Bewerbung per Mail: Stark im Kommen
"Mittlerweile gibt es keine Branche mehr, in der die Online-Bewerbung nicht üblich ist", berichtet Svenja Hofert, Autorin zahlreicher Bewerbungsratgeber. In ihrem neuen Buch "Stellensuche und Bewerbung im Internet" aus dem Humboldt-Verlag plädiert sie dafür, dass Bewerber bestimmte Standards einhalten sollten, um ihre Chancen zu erhöhen.
Anders als bei der guten alten Schneckenpost bestehen Online-Bewerbungen in der Regel nur aus einem Anschreiben und dem Lebenslauf. Auf Zeugnisse und andere Anhänge wird zunächst verzichtet, was diese Art der Jobsuche durchaus einfacher macht. Falls gewünscht, können weitere Unterlagen später nachgereicht werden. "Als Dateiformat hat sich ganz klar das PDF-Format durchgesetzt", sagt Hofert. Grundsätzlich sollte eine Online-Bewerbung die Größe von einem Megabyte nicht überschreiten.
Bloß keine exotischen Extras
Während der mit einem Foto versehene Lebenslauf einer Bewerbung als PDF-Datei angehängt wird, kann man das Anschreiben wahlweise als PDF-Datei ankleben oder als einfaches E-Mail-Schreiben schicken - "das ist noch uneinheitlich", so Svenja Hofert. Davon hängt auch die Gestaltung des Anschreibens ab. Während sich für das PDF ein klassisches Bewerbungsanschreiben eignet, sollte die E-Mail direkt in den Text einsteigen ("Sehr geehrter...") und die Absenderadresse am Ende des Schreibens auftauchen.
Die Empfängeradresse erscheine nicht in dem Schreiben; auch ein Datum habe im E-Mail-Anschreiben nichts verloren, schließlich werde das automatisch beim Versenden hinzugefügt. Wichtig sei allerdings die Betreffzeile: Dort sollte ein ganz eindeutiger Hinweis stehen, wie etwa "Ihre Stellenanzeige vom..." oder "Unser Telefonat vom...", empfiehlt Hofert.
Generell warnt Hofert vor der Verwendung von Bildern, Tabellen oder exotischen Schrifttypen. Denn es sei unklar, wie solche Extras auf dem Rechner des Empfängers dargestellt werden. Auch von der Verwendung von Komprimierungsprogrammen (Zip) rät sie ab: "Damit sind die meisten Leute noch hoffnungslos überfordert." Ebenfalls ein absolutes Tabu seien Exe-Dateien, die sich selbst extrahieren.
Die Expertin rät außerdem, die Bewerbung mit einem eigenen E-Mail-Programm wie Outlook zu verschicken - weil E-Mail-Dienste wie GMX oder Web.de oft unliebsame Werbebotschaften anhängen, wenn man die Nachrichten direkt über deren Website verschickt. Außerdem warnt sie vor der so genannten Lesebestätigung: Wenn der Adressat den Erhalt quittieren muss, "nervt das den Empfänger", sagt Hofert. Besser sollte man nach einer Woche einmal anrufen und nachfragen. Nicht selten heiße es dann: "Ach, schicken Sie das Ganze doch noch mal vorbei!"
Von Ralf Beunink, ddp
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