Student telefonierte sich bis ins Sekretariat von McKinsey-Chef Jürgen Kluge durch und wollte sich die Strategie-Tipps vom Chef persönlich abholen - seine Taktik war allerdings nicht von Erfolg gekrönt. Ein Aufsichtsrat wacht nämlich darüber, dass es bei dem Spiel besonders fair zugeht. Hilfestellungen sollen sich die Teilnehmer nur gegenseitig über ein entsprechendes Forum auf der CEO-Webseite geben.

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